Hauptversammlung des Werburg-Vereins – Dr. Werner Best kandidiert erneut für Vorsitz  Museumspläne jetzt konkret 

Spenge (WB). Der Spenger Werburg-Verein wählt am Freitag, 17. April, einen neuen Vorstand. Dr. Werner Best will erneut für den Vorsitz kandidieren. Die Versammlung beginnt um 18 Uhr in der Werburg-Scheune. Im Anschluss ab 19 Uhr berichtet Barbara Hähnel-Bökens von der Planung, im benachbarten Herrenhaus ein Kinder- und Familienmuseum einzurichten.

Von Gerhard Hülsegge
Dr. Werner Best auf der Treppe, die ins Obergeschoss des Museums im Werburger Herrenhaus führt. Sie ist farblich in grau-grünem Barockstil gehalten. Der 64-jährige Archäologe im Ruhestand kandidiert erneut für den Vorsitz des Werburg-Vereins.
Dr. Werner Best auf der Treppe, die ins Obergeschoss des Museums im Werburger Herrenhaus führt. Sie ist farblich in grau-grünem Barockstil gehalten. Der 64-jährige Archäologe im Ruhestand kandidiert erneut für den Vorsitz des Werburg-Vereins.

 Die Sanierungsarbeiten am Herrenhaus, das um 1450 aus Bruchsteinen und Fachwerk errichtet wurde, sind so gut wie beendet. Auch die Treppe zum Obergeschoss ist eingebaut. Die Fußböden wurden noch mit Öl bearbeitet, um sie widerstandsfähiger zu machen für die zu erwartenden hohen Besucherzahlen. »Es fehlt eigentlich nur noch die Fluchttreppe«, sagt Jürgen Strachau, Kultur-Fachbereichsleiter im Rathaus.

 Außerdem soll der Kamin im Herrenhaus-Café (32 Plätze) noch mit einer Rauchhaube (Esse) und feuerfestem Glas versehen werden, damit es künftig auch am Feuer gemütlich wird. Woher das Sprichwort vom »Zahn zulegen« kommt, weiß Dr. Best: »Die Kochtöpfe über dem Feuer hingen früher an Zahnstangen. Sollte der Inhalt heißer werden, musste man den Topf tiefer hängen und in der Tat einen Zahn zulegen.« Im Obergeschoss sind die Umrisse eines Kachelofens (Küchenkamin) aus Back- und Lehmsteinen aus dem 18. Jahrhundert erhalten geblieben. Für wohlige Wärme sorgen indes die unsichtbaren Gas-Heizschlangen in den Wänden.

Feinkonzept besteht bereits

 1,4 Millionen Euro sind seit 2008 in die Sanierung des Herrenhauses geflossen. 320000 Euro werden jetzt noch für die Ausstattung als Museum benötigt. Aber auch dieser Betrag steht zum größten Teil schon zur Verfügung. 50 Prozent übernimmt die Stiftung der Sparkasse Herford, die auch schon die Sanierung mit 200000 Euro unterstützt hat.

Inzwischen werden auch die Vorbereitungen für das Kinder- und Familienmuseum, das das Leben in der Barock- und Renaissancezeit widerspiegeln soll, getroffen. Das Feinkonzept hierfür ist bereits erstellt. Die Realisierung mit Grabungszimmer für Kinder und Labor, indem die »Fundstücke« von den jungen Museumsbesuchern datiert werden können, wird jetzt in Angriff genommen.

 Das Atelier Hähnel-Bökens mit Sitz in Düsseldorf-Benrath hat den Auftrag zur Ausgestaltung der Räume erhalten. Wer wissen möchte, wie das Feinkonzept fürs Museum aussieht, ist zum Vortrag von Barbara Hähnel-Bökens im Anschluss an die Jahreshauptversammlung eingeladen zuzuhören, auch wenn er oder sie nicht Mitglied des Werburg-Vereins ist. Die Mitglieder des Kulturausschusses des Rates werden am Dienstag, 21. April, informiert.

Café im Herrenhaus geöffnet

Inzwischen hat auch die Cafeteria im Herrenhaus wieder ihre Pforten geöffnet und erfreut sich großer Beliebtheit. Das »Café im Herrenhaus« ist ein attraktiver Anziehungspunkt für Ausflügler aus dem gesamten Kreis Herford und darüber hinaus geworden. Sie genießen hier im historischen Ambiente Kaffee und Kuchen neben einem rustikalen Kamin.

 Der Wiederwahl von Dr. Werner zum Vorsitzenden des Werburg-Vereins dürfte kaum etwas entgegenstehen. Der 64-jährige pensionierte Archäologe, der auch die Grabungen an der Werburg als Mitarbeiter des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) geleitet hatte, ist erst vor Kurzem für sein ehrenamtliches Engagement mit dem Bundesverdienstorden geehrt worden.

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