Private Feiern in der Scheune werden eingeschränkt – laute Musik ab 22 Uhr untersagt Stadt stoppt Party-Lärm an der Werburg

Spenge (WB). Jetzt ist Schluss mit lustig: Die Scheune an der Werburg in Spenge wird nicht mehr für private Feiern vermietet, bei denen davon auszugehen ist, dass die Anwohner auch noch am späten Abend durch laute Musik belästigt werden.

Von Gerhard Hülsegge
Die Scheune an der Werburg kann weiter für private Feiern gegen 250 Euro angemietet werden.
Die Scheune an der Werburg kann weiter für private Feiern gegen 250 Euro angemietet werden. Foto: Gerhard Hülsegge

»Partys mit DJs finden dort ab sofort nicht mehr statt. Die Scheune ist nicht geeignet für Veranstaltungen, die auch nach 22 Uhr erhebliche Lautstärke produzieren«, erklärte Bürgermeister Bernd Dumcke auf Anfrage gegenüber dem WESTFALEN-BLATT. 50. Geburtstage, bei denen musikalisch auch zu später Stunde noch mal richtig »Gas gegeben« werde, könnten fortan dort nicht mehr gefeiert werden. Zu oft sei es passiert, dass sich Nachbarn über zu viel Lärm beschwert hätten. Auch die Polizei erschien bereits mehrfach vor Ort, um für Ruhe zu sorgen.

Weinfest der Schützen verlegt

Die Verwaltung hatte unlängst den Beschluss gefasst, die Werburg-Scheune gänzlich für abendliche Veranstaltungen zu schließen. CDU-Ratsherr Lars Hartwig hatte daraufhin in der letzten Ratssitzung vor der Sommerpause angefragt, warum das Jazz-Weinfest der Schützengesellschaft Spenge kurzfristig in das Schützenheim unter der Stadthalle hatte verlegt werden müssen.

Stadtverwaltungsdirektor Bernd Pellmann erläuterte, dass die Werburg-Scheune seit vielen Jahren für abendliche Veranstaltungen zur Verfügung gestellt werde. Probleme habe es mehr oder weniger immer gegeben. Mit Versuchen, laute Musik nach 22 Uhr zu unterbinden oder Türen zu schließen, habe die Stadt als Vermieterin die Lage allerdings nicht in den Griff bekommen.

Rechtsanwälte eingeschaltet

Inzwischen haben Nachbarn Rechtsanwälte eingeschaltet. Pellmann hatte dazu im Rat für die Verwaltung erklärt, man werde prüfen, »wie rechtssicher wir unterwegs sind«. Das Ordnungsamt sei mit etwaigen Kontrollen vor Ort überfordert. Die Immissionswerte einzudämmen, scheint auch unmöglich.

250 Euro zahlen Mieter pro Veranstaltung in der Werburg-Scheune an die Stadt. Auf diese Einnahmen will Bürgermeister Dumcke nun gerne verzichten, wenn dafür wieder Ruhe an der Werburg einkehrt. Die gesetzliche Grundlage, die Musik nach 22 Uhr zu drosseln, sei ohnehin vorhanden und vertraglich vereinbart. Von den Politikern gebe es deshalb dazu auch »nichts zu entscheiden«.

Kaffeetrinken kein Problem

Wo erkennbar sei, dass sich potenzielle Mieter der Scheune nicht an das Nachtruhegebot hielten, werde das Ansinnen, an der Werburg zu feiern, künftig von vornherein abgelehnt. »Ein Kaffeetrinken zum 85. Geburtstag wäre davon wohl nicht betroffen«, meinte Dumcke. irgendwann sei die Sache jedoch ausgereizt und die Stadt sei entschlossen, die Feierei »ein bisschen zu steuern«.

Theoretisch sei es natürlich möglich, die Kommune im Vorfeld hinsichtlich des zu erwartenden Geräuschpegels zu täuschen. Hier setzt das Stadtoberhaupt aber auf die Menschenkenntnis seiner Mitarbeiter im Rathaus.

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