Große Vielfalt bei Modelleisenbahn- und Spielzeugbörse in Löhner Werretalhalle Ein Paradies für Sammler

Löhne  (WB). Für viele kleine Jungs war sie früher das Tor zur großen Welt: die Spielzeugeisenbahn. Inzwischen stöbern manche als Väter oder Großväter in den Raritäten der Händler. So auch am Sonntag in der Werretalhalle.

Von Gabriela Peschke
Jeffrey Stein aus Vlotho (rechts) hat das Model eines Motorradpanzers aus dem Zweiten Weltkrieg erstanden. Der 15-jährige sammelt Militaria und hat sein Kettenkrad bei Händler Sven Schweckendiek aus Springe gefunden.
Jeffrey Stein aus Vlotho (rechts) hat das Model eines Motorradpanzers aus dem Zweiten Weltkrieg erstanden. Der 15-jährige sammelt Militaria und hat sein Kettenkrad bei Händler Sven Schweckendiek aus Springe gefunden. Foto: Gabriela Peschke

Er habe selbst als Sammler vor mehr als 30 Jahren angefangen, sagt Organisator Matthias Lübker. Seine erste Tausch- und Sammlerbörse 1988 in Porta Westfalica habe ihm dann den Weg von der persönlichen Leidenschaft zur Professionalität eröffnet. Seit 2015 kommt der Petershagener Veranstalter auch einmal jährlich nach Löhne in die Werretalhalle. Mit dabei sind auch dieses Mal gut 20 Aussteller, darunter Anbieter aus Braunschweig, Osnabrück, Paderborn und Hildesheim gewesen.

Klassisches Ü-50-Hobby wird bedient – mit Ausnahmen

»Manche Interessenten reisen von einer regionalen Börse zur anderen, wenn sie ein ganz bestimmtes Teil suchen«, erzählt er. Daher hat Lübker durchschnittlich einige hundert Besucher pro Veranstaltung. »Je nach Wetter natürlich«, schränkt er ein.

Doch mehr noch als das Wetter habe die Interessenlage der jungen Generation Einfluss auf die Besucherzahlen. »Wir bedienen hier das klassische ›Ü-50-Hobby‹«, sagt er schmunzelnd. »Kinder und Jugendliche ›spielen‹ heute mehr an Handy und PC als an echten Spielsachen«, bedauert er.

Da ist Jeffrey Stein schon eine Ausnahme. Der 15-Jährige aus Vlotho senkt nicht nur den Altersdurchschnitt, er hat auch noch ein echtes Sammler-Hobby. »Mich interessieren Militaria aus dem Zweiten Weltkrieg«, erzählt er und zeigt stolz einen Motorradpanzer, ein sogenanntes Kettenkrad, das er für 25 Euro ermäßigt erstanden hat.

So manche Rarität lässt sich entdecken

Der Verkäufer, Sven Schweckendiek aus Springe, hat noch mehr davon. Sein Stand reicht über viele Tische hinweg. Hier liegt Neues neben Gebrauchtem, und immer mehr Komplettsortimente sowie Einzelteile holt der Händler aus seinen zahlreichen Kartons hervor.

In dem Eisenbahn-Sortiment entdeckt Jürgen Niedermeier aus Löhne unter anderem den Nachbau des historischen »Schürzenwagens« der Deutschen Reichsbahn als Meistermodell des Herstellers Liliput. An anderer Stelle warten Seltenheiten wie die Nachbildung des  BING-Kohlenwagens, ganz aus Eisen und inzwischen beinahe 100 Jahre alt, oder auch zahlreiche winzige Modellbau-Autos im Maßstab 1:87 auf neue Besitzer – in langen bunten Reihen in einem Pappkarton angeordnet.

Historische Automobile machen neben den klassischen Spielzeugeisenbahnen das Hauptangebot der Börse aus. Auch Renate und Horst Kleffmann aus Lübbecke, die zum ersten Mal mit einem Stand dabei sind, bieten zahlreiche Oldtimer-Modelle zum Verkauf, darunter eines komplett aus Holz, das bei seiner stattlichen Größe von mehr als 40 Zentimetern gut drei Kilogramm wiegt.

Einige »Schätzchen« bringen die Besucher auch selbst mit

Einige Besucher haben auch eigene »Raritäten« mitgebracht und suchen den Kontakt zu Händlern. So möchte Ralf Tischer aus Löhne seine Märklin Diesellok 3021 verkaufen: »Ein Geschenk von meinem Vater, über 40 Jahre alt«, erklärt er zu dem Modell, das er in Originalverpackung mitgebracht hat.

Richard Kaczny ist aus Bünde mit seinem Enkel gekommen. »Wir haben einige Häuserzeilen von Faller und eine H0-Bahn, die wir gern weitergeben würden. Der Junge braucht sie inzwischen auch nicht mehr«, sagt er und schaut auf den 19-Jährigen an seiner Seite.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.