Lesepremiere in Löhne: Matthias Löwe stellt mehr als 70 Zuhörer seinen neuen Roman vor Stadtbücherei im »Almfieber«

Löhne (WB). Eine Blutlache zuerst nur in der Küche. Dann eine Blutspur, die sich durch die Wohnung zieht – aber überraschend vor dem Arzneimittelschrank im Badezimmer endet: Was nach einem Horror-Einstieg klingt, beschreibt zunächst nur eine Verletzung des Protagonisten. Aber das große Grauen kommt im Anschluss noch.

Von Gabriela Peschke
Zur Premierenlesung in der Löhner Stadtbibliothek gibt Autor Matthias Löwe eine humorvolle Einführung in seinen neuen Kriminalroman »Almfieber«.
Zur Premierenlesung in der Löhner Stadtbibliothek gibt Autor Matthias Löwe eine humorvolle Einführung in seinen neuen Kriminalroman »Almfieber«.

Bereits mit den ersten Zeilen zieht Krimiautor Matthias Löwe seine Zuhörer in den Bann. Bei gedimmten Licht sitzen die mehr als 70 Gäste dem Autor gegenüber und erwarten gespannt, in welchen Fall Ermittler Bröker im vierten Roman hineingezogen wird.

Denn in den drei Vorläufergeschichten, die Matthias Löwe in seine zeitweise Wahlheimat Bielefeld verortet, hat der leidenschaftliche Hobby-Kriminologe Bröker mit seinen Mitstreitern bereits skurrile Mordfälle aufgedeckt. Diesmal geht es für den Protagonisten noch um mehr: um Ruhm und Ehre seines Fußballvereins. Denn dieser Club, kein geringerer als Arminia Bielefeld, gerät durch den mysteriösen Tod eines Spielers in Verruf. Da kann der genussfreudige Privatier nicht tatenlos zusehen.

Professor für Mathematik

»Es ist eine besondere Ehre, dass die Lesepremiere für meinen neuen Kriminalroman genau dort stattfindet, wo ich als Kind meine ersten Bücher ausgeliehen habe«, sagte Matthias Löwe zu Beginn der Lesung. Denn der gebürtige Löhner, der seit fünfzehn Jahren als Professor für Mathematik an der Universität in Münster unterrichtet, hat die Leidenschaft fürs Gedruckte schon früh für sich entdeckt.

»Ich habe immer gern gelesen. Und der Vater von Kirsten Beul war mein erster Book-Dealer in Löhne«, ergänzte er augenzwinkernd. Kirsten Beul ist Inhaberin der Buchhandlung Dehne.Er dankte ihr für die Kooperationsveranstaltung mit der Stadtbücherei. Dass die Literatur neben der Zahlenwelt sein zweites Zuhause ist, daraus macht der Mathematikprofessor kein Geheimnis.

Inspiration am Lago Maggiore

Bevor er 2011 mit einer Co-Autorin die ersten Krimis veröffentlichte, hatte er im Internet publiziert. Bücher liest er selbst gerne. »Allein im vergangenen Jahr habe ich 145 Bücher und Hörbücher ›konsumiert‹, sagte Löwe. »Die Hälfte davon waren Krimis.« Für seinen eigenen neuen Krimi sei der Inhalt in wenigen Wochen im vergangenen Sommer entstanden. »Im Rahmen einer Konferenz am Lago Maggiore.«

In Löhne ließ Matthias Löwe bei der Lesung mit viel Herz und Humor seinen Helden Bröker lebendig werden. Zum Beispiel als genussfreudigen Ostwestfalen in einer Tapas-Bar, wo er mit dem holländischen Polizeipsychologen nicht nur den Schinken teilt, sondern auch über »orthogonales Denken in der Kriminologie« räsoniert. Witzig sind die Dialoge, nonchalant wirkt der nachempfundene holländische Akzent des Autors, als er den Mann im Nadelstreifenanzug als »Zebra auf Diät« beschreibt.

Signierstunde im Anschluss

Wie hitzig es in »Almfieber« weiter zugeht, dafür gab es nach der Lesepremiere mit einer »Spielzeit« von zweimal dreißig Minuten noch genügend Raum für Spekulation.

Und wer am Freitagabend »Blut geleckt« hatte, der konnte anschließend signierte Ausgaben des etwa 400-Seiten starken Paperbacks erwerben. »Das wird meine Nachtlektüre«, sagte Besucherin Barbara Zirkowa in der Pause – und spekulierte bereits auf einen Nachfolgeband.

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