Neubau in Mennighüffen könnte bis Ende des Jahres fertig sein Fachmarktzentrum: Bagger rollen wieder

Löhne-Mennighüffen  (WB). Nachdem Anwohner ihre Klagen zurückgenommen haben, tut sich wieder etwas auf dem ehemaligen Knübel-Gelände in Mennighüffen. Wenn alles nach Plan läuft und das Wetter mitspielt, könnte das seit Jahren dort geplante Fachmarktzentrum tatsächlich Ende 2018 fertig sein.

Von Sonja Gruhn
Freuen sich, dass bald mit dem Bau des Fachmarktzentrums Mennighüffen begonnen wird (von links): Miriam und Christian Petzold von Edeka Brinkmann sowie Franziska Viljoen, Prokuristin der Beratungs- und Bauplanungsgesellschaft Profilia.
Freuen sich, dass bald mit dem Bau des Fachmarktzentrums Mennighüffen begonnen wird (von links): Miriam und Christian Petzold von Edeka Brinkmann sowie Franziska Viljoen, Prokuristin der Beratungs- und Bauplanungsgesellschaft Profilia. Foto: Sonja Gruhn

Mit den Planungen hatte die Beratungs- und Bauplanungsgesellschaft Profilia aus Porta Westfalica bereits 2006 begonnen. Doch unter anderem die damit verbundene Veränderung der Verkehrsführung hatte das Vorhaben in die Länge gezogen. »Vom Verfahren her war der Dreh- und Angelpunkt die verkehrliche Erschließung, die so erforderlich ist und nicht anders sinnvoll zu gestalten war«, sagt Franziska Viljoen, Prokuristin bei Profilia und von Beginn an in die Projektplanung eingebunden. »Letzten Endes war dies der Punkt, der den Nachbarn Bauchschmerzen bereitet hat. Aber er findet jetzt Akzeptanz.«

So sehen es auch Christian Petzold und seine Frau Miriam, die den Edeka-Markt Brinkmann, der die größte Einzelfläche im neuen Fachmarktzentrum an der Lübbecker Straße einnehmen wird, gemeinsam betreiben. »Die Kunden fragen fast täglich, wann der neue Markt fertig ist.« Es sei, auch seitens der Kläger, nie um den neuen Markt gegangen. »Den wollen alle. Es ging um die Straßenführung und die Verkehrsbelastung«, fügt Christian Petzold hinzu.

Kosten haben sich erhöht

Die Gesamtinvestition für das Projekt habe sich in einem deutlich sechsstelligen Bereich nach oben bewegt, wie Franziska Viljoen berichtet. »Der Großteil entsteht durch die Baukostensteigerung, die zwischen fünf und zwölf Prozent liegt. Hinzu kommen die Kosten durch das langfristige Verfahren.«

Ausschreibungen laufen

Mit der Rücknahme der Klagen im Juli vergangenen Jahres sei Profilia in Richtung Ausschreibungen, die zuvor teilweise überarbeitet und aktualisiert werden mussten, dann voll durchgestartet. »Wir haben keinen Generalunternehmer. Es wird in Einzelvergabe gebaut. Erd- und Kanalarbeiten sowie die Baureifmachung sind bereits vergeben, ebenso die Rohbauarbeiten. Die Ausschreibung für den Innenausbau läuft noch«, sagt Viljoen.

So rollen inzwischen die Bagger wieder auf dem Baufeld, um den Baugrund zu verbessern und das Gelände durch Aufschüttungen auf ein Niveau zu bringen. »Ab Mitte März sollen die hochbaulichen Arbeiten losgehen. Wir sind im Zeitplan stark witterungsabhängig. Doch wenn alles gut läuft, könnte das Fachmarktzentrum Ende des Jahres fertig sein«, sagt die Prokuristin.

Platz ist knapp

Über diese Nachrichten freut sich die Betreiberfamilie des Marktes besonders, denn es ist schon lange viel zu eng – sowohl auf der Verkaufsfläche als auch für die Anlieferer. »Die Kunden haben sehr großes Verständnis dafür, dass wir auf dieser Fläche nicht alles unterbringen können. Derzeit bestellen wir Ware auch auf Wunsch, dadurch ist aber unser Lager ziemlich voll«, sagt Christian Petzold, der mit der Übernahme des Marktes 2015 auch das Konzept für die Innengestaltung des Neubaus nach seinen Vorstellungen überarbeitet hat.

Dorfmarkt-Charakter

»Die Regalstellung ist geändert worden. Sie war vorher mit einem sehr gezwungenen Kundenlauf. Jetzt wird es ähnlich wie in dem Markt an der Königstraße«, erläutert er. Allerdings soll das Flair anders werden. »Es soll eine Art Dorfmarkt-Charakter durch Holz und dunklere Farben bekommen.« Der Ortsteil Mennighüffen soll darin wiederzufinden sein, beispielsweise durch eine stilisierte Kirche, und somit quasi der Markt der Mennighüffener werden.

Das Sortiment werde angepasst mit etwas anderen Schwerpunkten. »Es wird weiter einen Drogeriebereich geben, ebenso Discountartikel«, sagt Petzold mit Blick auf Aldi, Lidl und Rossmann, die ebenfalls im Fachmarktzentrum einziehen werden. »Unser Fokus liegt aber darauf, wenn der Kunde etwas Schönes und Besonderes sucht, dann findet er das nur bei uns. Wir sehen die anderen dabei nicht zwingend als direkte Konkurrenz.« Die Planungen seien bereits an die ausführenden Firmen für Inneneinrichtung und Kühltechnik gegangen.

Starker Zusammenhalt

Dass bis auf einen künftigen Mieter alle anderen über die Jahre dabei geblieben sind, wertet Franziska Viljoen positiv als »starken Zusammenhalt«: »Alle haben in den Phasen der Unklarheiten zusammengestanden. Dieses wird auch eines der letzten Fachmarktzentren dieser Art in der Umgebung sein.« Für die Betreiber-Familie Petzold sei klar gewesen, dass es länger dauern könnte. »Wir wollten es aber auch machen und eine Perspektive haben. Es ist für uns, die Beteiligten und den Standort Mennighüffen gut«, sagt Christian Petzold. So werde ein zentraler Anziehungspunkt geschaffen. Zudem entstünden dadurch Arbeitsplätze, fügt seine Frau Miriam hinzu.

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