Frieda Schumacher (100) wird von der AWO ausgezeichnet Seit 70 Jahren Mitglied

Rödinghausen (WB). Als Frieda Schumacher in die Arbeiterwohlfahrt (AWO) eintritt, gibt es Nahrungsmittel nur gegen Lebensmittelkarten, US-Außenminister Marshall stellt für Deutschland Wirtschaftshilfe in Aussicht. Man schreibt das Jahr 1947. Nun wurde die 100-Jährige für ihre 70-jährige AWO-Mitgliedschaft geehrt.

Von Hilko Raske
Seltene Auszeichnung (von links): Wilfried Schumacher, Renate Franke, Frieda Schumacher, Inge Habicht, Günter Lange (AWO Südlengern), Paul-Jürgen Zuleger (Vorsitzender AWO Südlengern) und AWO-Kreisvorsitzender Norbert Wellmann.
Seltene Auszeichnung (von links): Wilfried Schumacher, Renate Franke, Frieda Schumacher, Inge Habicht, Günter Lange (AWO Südlengern), Paul-Jürgen Zuleger (Vorsitzender AWO Südlengern) und AWO-Kreisvorsitzender Norbert Wellmann. Foto: Hilko Raske

»Dass jemand für eine derart lange Mitgliedschaft geehrt wird, erlebe ich das erste Mal«, sagt Norbert Wellmann, Vorsitzender des AWO-Kreisverbandes Herford. Und auch Paul-Jürgen Zuleger, Vorsitzender des AWO-Ortsverbandes Südlengern, hat bislang noch nie eine Ehrenurkunde und -nadel für 70 Jahre Zugehörigkeit bei der AWO überreicht.

Seit zwei Jahren im Altenheim

Seit zwei Jahren lebt Frieda Schumacher im Rödinghauser Seniorenhaus »Habitat zur Wehme«. Dort gab es für die Gäste – neben Vertretern der Arbeiterwohlfahrt auch Sohn Wilfried Schumacher sowie die Nichten Inge Habicht und Renate Franke – anlässlich der Ehrung gestern nicht nur Kaffee und Kuchen, sondern auch ein Gläschen Sekt.

Im März 2015 habe Frieda Schumacher ihr Domizil im Habitat aufgeschlagen, erzählt ihr Sohn Wilfried. »Sie hat ihr Leben lang niemals klein beigegeben, auch nicht, als mein Vater bereits 1974 verstarb«. In Südlengern geboren und mit ihren drei Schwestern Lisa, Maria und Thea aufgewachsen, erlernte die junge Frieda das Handwerk der Zigarrenmacherin.

Das Jawort gaben sich Frieda und Willi Schumacher in den Kriegsjahren. Gemeinsam mit ihrem Mann und auch als Witwe hatte sie viele Jahre am AWO-Kindergarten Südlengern gewohnt, bevor sie 1982 eine Eigentumswohnung bezog. Ehemann Willi war lange Zeit Vorsitzender des AWO-Ortsvereins Südlengern.

Die Seniorin erfreut sich guter Gesundheit. Allerdings: Das Hören fällt ihr schwer. Dennoch ist sie sehr vergnügt. Blumen waren und sind eine echte Liebhaberei der alten Dame. Bei der Gartenarbeit blühte stets ihre Freude auf. Zudem hat sie auch leidenschaftlich gerne gestrickt. »Handarbeiten hat sie immer gemocht. Das geht jetzt allerdings nicht mehr«, erzählt Renate Franke

Viele Angebote für Senioren

Gerade um ältere Menschen bemühe sich die AWO Südlengern, sagt Paul-Jürgen Zuleger. Genau 198 Mitglieder habe der Ortsverein, darunter viele Senioren. »Speziell für sie bieten wir beispielsweise einmal im Montag unser ›Freitagsfrühstück‹ im AWO-Zentrum Schimmelkamp in Südlengern-Dorf an. Viele der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind schon über 80 Jahre.« Derartige Angebote seien für Senioren sehr wichtig. »Hier können sie sich unterhalten, Neuigkeiten austauschen und Kontakte pflegen.« Daneben gebe es alle zwei Monate »Kino und Kuchen«. Dahinter verbirgt sich ein Busfahrt zum Kino in Spenge. »Wir sprechen vorher mit den Teilnehmern ab, ob ihnen das Filmangebot zusagt und organisieren dann die Gemeinschaftsfahrt«, so Zuleger. Regelmäßig bis zu 20 Senioren würden an dieser Veranstaltung teilnehmen.

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