WBL-Leiter Georg Busse wechselt zum 21. Februar in die Nachbarkommune Tschüss, Löhne – hallo, Bad Oeynhausen

Löhne  (WB). Sein Büro bei den Wirtschaftsbetrieben ist nahezu leer geräumt. Nur die betrieblichen Akten stehen noch im Regal – für seinen Nachfolger. »Und den Bürostuhl nehme ich auch mit«, sagt Georg Busse (54) und lacht. Am Mittwoch saß er noch als Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters und kaufmännischer Leiter der Wirtschaftsbetriebe Löhne (WBL) im Löhner Stadtrat. Zum letzten Mal.

Von Sonja Gruhn
Die letzten Stunden in seinem Büro bei den Wirtschaftsbetrieben Löhne: Bis auf die betrieblichen Akten und das Inventar ist alles ausgeräumt. Nur der Stuhl kommt noch mit, sagt Georg Busse an seinem letzten Tag, den er für die Stadt Löhne tätig ist.
Die letzten Stunden in seinem Büro bei den Wirtschaftsbetrieben Löhne: Bis auf die betrieblichen Akten und das Inventar ist alles ausgeräumt. Nur der Stuhl kommt noch mit, sagt Georg Busse an seinem letzten Tag, den er für die Stadt Löhne tätig ist. Foto: Sonja Gruhn

Denn, wie mehrfach berichtet, wechselt Georg Busse nach Bad Oeynhausen und wird dort bereits kommenden Mittwoch als Erster Beigeordneter der Ratssitzung beiwohnen. Während seiner letzten Sitzung in Löhne wurde er offiziell verabschiedet:

»Nach fast 35 Jahren geht nun eine kleine Ära zu Ende. Aber jammern ist nicht angezeigt, auch wenn ich mir interkommunale Zusammenarbeit durchaus anders vorgestellt habe«, sagte Bürgermeister Bernd Poggemöller scherzhaft. Bad Oeynhausen bekomme mit Georg Busse eine hoch qualifizierte und souveräne Fachkraft.

Herkulesaufgabe gemeistert

Von den vielen Projekten, die Georg Busse begleitet hat, hob Poggemöller zwei hervor: »Die Wirtschaftsbetriebe zu dem zu machen, was sie heute sind, war eine Herkulesaufgabe. Und das Konzessionsverfahren Strom und Gas für Löhne zu einem guten Ende zu bringen, erforderte Fachwissen über das normale Maß hinaus«, sagte Poggemöller unter anderem. Er wünschte dem Hobby-Segler immer »eine Handbreit Wasser unterm Kiel« und überreichte ihm seine Entlassungsurkunde.

Der Abnabelungsprozess sei ihm zum Schluss nicht ganz leicht gefallen, hatte Busse während seiner letzten Ratssitzung in Löhne zugegeben. »Ich gehe auch mit einem weinenden Auge, aber wenn man sich fortentwickeln möchte, gehört das dazu. Und dafür bitte ich um Verständnis«, gingen seine Worte in Richtung der Ratsmitglieder, bevor er kurz einen amüsanten Rückblick auf seinen Werdegang gab. So habe er ursprünglich Maschinenbau studieren wollen, schon eine Ausbildungsstelle in Aussicht gehabt und eigentlich gar nicht in die Verwaltung gewollt.

Kampferprobt für die Stadt Löhne

»Mein Bruder sagte: ›Wenn Du zur Stadt gehst, brauchst Du nie wieder zu arbeiten­‹. Das hat sich aber nicht ganz bewahrheitet«, sagte Busse. Dennoch sei er froh gewesen, den Schritt gegangen zu sein. Durch seine Zeit bei der Bundeswehr sei er kampferprobt gewesen: »Das muss man bei der Stadt Löhne auch sein«, sagte der gebürtige Löhner mit einem Augenzwinkern. Insgesamt war er nun 33,5 Jahre für die Löhner Verwaltung tätig.

»Besonders wichtig waren für mich die ersten sechs Jahre im Sozialamt. Da lernt man etwas fürs Leben.« Aus seiner Tätigkeit dort, bei der er von 1991 bis 1993 auch stellvertretender Amtsleiter war, wechselte Busse nahtlos zum Hoch- und Tiefbauamt, ebenfalls als stellvertretender Leiter, bevor er 1998 zu den Wirtschaftsbetrieben ging, die er zunächst gemeinsam mit Kollegen, später dann allein leitete.

»Behandeln Sie den Bürgermeister pfleglich«

»Ich bin froh, dass die Stadt Löhne meinen Werdegang ohne Parteibuch ermöglicht hat. Ich weiß, dass der Bürgermeister darauf nicht guckt. Das macht ein gutes Miteinander in der Verwaltung möglich«, betonte Busse und fügte ebenfalls an die Ratsmitglieder gewandt hinzu: »Wir haben hier in Löhne einen sehr guten Bürgermeister. Behandeln Sie ihn pfleglich. Gutes Führungspersonal ist rar, das sieht man auch mit Blick auf Berlin.«

Im Gespräch mit dieser Zeitung ging Busse noch auf weitere Punkte ein, die ihm besonders wichtig sind. So war er nach dem Mauerfall an der »Aufbauhilfe Ost« im Sozialamt des Landkreises Röbel beteiligt. »Dort sind noch immer private Freundschaften vorhanden«, sagt er. Parallel studierte er an der Verwaltungs-Akademie OWL.

Gut für neue Aufgabe aufgestellt

Neben zahlreichen weiteren nebenberuflichen Tätigkeiten, unter anderem an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, war Busse als Referent des Transform-Beratungsprogramms auch in Moskau und Odessa. »Ein Dozent war ausgefallen. Ich hatte nur vier Wochen Zeit, mich vorzubereiten. Dort habe ich Einblicke bekommen, die man sonst nicht auf kommunaler Ebene in kleineren Kommunen bekommt.«

Mit seinen Erfahrungen sieht sich Georg Busse ganz gut für seine neue Aufgabe aufgestellt. »Ich gehe davon aus, dass die Bad Oeynhausener Verwaltung ähnlich funktioniert.«

Zur Person

Georg Busse ist verheiratet und hat zwei Kinder (29 und 23 Jahre). Er besuchte die Grundschule Mennighüffen-Ost, dann die Städtische Realschule Löhne und bestand am Immanuel-Kant-Gymnasium Bad Oeynhausen sein Abitur. Seit September 1987 war er bei der Stadt Löhne tätig, unter anderem als Kämmerer, zudem von 1998 bis 2008 sowie von 2013 bis 2018 bei den Wirtschaftsbetrieben Löhne.

Außerdem ist Georg Busse bis heute unter anderem Geschäftsführer der Aqua Magica GmbH und in der Geschäftsführung der Gasnetz Löhne Verwaltungs-GmbH tätig, zudem kaufmännischer Betriebsführer des Wasserbeschaffungsverbandes »Am Wiehen«.

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