Pachtvertrag für »Joe’s Diner« läuft zum Jahresende aus Beliebter Imbiss muss wohl umziehen

Rödinghausen (WB). Auf den ersten Blick haben die Bünder Straße in Rödinghausen und die Route 66 in den USA wenig gemeinsam. Betreten Gäste aber das rote Holzhaus von »Joe’s Diner« sind die Vereinigten Staaten zum Greifen nahe – doch eventuell muss der beliebte Imbiss bald den Standort wechseln.

Von Niklas Krämer
Das rote Holzhaus von »Joe´s Diner« an der Bünder Straße 138 hat zwölf Sitzplätze. 2011 hat es Jürgen Giljohann alleine in Handarbeit aufgebaut. Ab kommenden Jahr muss sich der Betreiber wohl einen neuen Standort für seinen Gastrobetrieb suchen.
Das rote Holzhaus von »Joe´s Diner« an der Bünder Straße 138 hat zwölf Sitzplätze. 2011 hat es Jürgen Giljohann alleine in Handarbeit aufgebaut. Ab kommenden Jahr muss sich der Betreiber wohl einen neuen Standort für seinen Gastrobetrieb suchen. Foto: Niklas Krämer

Inhaber Jürgen Giljohann lebt seinen amerikanischen Traum in der Wiehengemeinde. »Ich versuche, Amerika nach Deutschland zu holen«, sagt der 59-Jährige. Er bietet nicht nur original amerikanische Burger, sondern auch die passende Atmosphäre in seinem Imbiss, der genauso an einem viel befahrenen Highway in der Prärie stehen könnte. Sein Konzept kommt bei den Kunden gut an.

»Der Trend geht von den großen Ketten zu den kleinen, individuellen Restaurants«, sagt Jürgen Giljohann. Seine Kundschaft kommt nicht nur aus dem näheren Umkreis, sondern auch aus Herford, Bielefeld und Osnabrück. »Viele kommen gezielt hier hin«, sagt Giljohann.

Demnächst müssen die Kunden wohl ein neues Ziel ins Navi eingeben, um in »Joe’s Diner« zu speisen. Denn Ende des Jahres läuft der Pachtvertrag für das Grundstück aus und eine Verlängerung ist nicht absehbar. »Dass ich ganz aufhören werde, schließe ich aber aus«, sagt Jürgen Giljohann. In welcher Form er weitermachen wird, ist noch unklar – auch der Umzug in eine größere Räumlichkeit ist möglich. »In dieser Gegend bleibe ich aber auf jeden Fall.«

»Rödinghausen erinnert mich an die Rocky Mountains«

Dass er 2011 »Joe’s Diner« am Wiehen eröffnet hatte, war kein Zufall. »Rödinghausen erinnert mich an die Rocky Mountains – auch deshalb habe ich den Standort gewählt«, erläutert Giljohann. Tatsächlich haben Besucher, wenn sie aus dem Holzhaus schauen, einen Blick auf weiträumige Wiesen und die hügelige Landschaft des Wiehengebirges. »Und genau diese weitläufigen Landschaften machen für mich die USA aus«, erklärt er seine Vorliebe.

Das rote Holzhaus hatte Giljohann vor fünf Jahren in Eigenregie gebaut. Seitdem führt er den Imbiss alleine. Nur der 59-Jährige kennt das Geheimnis beim Burger braten, das die Fleischbrötchen so authentisch amerikanisch macht. »Das verrate ich auch niemandem.«

Nur so viel: Giljohann achtet darauf, wo die Zutaten herkommen. Er benutzt keine künstlichen Konservierungs- oder Zusatzstoffe, täglich wird alles frisch zubereitet. »Dazu gehören Salate, Saucen oder auch Brötchen«, erklärt der selbsternannte Perfektionist.

Küchenchef weiß, wie amerikanische Küche funktioniert

Gebraten wird über einer offenen Flamme oder mithilfe einer Bratplatte. Besonders wichtig ist für Giljohann die Qualität seiner Burger: »Deshalb gibt es keine telefonische Vorbestellungen.«

Der Küchenchef weiß, wie amerikanische Küche funktioniert. Mehrere Jahre leitete er zusammen mit ehemaligen amerikanischen Kameraden ein Restaurant in Denver, der Hauptstadt des US-Bundesstaates Colorado. Dieses trug den Namen »The Celtic Cavern« und wurde zur Erfolgsgeschichte, als nur einen Block weiter ein Baseballstadion gebaut wurde. »Das war unser Riesenglück«, meint der Amerika-Fan, der die englische Sprache fehlerfrei beherrscht.

Kreativität beweist der 59-Jährige, wenn es um die Namensgebung seiner Burger geht. Diese tragen Namen wie »Betty«, »Tony« oder »Al«. »Sie sollen schließlich keine Ähnlichkeiten mit denen der Konkurrenz haben.« Der »Big Juicy Lucy« ist der Größte auf der Speisekarte: Der Burger ist doppelt mit gegrilltem Rindfleisch gestapelt und besteht aus vier verschiedenen Käse-Sorten. »Der hungrige Mann sollte davon satt werden«, scherzt Jürgen Giljohann.

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