Anmeldewoche beendet: WGE und Realschule Enger verzeichnen Zuwachs – Gesamtschule hält die Zahlen Für die Realschule Spenge wird's eng

Spenge (WB). Die weiterführenden Schulen haben die Anmeldungen für das neue Schuljahr 2015/2016 entgegengenommen. In Enger verzeichnen sowohl Realschule als auch Gymnasium ein deutliches Plus, während die Realschule in Spenge ein dickes Minus verbucht. So dick, dass sie möglicherweise ohne neue Eingangsklasse ins neue Schuljahr starten muss.

Von Mareikje Addicks
Die Anmeldezahlen sprechen eine deutliche Sprache: Die Realschule in Spenge wird in diesem Jahr nicht mit einer zweizügigen Eingangsklasse starten können. Jetzt muss die Bezirksregierung entscheiden, wie mit dem Ergebnis zu verfahren ist.
Die Anmeldezahlen sprechen eine deutliche Sprache: Die Realschule in Spenge wird in diesem Jahr nicht mit einer zweizügigen Eingangsklasse starten können. Jetzt muss die Bezirksregierung entscheiden, wie mit dem Ergebnis zu verfahren ist. Foto: Gerhard Hülsegge

Die Anmeldungen sind gerade erst gezählt, da gibt es auf der einen Seite große Erleichterung, auf der anderen Seite mäßige Zufriedenheit und bis hin zu tiefen Sorgenfalten. Die Realschule Spenge hat einen starken und damit auch Besorgnis erregenden Einbruch zu verzeichnen: Nur 27 Eltern meldeten ihre Kinder für die neue fünfte Klasse dort an – 15 weniger als im Vorjahr und damit vorbei an der Zweizügigkeit.

Mit seiner Enttäuschung hält Schulleiter Ansgar Leder nicht hinterm Berg: »Natürlich bin ich nicht glücklich über diese Zahl. Aber ich sehe sie ganz klar im Zusammenhang mit dem demographischen Wandel und nicht als Urteil über die Qualität unserer Schule. Ich weiß aus Gesprächen, dass die Eltern unsere Arbeit schätzen. Die Zahl muss ich so hinnehmen.«

Wenig erfreut über das Ergebnis äußerte sich auch Spenges Bürgermeister Bernd Dumcke: »Die Zahlen sind zumindest so, dass es Gesprächsbedarf gibt«, so Dumcke auf Nachfrage dieser Zeitung. »Insbesondere mit Blick auf die Realschule kann man schon sorgenvoll in die Zukunft blicken«, ergänzte er. Denn die schulrechtliche Vorgabe der Bezirksregierung Detmold besagt, dass Realschulen mindestens zweizügig starten müssen. »Und das ist bei 27 Anmeldungen definitiv nicht gegeben«, erklärte Dumcke. Zunächst stehe ein Gespräch mit der Bezirksregierung an, so der Bürgermeister und merkt an: »Es wäre denkbar, dass die Realschule ohne fünften Jahrgang starten muss.« Dann müssten schnell Alternativen für die 27 angemeldeten Kinder gesucht werden.

Zwar konnte der Leiter der Regenbogen-Gesamtschule gleichbleibende Zahlen nennen, doch Hartmut Duffert hätte sich ein bisschen mehr gewünscht: »Mit 82 Anmeldungen für die fünfte Klasse liegen wir ähnlich hoch wie im Vorjahr mit 92 Schülern. Aber ich hätte mich für die Eingangsklasse über ein klareres Bild gefreut«, so Duffert. In der Sekundarstufe II (ab Klasse elf) rechnet Hartmut Duffert mit etwa 115 Schülern, davon sind 70 externe Anmeldungen. Das sei vergleichbar mit den Vorjahren. »Insgesamt sind wir mit den Zahlen zufrieden«, sagte er.

Gymnasium startet fünfzügig

In der Nachbarstadt Enger konnten die Schulleiter entspannter ins Wochenende gehen. »Wir haben uns deutlich gesteigert im Vergleich zu 2014«, sagte Dr. Ulrich Henselmeyer über die Anmeldezahlen. Gab es am Widukind-Gymnasium im Vorjahr 109 Anmeldungen für die Jahrgangsstufe fünf, sind es in diesem Jahr 123. »Das bedeutet, dass wir sogar fünfzügig starten. Letztes Mal gab es das vor vier Jahren. Das ist ein toller Erfolg für diese Schule«, so Henselmeyer. In Folge dessen könne die Klassengröße im neuen Jahrgang auf etwa 25 Schüler gesenkt werden. Außerdem kann das Gymnasium für den Jahrgang elf im Herbst 27 externe Schüler begrüßen.

Auch die Realschule in Enger vermeldet ein deutliches Plus: 108 Anmeldungen für die Klasse fünf statt 88 im Vorjahr. »Damit habe ich nicht gerechnet«, sagte Schulleiter Joachim Blombach erfreut. Außerdem werden vier Kinder mit Förderbedarf an die Realschule Enger kommen.
 »Auch das werden wir bestimmt gut meistern«, äußerte sich Blombach mit Blick auf die neue Herausforderung Inklusion zuversichtlich.

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