Ingo Appelt begeistert in Löhne mit neuem Programm Der schmale Grat der Comedy

Löhne (WB). Die Themenfelder, die Ingo Appelt vor ausverkauftem Saal in der Löhner Werretalhalle angeschnitten hat, waren vielfältig. Er erzählte von Politik, Männern und Frauen, Comedians, Musikern und letztlich über Sexismus. Das Publikum war in Ekstase.

Von Angelina Zander
Am Klavier feiert Ingo Appelt sein Finale: Mit einer Imitation von Herbert Grönemeyer und eigenen Interpretationen verabschiedet sich der Comedian aus der Werretalhalle in Löhne.
Am Klavier feiert Ingo Appelt sein Finale: Mit einer Imitation von Herbert Grönemeyer und eigenen Interpretationen verabschiedet sich der Comedian aus der Werretalhalle in Löhne. Foto: Angelina Zander

Jeder Witz ein Treffer –  Ingo Appelt wusste die Zuschauer gekonnt zu begeistern. Das bestimmende Thema des Abends: Männer sind nur die Dienstleister der Frauen.

Appelt hatte ein Bühnenprogramm kreiert, das sich in Teilen explizit an die Damen im Raum richtete. »Der Mann fühlt sich überflüssig. Warum? Weil er es ist.« Eine klare Aussage an die Männerwelt. Das Bild hat sich nach Ansicht von Ingo Appelt gewandelt: Im Fernsehen seien starke Frauen zu sehen, die Häuser renovieren. Die Männer stünden nun am Kochtopf.

Ingo Appelt spricht bissig über die Große Koalition

Und Ingo Appelt ging noch einen Schritt weiter: »Männer sind wie Hunde: Wenn man zu gut zu ihnen ist, fühlen sie sich besonders. Und drehen durch.« Lautes Gelächter im Zuschauerraum, doch der Comedian setzte seinen Zug gegen die Männer fort. Die perfekte Mischung eines Mannes für eine Frau sei die Kombination aus Macho und Weichei: »Also ein Matschei.« Spätestens hier hatte Ingo Appelt alle Frauen im Publikum auf seiner Seite.

Doch das Blatt wendete sich im Handumdrehen. Hatte er gerade noch von Männern als Dienstleister der Frauen gesprochen, leitete er fast unbemerkt zum großen Thema Politik über. Gewohnt bissig sprach Ingo Appelt über die Große Koalition (GroKo). Martin Schulz, erklärte er, vollbringe den Messias rückwärts: »Er ist erst auferstanden, dann gestorben, und jetzt wird er von Frank Walter Steinmeier an das Kreuz der GroKo genagelt, das er jetzt alleine tragen muss«, beschreibt Ingo Appelt die Wirren um die GroKo.

Zynisch, sarkastisch und durchaus unter der Gürtellinie bewegte sich der Comedian in seinem Programm. Aber: Die Zuschauer waren außer sich vor Freude.

Der Rechtsradikalismus war ebenfalls ein bestimmendes Thema seines neuen Programms. Rechtsradikale, Flüchtlinge und die Integration von Männern beschrieb Ingo Appelt mit eindrücklichen Beispielen und immer gerade an der Grenze zum Unaussprechlichen.   Von der Integration der Flüchtlinge und dem Thema der Rechtsradikalen gelang ihm der erneute Übergang zu den in seinen Augen primitiven Männern ohne Benehmen.

Aufgeregte Schreie und Gelächter im Publikum

Während vor der Pause die Politik eine große Rolle spielte, gelangte der Comedian im zweiten Teil schnell zu seinem Steckenpferd zurück. »Wie sind wir da nur wieder hingekommen«, fragte er ironisch, als die Sexismus-Debatte begann.

Und doch schien er den Frauen im Saal aus der Seele zu sprechen. Aufgeregte Schreie und Gelächter bewiesen, dass Ingo Appelt mit seinen Unterstellungen und Beobachtungen die Frauenwelt eindrucksvoll beschreiben konnte. Immer ein bisschen zu viel, aber gerade so, dass die Zuschauer noch ausgelassen darüber lachen konnten. Zum Thema Spitznamen in der Beziehung fand der Comedian ein treffendes Beispiel: »Männer kommen niemals ungeschoren davon. Sie sind ein wandelnder Streichelzoo. Schatzi: Das ist die Kombination aus Schaf und Ziege.«

Zum Finale setzte sich Ingo Appelt in bewährter Manier an sein Klavier und imitierte Herbert Grönemeyer. Bereits seine Parodien von Mario Barth, Dieter Nuhr, Til Schweiger und Angela Merkel waren zum Verwechseln gut gelungen. Mit einem eigenen Lied verabschiedete Ingo Appelt sich in rotes Licht getaucht am Klavier sitzend von seinem Publikum in der Werretalhalle.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.