Kreis Herford lehnt Umnutzung des »Rüschener Hof« ab Kein Swingerclub in Bieren

Rödinghausen (WB). Für die Kaufinteressenten ist es eine Enttäuschung, die Lokalpolitiker werden es mit Befriedigung zur Kenntnis nehmen: Der Kreis als zuständige Genehmigungsbehörde lehnt den Bauantrag für Umbau und Erweiterung des Rüschener Hofes ab.

Von Rainer Grotjohann
Die Pläne eines Paares aus Hamm, im Landgasthof Rüschener Hof in Rödinghausen einen Swingerclub einzurichten, dürften sich erledigt haben. Der Kreis Herford will den Bauantrag für die »Erlebnisgastronomie für Erwachsene« nicht genehmigen.
Die Pläne eines Paares aus Hamm, im Landgasthof Rüschener Hof in Rödinghausen einen Swingerclub einzurichten, dürften sich erledigt haben. Der Kreis Herford will den Bauantrag für die »Erlebnisgastronomie für Erwachsene« nicht genehmigen. Foto: Rainer Grotjohann

Damit dürften sich die Pläne eines Paares aus Hamm, in dem Landgasthof einen Swingerclub einzurichten, erledigt haben.

Der Kreis Herford hat die eingereichten Veränderungspläne als einen Antrag auf Nutzungsänderung gesehen und auch so behandelt. Die so genannte »Erlebnisgastronomie für Erwachsene«, die dort geplant war, wäre nicht mit dem zu vergleichen gewesen, was eine »normale« Gastronomie ausmache, nämlich Speisen, Trinken, Feiern.

Die geplante Nutzung entsprach aus Sicht der Behörde dem einer Vergnügungsstätte. Und: Vergnügungsstätten gehören laut Baurecht in Kern- oder Gewerbegebiete und nicht in den Außenbereich einer Kommune. Damit war der Bestandsschutz, den der Landgasthof mit Hotelbetrieb genossen hätte, nicht gegeben.

Letztlich zur Ablehnung aber dürfte geführt haben, dass die Kaufinteressenten und Club-Betreiber in spe bauliche Änderungen beantragt hatten, die in einem Landschaftsschutzgebiet aus Sicht des Kreises nicht genehmigungsfähig waren. So sollten, wie berichtet, im von der Hansastraße abgewendeten hinteren Bereich ein Swimmingpool und eine Hütte entstehen. Darüber hinaus wollte das Paar aus Hamm einen Sichtschutzzaun um das Areal hochziehen lassen und Wohnmobilstellplätze schaffen.

Moralische Erwägungen spielten keine Rolle bei Entscheidung.

Gegen eine Genehmigung habe auch gesprochen, hieß es gestern aus dem Kreishaus, dass die Antragsteller um die 250 Besucher pro Tag prognostiziert hätten. Für ein Verkehrsaufkommen dieser Größenordnung reichten die auf dem Grundstück vorhandenen Pkw-Stellflächen nicht aus.

Moralische Erwägungen irgendwelcher Art hätten bei der Prüfung des Antrages kein Rolle gespielt und auch nicht spielen dürfen, betonten Sprecher der Behörde gegenüber dieser Zeitung.

Das hatten Rödinghausens Lokalpolitiker anders gesehen. Sie hatten das so genannte »gemeindliche Einvernehmen« mit der Planung verweigert. Tenor aller Äußerungen im Gemeindeentwicklungsausschuss und im Rat: »Wir wollen keinen Swingerclub!«

Und ein Ratsmitglied hatte sogar behauptet, die Bezeichnung als Swingerclub sei nur Tarnung. In Wirklichkeit gehe es um Prostitution. Das Paar aus Hamm wehrte sich dagegen, ein Swingerclub habe mit dem Rotlichtmilieu nichts zu tun.

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