Elterninitiative fordert Dreizügigkeit der Städtischen Realschule Löhne Der Platz reicht nicht aus

Löhne (WB). Die Städtische Realschule erfährt momentan einen großen Zulauf: Zahlreiche Eltern wollen ihre Grundschüler anmelden. Zu viele. Die Zweizügigkeit wird zu einem Problem. Für die Anmeldungen gibt es keine verbindliche Zusage. Nun hat sich eine Elterninitiative gegründet.

Von Angelina Zander
Für die Städtische Realschule Löhne sind zum Beginn des Schuljahres 2018/19 zwei fünfte Klassen vorgesehen. Nach den Anmeldungen in der vergangenen Woche zeichnet sich aber ab, dass diese dem aktuellen Bedarf nicht mehr gerecht werden.
Für die Städtische Realschule Löhne sind zum Beginn des Schuljahres 2018/19 zwei fünfte Klassen vorgesehen. Nach den Anmeldungen in der vergangenen Woche zeichnet sich aber ab, dass diese dem aktuellen Bedarf nicht mehr gerecht werden. Foto: Katharina Prüßner/Archiv

Andrea Leding ist entsetzt: Ohne eine Vorahnung sei sie am vergangenen Dienstag in die Städtische Realschule gegangen, um ihren Sohn für die weiterführende Schule anzumelden. Im Sekretariat habe man ihr dann jedoch gesagt, dass die Anmeldung nicht sicher bestätigt werden könne. »Als Grund nannte man mir die Zweizügigkeit«, sagte Andrea Leding im Gespräch mit dieser Zeitung.

Bislang sind etwa 80 Anmeldungen eingegangen

Zwei ältere Töchter habe sie bereits in der Vergangenheit an weiterführenden Schulen angemeldet und nie Probleme gehabt. »Dass ich in so eine Situation komme, habe ich letzte Woche nicht gedacht.« Nach Informationen von Andrea Leding und Beatrix Becker, die als Dezernentin unter anderem für den Bereich Schule bei der Stadt verantwortlich ist, sind bis Freitag etwa 80 Anmeldungen eingegangen. Für Andrea Leding erfordert dies eine Dreizügigkeit. Auch, weil die Realschule Inklusionsklassen mit besonderer Betreuung anbietet.

Sie sieht ihr Recht auf eine freie Schulwahl für ihren Sohn verletzt: »Es wird eine Informationsveranstaltung organisiert, bei der sich jede Schule vorstellt. Dann sollen die Eltern und die Schüler selbst entscheiden, welche Schule das Kind besuchen soll.« Dies sei aufgrund der »Anmeldeflut« an der Realschule nun jedoch nicht mehr möglich. Nach den aktuellen Zahlen müsse ein Drittel der Grundschüler abgewiesen werden.

Andrea Leding will dies aber nicht hinnehmen. »Mein Sohn hat zum ersten Mal Zukunftsangst erlebt. Dieses Gefühl eines Kindes finde ich beängstigend«, sagte sie. Aufgrund dessen habe sie sich in der vergangenen Woche an die Eltern der Grundschulen Löhne-Obernbeck, Löhne-Ort und Löhne-Bahnhof gewandt. Die große Resonanz, die sie auf ihr Anliegen bekam, habe sie nicht erwartet.

Brief an Bürgermeister, Schulamt und Ratsfraktionen

Daraus sei die Idee einer Elterninitiative entstanden, die sich bereits zwei Mal zu Gesprächen getroffen hat. Daraus resultierte zum eine Unterschriftenliste, die am Montag an alle Eltern von drei Grundschulen verteilt worden war. Außerdem verfassten die Klassenpflegschaftsvorsitzenden einen Brief, den sie am Dienstag an Bürgermeister Bernd Poggemöller, die Ratsfraktionen, Beatrix Becker und Schulamtsleiterin Barbara Steffen schickten.

Darin schilderten die Eltern ihr Anliegen, eine Dreizügigkeit an der Städtischen Realschule einzurichten. Morgen wollen sich die Eltern zu einer Versammlung auf dem Schulhof der Realschule treffen, um deutlich zu machen, »dass alle Eltern ernst genommen werden wollen«, erklärte Andrea Leding.

Andere Schulen durch Dreizügigkeit gefährdet

Bernd Poggemöller bezog bereits gestern auf Nachfrage dieser Zeitung Stellung zu der Anfrage: »Für jede Schule ist erst einmal eine Zügigkeit festgelegt. Wenn von dieser bei der Realschule abgewichen wird, würde das andere Schulen unter Druck setzen.«

Darauf verwies auch Beatrix Becker, die betonte: »Wir müssen immer die gesamte Schullandschaft im Blick behalten.« Man könne an der Realschule nicht einfach eine Dreizügigkeit erlauben, wenn dies andere Schulen gefährde, da diese daraus resultierend zu wenig Schüler hätten. Aktuell sind an der Gesamtschule sowie dem Gymnasium vier fünfte Klassen vorgesehen, an der Goethe-Realschule und der Städtischen Realschule lediglich zwei Einstiegsklassen.

Bernd Poggemöller räumte ein, dass in der Vergangenheit bereits eine Dreizügigkeit zugelassen worden sei. »Das können wir aber nicht alleine entscheiden. Es erfordert eine höhere Ausstattung mit Lehrern. Das muss die Bezirksregierung entscheiden«, sagte er. Nach der offiziellen Anmeldephase müsse zunächst eine Bestandsaufnahme der Anmeldungen durchgeführt werden. Daraus würden dann weitere Schritte abgeleitet werden. »Wir werden in der nächsten Woche Gespräche mit den Schulleitungen führen«, stellte Beatrix Becker in Aussicht. Das Problem sei bereits bekannt.

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