Nach Antrag der Grünen: Auch SPD spricht sich für Schließung aus – Christdemokraten sind dagegen Realschule gerät ins Wanken

Spenge(WB). Die Zukunft der beiden weiterführenden Schulen steht am Mittwoch auf dem Prüfstand. Dann berät der Schulausschuss über die aktuelle Situation in Spenge. Wenn es nach den Grünen geht, würde dies das Ende der Realschule bedeuten. Die Fraktion beantragt, dass bereits für das Schuljahr 2016/17 keine Anmeldungen mehr angenommen werden sollen.

Von Ann-Christin Lüke
Für das Schuljahr nach den Sommerferien haben sich nur 27 Kinder   an der Realschule Spenge angemeldet – das reicht für eine Klasse. Dabei ist schulrechtlich gesehen eine Zweizügigkeit erforderlich. Für 2015/16 hat die Schule eine Ausnahmegenehmigung erhalten.
Für das Schuljahr nach den Sommerferien haben sich nur 27 Kinder an der Realschule Spenge angemeldet – das reicht für eine Klasse. Dabei ist schulrechtlich gesehen eine Zweizügigkeit erforderlich. Für 2015/16 hat die Schule eine Ausnahmegenehmigung erhalten. Foto: Ann-Christin Lüle

Werner Brand, Sachkundiger Bürger der Grünen, begründet, wie bereits berichtete, den Schritt damit, dass er den Fortbestand der Schulen gefährdet sehe. »Die Gesamtschule bleibt zwar bei den Eingangsklassen vierzügig, erreicht aber nicht die dafür eigentlich erforderlicher Schülerzahl«, schreibt er. Im Rahmen der Konsolidierung sehen die Grünen zudem  Einsparpotenziale durch den Wegfall eines Schulstandortes.

Mit ihrem Antrag folgt die Fraktion auch dem Beschlussvorschlag der Stadtverwaltung, die Realschule auslaufen zu lassen.  »Das Anmeldeverfahren  führte erstmals dazu, dass die 27 Anmeldungen an der Realschule nur für eine Klasse reichten und auch die 84  Anmeldungen an der Gesamtschule keine gesicherte Vierzügigkeit darstellten«, heißt es in der Ausschussvorlage, unterzeichnet von Bürgermeister Bernd Dumcke. Somit hätten beide Standorte   Schwierigkeiten, die notwendigen Anmeldungen für die schulrechtlich erforderliche Vierzügigkeit (Gesamtschule) und Zweizügigkeit (Realschule) zu erreichen.

Das Auslaufen einer Schule bedeute jedoch nicht, dass der Fortbestand der  anderen gesichert sei, heißt es weiter in der Vorlage. Deshalb schlagen die Grünen vor, eine interkommunale Zusammenarbeit einzugehen. »Beispielsweise könnte in Kooperation mit Enger ein Schulsystem für beide Städte etabliert werden«, sagt Werner Brand. Vorstellbar sei auch die Zusammenarbeit mit einer Gesamtschule im Raum Bielefeld, um  sehr stark frequentierte Schulen durch Übernahme von Schülern zu entlasten.

Schulleiter: Eltern sollen entscheiden

Für Ansgar Leder, Schulleiter der Realschule, steht jedoch fest: »Die Eltern entscheiden, wo ihre Kinder hinkommen.« Im kommenden Schuljahr werden die fünften Jahrgänge beider Schulen nur mit Ausnahmegenehmigung der Bezirksregierung Detmold unterrichtet. »Die Frage ist, wie gelingt es Spenge überhaupt,  eine Beschulung sichern?«, fragt Leder.
»Die Zeit ist reif für eine Entscheidung«, findet auch Hans-Jürgen Fischer, Fraktionssprecher der SPD.  »Wir sind uns voll bewusst, dass auch die Anmeldezahlen für die Gesamtschule nicht optimal sind«, sagt er. Die Möglichkeit vor Ort alle Schulabschlüsse zu erhalten, sei jedoch ein wichtiger Standortfaktor für Spenge.

Für die Realschule spricht sich dagegen Lars Hartwig, Fraktionssprecher der CDU, aus. »Wir haben bereits während der Haushaltsverabschiedung den Kahlschlag in der Schullandschaft kritisiert«, sagt der Christdemokrat. »Unser Ziel ist es, eine der Schulen zu halten.   Die Perspektiven für die Realschule sind da besser. Denn sie ist die einzige Schule, die wir nur mit Spenger Kindern dauerhaft weiterführen könnten.« Die Gesamtschule könne dagegen nur gehalten werden, wenn auch auswärtige Schüler in Spenge unterrichtet werden. Die CDU will am Montag in ihrer Fraktionssitzung noch einmal über das Thema beraten.
Auch die UWG hat noch keine Entscheidung getroffen. »Wir befinden uns noch im Abwägungsprozess«, sagt Fraktionssprecherin Anke Fuchs. Wichtig sei es, die Meinungen der Eltern einzuholen.  Fest steht aber auch für die UWG: »Beide Standorte zu halten, ist nicht möglich.« Den Vorschlag der Grünen, über die Grenzen Spenges  hinaus mit anderen Schulen zu kooperieren, sieht Fuchs als eine Grundvoraussetzung für den Fortbestand eines Standorts – unabhängig von der Schulform. »Wir dürfen es nicht als reine Spenger Schule sehen«, sagt sie.

Der Schul-, Jugend- und Sportausschuss tagt am Mittwoch, 24. Juni, um 18 Uhr in der Mensa der Regenbogen-Gesamtschule. Die Sitzung ist öffentlich und beginnt um 18 Uhr.

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