Rauchmelder reagieren auch auf Wasserdampf aus Konvektomaten Fehlalarme halten Feuerwehr auf Trab

Spenge (WB). Rauchmelder sind eine gute Sache. Fehlalarme dagegen nicht. Mehrmals musste die Freiwillige Feuerwehr Spenge in der vergangenen Woche vergeblich ausrücken. Auslöser war unter anderem ein Konvektomat.

Von Gerhard Hülsegge
Gleich mehrfach wurde die Freiwillige Feuerwehr Spenge zum Einsatz in die Seniorenresidenz Medicare an die Dorfstraße nach Lenzinghausen gerufen. Ein Konvektomat hatte über den Rauchmelder die Brandmeldeanlage ausgelöst.
Gleich mehrfach wurde die Freiwillige Feuerwehr Spenge zum Einsatz in die Seniorenresidenz Medicare an die Dorfstraße nach Lenzinghausen gerufen. Ein Konvektomat hatte über den Rauchmelder die Brandmeldeanlage ausgelöst. Foto: Gerhard Hülsegge

»Das sind große Schränke, in denen Speisen mit Wasserdampf gegart werden«, sagt Thomas Reschke, Leiter der Spenger Wehr. Das erste Mal war der Einsatz der Löschzüge Spenge-Mitte und Lenzinghausen sowie der Löschgruppe Hücker-Aschen inklusive Drehleiter aus Dreyen samt Rettungsdienst am Freitag, 5. Januar, gegen 9 Uhr erforderlich. Einsatzort: die Seniorenresidenz Medicare an der Dorfstraße in Lenzinghausen. Vor Ort konnte durch die Einsatzkräfte schnell Entwarnung gegeben werden. »Aufsteigender Wasserdampf aus einem Küchengerät führte zum Auslösen der Brandmeldeanlage. Die Anlage wurde zurückgestellt und die Kräfte konnten so nach kurzer Zeit wieder einrücken«, heißt es dazu im Einsatzbericht.

Einsatz in Senioren-Residenz

Am 9. Januar gegen 8.30 Uhr wurde erneut im Alten- und Pflegezentrum Brandalarm ausgelöst. Wieder setzten sich die oben genannten Löscheinheiten in Bewegung, um wenig später festzustellen: Kein Brand, nur Wasserdampf hatte den Brandmelder abermals ausgelöst. »Auslöser war vermutlich der große Schwall an Wasserdampf, der einem beim Öffnen des Konvektomates entgegenkommt«, so Reschke. Dem Residenz-Betreiber wurde signalisiert, dass der nächste Einsatz kostenpflichtig sein werde.

Denn offenbar sind die falschen Brandmelder in der Küche installiert worden. »Wir raten dazu, Thermo-Melder zu nehmen. Sie reagieren auf Wärme und nicht auf Lichtbrechung. In Küchen und Waschkellern sollten grundsätzlich keine fototechnischen Melder verwendet werden«, erklärt der Stadtbrandinspektor.

Alarm auch an der Grundschule

Im Seniorenzentrum Lenzinghausen wurden die Geräte nach Auskunft von Pflegedienstleiterin Kerstin Nennecker mittlerweile ausgetauscht. Konvektomaten werden nicht nur in Alten- und Pflegeheimen, sondern auch in Kindertagesstätten und Schulen sowie der Gastronomie verwendet. Im Kombidämpfer, zwischen 3000 und 8000 Euro teuer, können Speisen in großer Menge zubereitet werden, ohne dass Vitamine und Nährstoffen verloren gehen.

Zu einem weiteren Fehlalarm ist es in Spenge am 8. Januar gekommen. Gegen 4.50 Uhr wurden der Löschzug Spenge (wieder samt Drehleiter aus Dreyen) durch die Brandmeldeanlage der Grundschule Spenge/Hücker-Aschen alarmiert. Auslöser diesmal war aufgewirbelter Staub. »Wenn der Wind ungünstig steht, pfeift es durch die Dachpfannen. Die Meldeschleife liegt auf dem Boden und es kommt zu Verwirbelungen. Die Rauchmelder, ausgestattet mit einer Fotozelle, reagieren sehr empfindlich auch auf kleinste Partikel, die sich im Spiegel brechen«, weiß Thomas Reschke. Auch sie sollen alsbald ausgetauscht werden, damit die Feuerwehr weniger zu tun hat.

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