»Friederike gratuliert Kyrill« – Feuerwehr Löhne wird zu mehr als 50 Einsätzen gerufen Alarmierungen kommen wie die Böen

Löhne (WB). Mehr als 50 Einsätze hat Sturmtief Friederike den Einsatzkräften der Feuerwehr in Löhne bis zum frühen Abend beschert. Zumeist waren umgestürzte Bäume verantwortlich.

Von Sonja Gruhn
Das Sturmtief Friederike hat in Löhne, an der Ecke Brunnenstraße und Steinsieker Weg, dafür gesorgt, dass eine Tanne entwurzelt wird und auf das Nachbarhaus stürzt.
Das Sturmtief Friederike hat in Löhne, an der Ecke Brunnenstraße und Steinsieker Weg, dafür gesorgt, dass eine Tanne entwurzelt wird und auf das Nachbarhaus stürzt. Foto: Sonja Gruhn

»Es war, als wollte Friederike dem Orkan Kyrill zum 11. Jahrestag gratulieren«, sagte Ralf Krause, Leiter der Feuerwehr Löhne. Denn Kyrill hatte in der Nacht vom 18. auf den 19. Januar 2007 für viel Zerstörung gesorgt.

Die Alarmierung für den ersten Einsatz am Donnerstag war bereits um 11.55 Uhr eingegangen, die zweite folgte um 12.06 Uhr. »Um 12.12 Uhr haben wir dann Vollalarm für die Feuerwehr Löhne ausgegeben und kurz danach die örtliche Einsatzleitung im Feuerwehrhaus an der Brunnenstraße eingerichtet«, sagte Krause. Von dort aus wurden die Einsätze koordiniert. Die Alarmierungen seien quasi wie die Böen gekommen, sagte Krause. 96 Einsatzkräfte der Feuerwehr standen zur Verfügung, acht davon in der Einsatzleitung. Weitere Feuerwehrleute waren entsandt worden, um im Kreisgebiet Hilfe zu leisten. Hinzu kamen etwa 20 Mitarbeiter der Wirtschaftsbetriebe Löhne vom Servicebereich 6.

Hoher Baum drohte ebenfalls umzufallen

In den meisten Fällen waren umgestürzte Bäume und abgerissene Äste die Ursache für die Alarmierungen, aber auch heruntergefallene Dachziegel.

An der Brunnenstraße, Ecke Steinsieker Weg, hatte der Sturm im Garten eines Privathauses eine etwa 20 Meter lange Tanne entwurzelt, die auf das Nachbarhaus gestürzt war. »Meine Frau hat beobachtet, wie der Baum wie in Zeitlupe umkippte«, sagte der Bewohner gegenüber dieser Zeitung.

Nach erstem Augenschein sei das Nachbarhaus dabei nicht erheblich beschädigt worden. Den Zaun an der Grundstücksgrenze hatte es jedoch erwischt. Zudem drohte ein weiterer, sehr hoher Baum, der auf dem Grundstück steht, ebenfalls umzufallen. Diesen sicherten die Feuerwehrleute.

An der Schweichelner Straße waren zwei Bäume auf die Fahrbahn gestürzt, einer davon unmittelbar an einer Kurve. Die Straße wurde kurzzeitig gesperrt, während die Einsatzkräfte die Bäume zersägten. Auch die Flagenstraße musste auf einem Teilstück wegen eines umgefallenen Baumes gesperrt werden. Weil dort noch eine weitere hohe Tanne steht, blieb die Straße vorerst gesperrt.

Feuerwehrleute stärken sich mit kräftiger Suppe

An dem Gebäude eines ehemaligen Möbelhauses am Kaiser-Center kam sogar die Drehleiter zum Einsatz. Dort hatten sich Jalousien gelöst. Gegenüber des Bekleidungshauses Bruno Kleine an der Oeynhausener Straße war ebenfalls ein großer Baum in einem kleinen Waldstück entwurzelt worden. Da dieser aber weder auf die Straße noch auf ein Gebäude zu fallen drohte, entschied die Feuerwehr, dort zunächst nicht weiter tätig zu werden.

Weitere Einsätze gab es unter anderem im Innenstadtbereich an der Lübbecker Straße, an der Ko­blenzer Straße in Höhe des ehemaligen Famila-Marktes sowie am Birkenhain in Mennighüffen. An der Oeynhausener Straße Ecke Königstraße war zudem die Ampelanlage ausgefallen. Insgesamt rückte die Feuerwehr bis 17 Uhr 52-mal aus. Im gesamten Kreisgebiet war es bis 17.30 Uhr zu mehr als 400 Einsätzen gekommen.

Da sich die Lage inzwischen beruhigt hatte, konnte die örtliche Einsatzleitung an der Brunnenstraße um 18.15 Uhr aufgegeben werden – nachdem die Feuerwehrleute sich völlig verdient mit einer kräftigen Suppe gestärkt hatten.

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