Schmierereien an der St.-Martins-Kirche in Spenge beseitigt Mit Softstrahlen gegen Graffiti

Spenge (WB). Die St.-Martins-Kirche in Spenge ist wieder schön anzusehen. Die Graffiti-Schmierereien, die am 4. Juni am Gotteshaus entdeckt worden waren, sind jetzt fachmännisch entfernt worden.

Von Gerhard Hülsegge
Stefan Plosel (48) von der Firma Sturhahn macht sich daran, die Graffiti-Schmierereien vom 4. Juni an der St.-Martins-Kirche in Spenge zu entfernen. Glaspudermehl aus der Softstrahl-Anlage und Schutzkleidung helfen ihm dabei.
Stefan Plosel (48) von der Firma Sturhahn macht sich daran, die Graffiti-Schmierereien vom 4. Juni an der St.-Martins-Kirche in Spenge zu entfernen. Glaspudermehl aus der Softstrahl-Anlage und Schutzkleidung helfen ihm dabei. Foto: Gerhard Hülsegge

Zum Einsatz kam eine Softstrahl-Anlage, die mit Druck (0,8 Bar) Glaspudermehl auf das verunstaltete, historische Mauerwerk sprühte. »Das Gerät wurde eigens für die Restauration denkmalgeschützter Gebäude entwickelt, um deren Oberflächen nicht zu beschädigen«, erklärte Stefan Plosel (48), Sachverständiger für Bauwerksabdichtungen, von der Firma Sturhahn in Spenge.

Täter bislang nicht ermittelt

Unbekannte hatten Anfang Januar die St.-Martins-Kirche an drei Stellen im hinteren Bereich mit Parolen wie »Das letzte Mal« besprüht (wir berichteten in der Ausgabe vom 8. Juni). Die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Spenge hatte daraufhin Anzeige bei der Polizei erstattet. Die Täter konnten bislang nicht ermittelt werden. Die Polizei sucht weiter nach ihnen.

Sie hatten in der Nacht von Freitag, 3. Juni, auf Samstag, 4. Juni, dunkelrote und schwarze Farbe für ihre Schmierereien verwendet, um ihre zum Teil religionsfeindlichen Sprüche großflächig anzubringen. Pfarrer Ulrich Gressog aus Lenzinghausen, Vorsitzender des Presbyteriums, sah darin nicht nur eine Sachbeschädigung, sondern auch eine »Verletzung religiöser Gefühle«.

Sogar Freiheitsstrafen möglich

Das Entfernen von Graffiti ist nicht billig. Zunächst wird die Kirchengemeinde als Auftraggeber die Zeche bezahlen müssen. Werden die Täter gefasst, haften sie nach Erwirkung eines so genannten »Titels« alle einzeln 30 Jahre lang für den Gesamtschaden. Außerdem dürfte ihnen, wenn es zur Gerichtsverhandlung kommt, eine empfindliche Strafe »aufgebrummt« werden. Strafrechtlich werden Graffiti als Sachbeschädigung verfolgt, die auch mit einer Freiheitsstrafe sanktioniert werden kann. Bei der Beschädigung von Denkmälern kann sie bis zu drei Jahre betragen.

Wer Hinweise auf die Spenger Sprayer geben kann, wird gebeten, sich bei der Polizei in Herford unter Telefon 05221/8880 zu melden.

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