Nach Rap-Konzert von Farid Bang und Kollegah: Polizei und Steuerfahnder durchsuchen »Naava« in Melle Polizist bei Disco-Razzia verletzt

Melle/Rödinghausen (WB). In der Großraum-Diskothek »Naava« in Melle (Landkreis Osnabrück), an der Grenze zum Kreis Herford, hat es in der Nacht auf Sonntag einen größeren Polizeieinsatz gegeben.

Von Daniel Salmon
Symbolbild.
Symbolbild. Foto: Jörn Hannemann

Ein Beamter und mehrere Gäste wurden verletzt. Hintergrund der Razzia sind Ermittlungen gegen Betreiber des Clubs. Etwa bis drei Uhr feierten die gut 1500 Gäste ausgelassen in dem auch bei vielen jungen Leuten aus dem angrenzenden Ostwestfalen beliebten Disco.

Die Deutsch-Rapper Kollegah und Farid Bang hatten im Zuge ihrer JBG3-Konzert-Tour (»Jung, brutal, gutaussehend«) auch in Melle Station gemacht. Nach dem Auftritt rückten plötzlich starke Polizeikräfte vor Ort an.

Tumultartige Szenen

Per Lautsprecherdurchsage wurden die Besucher aufgefordert, den Club zu räumen, wie ein Sprecher des Polizeikommissariats Melle dem WESTFALEN-BLATT auf Anfrage erklärte. Dabei soll es zu teils tumultartigen Szenen gekommen sein.

Gläser und Flaschen wurden in Richtung der Ordnungshüter geschleudert: »Ein Kollege wurde getroffen und am Kopf verletzt. Er wurde ambulant behandelt, ist aber weiterhin dienstfähig.« Bereits nach kurzer Zeit bekam die Polizei die Lage in den Griff, gegen vier Uhr war das »Naava« schließlich komplett geräumt.

»Es dauerte etwas, da die Besucher noch ihre Verzehrkarten an der Kasse bezahlen mussten«, so der Polizeisprecher. Dann nahmen Mitarbeiter der Stadt Melle und der Oldenburger Steuerfahndung ihre Arbeit auf, führten eine Durchsuchung durch.

Im Visier der Steuerfahnder

»Die Polizei und die Stadt hatten die Aktion am ›Naava‹ veranlasst, um möglichen gewerbe- und ordnungsrechtlichen Verstößen nachzugehen. Die Steuerbehörde hat sich dann da drangehängt«, erklärte der Osnabrücker Oberstaatsanwalt Volker Brandt.

Bereits Anfang Februar waren Steuerfahnder und Polizei am Naava vor Ort, hatten unter anderem einen Tresor aufgeflext. Im Zuge der weiteren Ermittlungen wegen möglicher Steuerhinterziehung gegen die Klubbetreiber waren damals zudem mehrere Wohnungen um Osnabrücker Umland durchsucht worden, so Brandt.

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