Ausstellung »Paare in der Kunst der Moderne« in Obernbeck eröffnet Verschiedene Seiten der Zweisamkeit

Löhne (WB). Sie zeigt eine eindrucksvolle Vielfalt künstlerischer Auseinandersetzungen: die Ausstellung mit dem Titel »Paare in der Kunst der Moderne«, die derzeit im Gemeindehaus in Obernbeck zu sehen ist. Mit einem Einführungsvortrag hat Rolf Wefelmeier vom Galerieteam bei der Eröffnung den ersten Zugang zu den Werken geebnet.

Von Gabriela Peschke
Rolf Wefelmeier hat die Ausstellung »Paare in der Kunst der Moderne« mit einem ausführlichen Vortrag eröffnet. Anschließend erhielten die Gäste die Gelegenheit, Werke, wie das von Max Ernst, selbst zu entdecken.
Rolf Wefelmeier hat die Ausstellung »Paare in der Kunst der Moderne« mit einem ausführlichen Vortrag eröffnet. Anschließend erhielten die Gäste die Gelegenheit, Werke, wie das von Max Ernst, selbst zu entdecken. Foto: Gabriela Peschke

Wie groß das Interesse an der Schwerpunktausstellung war, ließ sich bereits eine halbe Stunde vor Beginn an den Stühlen abzählen: 110 besetzte Plätze, Weitere wurden dazu geholt. »Es macht uns stolz, dass unsere Arbeit so angenommen wird«, freute sich Margret Wefelmeier. Sie dankte der Kirchengemeinde für das große Vertrauen, das sie den Initiatoren für dieses Projekt entgegengebracht habe.

Bilderschau zeigt 16 Nachdrucke von Werken namhafter Künstler

Denn Rolf und Margret Wefelmeier, die sich durch vorherige Reproduktionsausstellungen in dem Galeriegang des Gemeindehauses bereits sehr verdient gemacht haben, wagen sich mit dem jetzigen Themenschwerpunkt in einen Bereich vor, der, wie Margret Wefelmeier sagte, auch »unchristliche Gemälde« einschließe. Die aktuelle Ausstellung zeigt 16 Nachdrucke von Werken namhafter Künstler, die Paare in unterschiedlichen Lebenssituationen abbilden. Diese reichen vom golddurchwebten Jugendstilbild von Gustav Klimt mit dem Titel »Der Kuss«, über die sogenannte neue Sachlichkeit mit der Otto Dix unter anderem seine vom Leben gezeichneten Eltern ins Bild bringt, bis zum Abstrakten des Surrealismus: Max Beckmanns »Es lebe die Liebe« aus dem Jahr 1923 zeigt ein berstendes Tongefäß, in dem ein eng umschlungenes Paar gefangen zu sein scheint.

Von Peter August Böckstiegel bis Pablo Picasso

In der Auswahl der Künstler finden sich auch andere große Namen wie Peter August Böckstiegel, Marc Chagall, Max Ernst oder Pablo Picasso. Sie alle vereint in dieser Ausstellung, wie Rolf Wefelmeier erläuterte, die Auseinandersetzung mit der Zweisamkeit. »Beieinander, miteinander oder füreinander« sei der Ausdruck der Paare im Bild. »Oder eben durcheinander, gegeneinander und schließlich auseinander«, erklärte der pensionierte Schulleiter und leidenschaftliche Kunstfreund.

Beginnend mit dem ältesten Ausstellungsstück, dem 1902 von Pablo Picasso gemalten Bild »Harlekin und seine Gefährtin«, erläuterte Wefelmeier jeweils, wie die Lebensumstände des Künstlers Eingang in den motivischen Ausdruck, die Nuancierung der Farben und letztlich den Titel gefunden haben.

Klarinetten-Ensemble »Caprizzio« unterhält

»Viele ›unserer‹ Künstler werden zeitnah auch von den großen Museen gezeigt«, ergänzte Margret Wefelmeier und verwies auf die anstehende Picasso-Ausstellung in Münster. »Da haben wir im ›kleinen Obernbeck‹ womöglich ahnend etwas Großes vorweggenommen«, fügte sie schmunzelnd hinzu. Musikalisch passend umrahmt wurde der Vortrag vom Klarinetten-Ensemble »Caprizzio« der Musikschule, das unter anderem die Erläuterungen zum Bild »Tanz in Baden-Baden« von Max Beckmann mit einem Tango abrundete.

Mit einem Zitat des russischen Komponisten Dimitri Schostakowitsch stimmte Margret Wefelmeier schließlich die zahlreichen Besucher auf die eigene Betrachtung der Kunstwerke in dem Galeriegang des Gemeindehauses ein: »Kunst gehört allen und niemandem. Denen, die sie erschaffen, und denen, die sie genießen.«

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