Epiphanias-Konzert Siemshof überzeugt durch anspruchsvolle geistliche Musik Beeindruckendes Programm

Löhne (WB). Pfarrer Jörg Nagel hat sie in seiner Begrüßung als »beeindruckendes Programm« bezeichnet, die Agenda des Epiphanias-Konzerts in der Siemshofer Heilandkirche, die Kirchenmusikdirektor i. R. Wolfram Ellinghaus zusammengestellt hatte. Damit nahm er vorweg, was viele Besucher bestätigten: Das Konzert spannte einen große Bogen durch die Kirchenmusik, mit Chor- und Solopartien, mit Gesang und Instrumentalbeiträgen.

Von Gabriela Peschke
Großes Aufgebot: Das Epiphanias-Konzert in der Siemshofer Heilandkirche gestalten unter anderem zwei Chöre und ein Instrumentalensemble mit Solisten, darunter Thomas Bues an den Pauken. Die Gesamtleitung hat Wolfram Ellinghaus
Großes Aufgebot: Das Epiphanias-Konzert in der Siemshofer Heilandkirche gestalten unter anderem zwei Chöre und ein Instrumentalensemble mit Solisten, darunter Thomas Bues an den Pauken. Die Gesamtleitung hat Wolfram Ellinghaus Foto: Gabriela Peschke

Musikalisch vielseitiger Auftakt

Somit bot das Konzert einen musikalisch vielseitigen Auftakt in das neue Jahr. Von prächtiger Barockmusik von Johann Sebastian Bach und Georg Friedrich Händel über Oratorienauszüge aus Mendelssohns »Elias« und »Paulus« bis hin zu zeitgenössischen Bläserarrangements von Traugott Fünfgeld und Frank Wörschel reichte das Spektrum.

Das große Chorensemble aus Kantorei und Männerchor Oberlübbe-Siemshof wurde dabei von Holz- und Blechbläsern, bisweilen von der Orgel, prächtigen Kesselpauken und einem virtuosen Kontrabass unterstützt. Die Sopranistin Steffanie Patzke aus Wuppertal, dem Publikum noch vom Vorjahr mit ihren strahlenden Soli in Erinnerung, unterstrich auch diesmal mit prächtigen Arien den festlichen Charakter des Konzerts.

Rezitationen aus der Bibel

Thematisch stellte das Epiphanias-Konzert unter anderem Trost, Zuversicht und Gottesgewissheit in den Mittelpunkt. Dabei war nicht nur die Musik der Botschafter, sondern Rezitationen aus der Bibel, vorgetragen von Pfarrerin Anke Starnitzke, rundeten das Anliegen ab.  So eröffnete Steffanie Patzke beispielsweise mit dem Arioso »Tröste Dich, mein Volk« aus Händels »Messias«, dem eine Rezitation zu gleichem Thema folgte: »Wo bleibst Du, Trost der ganzen Welt?«, um schließlich in dem Choral »Oh Du mein Trost« von Johann Wolfgang Franck mit allen Sängern den Gedanken abzurunden. An anderer Stelle brachten Chorensemble und Instrumentalisten mit der mehrstimmigen Motette »Der Herr ist mein Hirt« musikalisch die Zuversicht auf göttliche Führung zum Ausdruck, die von Pfarrerin Anke Starnitzke um den Lobpreis aus Psalm 23 »Der Herr ist mein Hirt« ergänzt wurde. Steffanie Patzke wiederum rundete dieses Thema musikalisch ab durch ihren Sologesang »Er weidet seine Herde«. Begleitet wurde sie dabei von Andrea Bröhenhorst, die mit dem zarten Klang ihrer Blockflöte der glockenhellen Stimme der Sopranistin eine perfekte Ergänzung bot.

Feierliche Bläsersätze

Mit feierlichen Bläsersätzen unterstrich zudem der Posaunenchor unter der Leitung von Florian Rohlfing die andächtige Stimmung des Konzerts, darunter »Wirf Dein Anliegen auf den Herrn« aus Mendelssohns »Elias« und »Wie schön leuchtet der Morgenstern« von Bach.

Höhepunkt und zugleich eindrucksvolles Gegenstück zu der vokalen Kraft des Konzerts war das Solo von Leon Immanuel Sowa an der großen Steinmann-Orgel der Heilandkirche. Der  20-Jährige spielte die bekannte Passacaglia in c-moll, Bachs monumentales Orgelwerk, das auf einem wiederholten Bassthema basiert. Nach einem unbegleiteten Pedalsolo schrauben sich die zahlreichen Variationen in diesem Werk hoch bis zum krönenden Abschluss in der Fuge.

Junger Organist mit Beifall gefeiert

Als nach 15 Minuten virtuosem Orgelspiel der letzte Ton verklang, konnte sich das Publikum nicht zurückhalten und feierte den jungen Organisten für diese anspruchsvolle Leistung mit spontanem Applaus – gegen die Regeln des Konzerts, die den Beifall zum Ende der Veranstaltung vorsehen. Doch dafür blieb nach zahlreichen weiteren Darbietungen, nach Segenswünschen und Schlusschor zu »Oh, du fröhliche« noch reichlich Gelegenheit.

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