Löhner Mittagstisch feiert zehnten Geburtstag im Haus der Begegnung Menü mit Gemeinschaftsgefühl

Löhne (WB). Der Löhner Mittagstisch erfreut sich stetig wachsender Beliebtheit. Denn dort erhalten die Besucher mehr als »nur« Nahrung. Sie erleben Vertrauen und Gemeinschaft sowie das Gefühl von Menschlichkeit und Würde. An seinem jetzigen Standort, im Haus der Begegnung der St. Laurentiusgemeinde, feiert der Mittagstisch in diesem Monat seinen zehnten Geburtstag.

Von Sonja Gruhn
Sie fühlen sich sichtlich wohl: Die Besucher des Löhner Mittagstisches Lothar Bürgers (von links), Gerhard Jürgenlimke und Hugo Löblein genießen die Zeit und lassen sich gerne von der ehrenamtlichen Helferin Pauline Bobb (30) Kaffee nachschenken.
Sie fühlen sich sichtlich wohl: Die Besucher des Löhner Mittagstisches Lothar Bürgers (von links), Gerhard Jürgenlimke und Hugo Löblein genießen die Zeit und lassen sich gerne von der ehrenamtlichen Helferin Pauline Bobb (30) Kaffee nachschenken. Foto: Sonja Gruhn

Zehnter Geburtstag wird gefeiert

Dazu haben die Organisatoren morgen ein Fest in zwei Teilen geplant. Mittags feiern die Besucher, abends gibt es ein Dankeschönessen für die Ehrenamtlichen, die Förderer und den Lions Club Löhne. Letzterer hatte den Mittagstisch bereits 2005 ins Leben gerufen.

Die Mitglieder legten von Anfang an Wert darauf, nicht nur ein regelmäßiges Angebot an preisgünstigen warmen Speisen für Bedürftige oder vereinsamte Menschen vorzuhalten. Sie wollten den Besuchern Nähe in einer Tischgemeinschaft bieten und dafür sorgen, dass ihnen Zuneigung, Vertrauen und Menschlichkeit entgegengebracht werden. Das ist ihnen gelungen – nicht zuletzt dank der Hilfe der Ehrenamtlichen der Caritas der Kirchengemeinde St. Laurentius.

Neben dem leckeren Essen zählt die Gemeinschaft

»Man ist hier in einer Gemeinschaft, und es entstehen auch Bekanntschaften«, sagt Hugo Löblein (66), der seit vier Jahren aus Volmerdingsen hierher kommt – zumeist mit dem Roller. »Das Essen ist sehr lecker. Wir haben einige Damen kennengelernt, mit denen wir uns auch dienstags zum Kaffeetrinken treffen«, sagt Lothar Bürgers (63) aus Ostscheid. Er besucht den Mittagstisch ebenfalls seit vier Jahren.

Der 70-jährige Gerhard Jürgenlimke fährt seit sechs Jahren den Weg aus Löhne-Ort mit seinem Elektro-Rollstuhl: »Hier bekommen wir auch immer noch eine schöne Tasse Kaffee.« Mit am Tisch sitzt eine 84-Jährige aus Löhne. »Das Einkaufen fällt mir sehr schwer. Ich bin auf meinen Rollator angewiesen und kann schlecht sehen. Mein Sohn wohnt zu weit weg. Es wäre sehr hart für mich, wenn es den Mittagstisch nicht gäbe«, sagt sie.

Lions Club Löhne hat das Projekt ins Leben gerufen

»Der erste Mittagstisch war im Untergeschoss des Rathaus-Nebengebäudes untergebracht«, erinnert sich Gerd Pühmeier vom Lions Club, der sich von Beginn an mit für das Projekt eingesetzt hat. Damals kamen werktags bis zu zehn Personen, die dort ein Menü für einen Eigenanteil von 1,50 Euro – inzwischen sind es zwei Euro – erhielten. Die Differenz übernimmt bis heute der Lions Club.

Doch der Platz dort war begrenzt. Zudem gestaltete sich die Arbeitsbewältigung durch das Personal der Stadt schwierig, weshalb neben einem neuen Standort nach einer Lösung auf ehrenamtlicher Ebene und einer engagierten Trägerschaft gesucht wurde.

Vom Rathausnebengebäude ins Haus der Begegnung

Die Suche führte zur katholischen Kirchengemeinde St. Laurentius und zur Caritas. Im dortigen für die Löhner Bürger relativ zentral gelegenen Haus der Begegnung an der Bahnhofstraße 5 hat der Löhner Mittagstisch im Januar 2007 sein neues Zuhause gefunden und wird von ehrenamtlichen ökumenischen Helfern unterstützt. Deshalb spielt die Religionszugehörigkeit keine Rolle.

Die Mahlzeiten werden vom Seniorenzentrum Bethel Bad Oeynhausen geliefert. Seit September 2011 stellt eine Teilzeitkraft zusätzlich zu den etwa 20 Ehrenamtlichen den Betrieb sicher.

Caritas betreut die Besucher mit Ehrenamtlichen

Inzwischen werden knapp 400 Mahlzeiten monatlich ausgegeben. »Der Löhner Mittagstisch hat sich einfach stärker in das Bewusstsein der Menschen eingegraben«, nennt Ingrid van Ackern von der Caritas, die die Gesamtleitung inne hat, einen Grund für den stetigen Anstieg, der sie sehr freue.

Aber auch die Kontinuität seitens des Lions Clubs und der Caritas sowie die gestiegene Qualität der Speisen trügen ihren Teil dazu bei. Wichtig sei zudem ein guter Ansprechpartner, den die Besucher mit der verantwortlichen Teilzeitkraft Gabriele Riedl vor Ort hätten. »Die Leute hier fühlen sich abgeholt und verstanden. Der Mittagstisch hat eben nicht nur mit Nahrungsaufnahme zu tun«, sagt Ingrid van Ackern.

Spenden sind wichtig für den Fortbestand des Angebotes

Die Anerkennung in der Bevölkerung habe dazu geführt, dass es zahlreiche Spenden, darunter erhebliche Finanzierungsbeiträge durch größere Firmen vor Ort, gebe, sagt Pühmeier. Neben den Spenden der Clubmitglieder trage die Weihnachtstombola der Lions wesentlich zur Finanzierung bei. »Seit Beginn sind mehr als 80 000 Euro in dieses Projekt geflossen«, sagt er.

Auch der Verein Zeit für Mitmenschen ist eingebunden. Er organisiert einen kostengünstigen Fahrdienst. Weitere Informationen gibt es montags bis freitags, 11.30 bis 13.30 Uhr im Haus der Begegnung oder bei Gerd Pühmeier, Telefon 05732/972399.

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