Löhner Schüler Janis Rothenroth ist derzeit in den USA Training mit den Football-Stars

Löhne (WB). Seit August ist Janis Rothenroth (16) als Austauschschüler in den USA. Der sportbegeisterte Gymnasiast aus Löhne ist an seiner High School schon bekannt: Mit den Stars der heimischen Football-Mannschaft hat er trainiert.

Von Rajkumar Mukherjee
In den ersten Monaten seines Schüleraustausches hat Janis Rothenroth aus Löhne auch das letzte reguläre Spiel des Baseball-Teams »Cleveland Indians« besucht – mit passendem Käppi.
In den ersten Monaten seines Schüleraustausches hat Janis Rothenroth aus Löhne auch das letzte reguläre Spiel des Baseball-Teams »Cleveland Indians« besucht – mit passendem Käppi.

»Die ersten Monate sind schnell vorbeigegangen, es ist so viel passiert«, sagt Janis Rothenroth und zieht kurz vor dem Jahreswechsel Bilanz. Wie berichtet, nimmt der Schüler des Städtischen Gymnasiums Löhne (SGL) als Stipendiat an dem Parlamentarischen Patenschaftsprogramm (PPP) des Deutschen Bundestages mit dem US-Kongress teil. Noch sechs Monate, bis zum Ende seines Schuljahres im Juni, bleibt er an der Massillon High School im Bundesstaat Ohio. Die Stadt liegt etwa 80 Kilometer südlich von Cleveland.

Wettbewerbe für das Schwimmteam stehen auf dem Programm

Janis Rothenroth mag Fächer wie Mathematik, Informatik, Physik, Biologie und Chemie – vor allem aber Sport. Im Herbst trainierte er American Football, derzeit nimmt er für das Schwimmteam der High School an Wettbewerben über 50 und 100 Yards teil. »Football ist faszinierend. Ohne Erfahrung habe ich mittrainiert, und es hat Spaß gemacht«, sagt er.

Janis Rothenroth war Teil der »Massillon Tigers«. Deren Heimspiele werden in einem Stadion mit 16.000 Sitzplätzen ausgetragen. Das traditionsreiche Team war 1903 gegründet worden und gilt als eines der ersten Profi-Teams – vor Beginn der National Football League (NFL).

»Die Spieler sind Helden«

Auch der frühere Football-Trainer Paul Brown stammt aus Massillon. Dreimal gewann er mit den »Cleveland Browns« die NFL-Meisterschaft (1950, 1954 und 1955). »Football ist hier eine große Sache. Die Spieler sind Helden. Diese Erfahrung nehme ich gerne zurück mit nach Löhne. Auch, wenn ich Football vorerst nicht in Deutschland spielen werde«, sagt Janis Rothenroth.

Janis Rothenroth im Football-Dress.

Auch abseits des Sports sammelte er viele Erfahrungen. Große Unterschiede zum Unterricht in Deutschland gebe es nicht. Besonders ausgeprägt seien aber die Fächer US-Politik und -Geschichte. Zudem seien die Lehrer »sehr hilfsbereit«.

Viele Freunde hat Janis Rothenroth gefunden – die meisten der US-Jugendlichen hätten bereits mit 16 Jahren ein Auto. »Das gehört dazu. Man fährt zu Freunden, dann oft zum Diner oder zur Mall.« Zwischenzeitlich musste er auch die Gastfamilie wechseln. Private Gründe dort hatten dazu geführt. »Es gibt keinen Hass, wir bleiben befreundet. Jetzt wohne ich bei der Familie eines Freundes, was ganz toll ist.«

Treffen mit US-Senatoren

Im Zuge des PPP, an dem derzeit 60 Jugendliche aus 299 Bundestagswahlkreisen teilnehmen, war er zuletzt Anfang Dezember in der US-Hauptstadt Washington: Thema Politik und Diplomatie. Dort traf er auch die US-Senatoren Rob Portman (Republikaner) und Sherrod Brown (Demokraten).

Und die Eltern, der Bruder sowie die Freundin in Löhne? »Mit denen tausche ich WhatsApp-Nachrichten aus. Und wir telefonieren einmal die Woche«, sagt Janis Rothenroth. Noch mag er nicht ans Ende seines Austauschjahres denken: »Ich habe gemischte Gefühle. Ich bin wehmütig, freue mich aber auch auf Zuhause.«

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