Vier Löhner Gesangsgruppen studieren zum Reformationsjahr das Paulus-Oratorium ein 100 Stimmen werden zu einem Chor

Löhne (WB). 100 Sänger, sechs Monate voller Proben und ein zweistündiges Oratorium: Vier Löhner Chöre haben sich zusammengetan, um das Reformationsjahr mit einem wahren Mammut-Projekt zu feiern. Im September wollen sie das Paulus-Oratorium von Felix Mendelssohn Bartholdy singen. Die Proben dafür haben am Samstag begonnen.

Von Jenny Karpe
Im September feiern vier Löhner Kantoreien mit 100 Sängern und einem Orchester gemeinsam das Reformationsjahr. Zusammen proben sie derzeit das Paulus-Oratorium. Am Samstag übernahmen Viacheslav Zaharov (vorne, von links) und Erich Leitmann die Leitung.
Im September feiern vier Löhner Kantoreien mit 100 Sängern und einem Orchester gemeinsam das Reformationsjahr. Zusammen proben sie derzeit das Paulus-Oratorium. Am Samstag übernahmen Viacheslav Zaharov (vorne, von links) und Erich Leitmann die Leitung. Foto: Jenny Karpe

Die Wahl auf das Stück war schnell gefallen. Die Chorleiter Susanne Quellmalz, Elvira Haake, Viacheslav Zaharov und Erich Leitmann wollten schon lange ein gemeinsames Projekt auf die Beine stellen. Passend zum Reformationsjahr behandelt das gewählte Oratorium das Leben des Apostels Paulus, der ein großes Vorbild für Martin Luther war (diese Zeitung berichtete). Am Samstag sangen drei der vier Gruppen den ersten Teil des Oratoriums zusammen.

Sänger stimmen sich schnell aufeinander ab

»Große Gruppen lernen schneller als Einzelpersonen, vor allem wenn sie so diszipliniert und leidenschaftlich sind wie diese Gruppe«, sagte Viacheslav Zaharov, der die Damen leitete. »Auf die Aufführung freue ich mich schon, es ist ein einmaliger Anlass, der die viele Arbeit definitiv wert ist.« Denn zunächst ist nur ein Auftritt geplant, für den auch ein Hannoveraner Orchester engagiert wurde. Bis dahin stehen viele Probenwochenenden an.

»Bislang blieb es bei höchstens zwei gemeinsamen Liedern am Ende eines Abends, ein großes Oratorium mit vier Chören ist da etwas ganz anderes«, sagte Tenor Martin Lorenz. »Wir Sänger sind von der Idee begeistert und haben uns schnell aufeinander abgestimmt.« Die Löhner Kantorei sowie die Kantoreien Mennighüffen, Mahnen und Obernbeck sind an dem Projekt beteiligt, bei jeder Probe sind mindestens zwei Chorleiter dabei.

So können die Männer mit ihren Bass- und Tenorstimmen auch getrennt von den Damen üben, welche Sopran und Alt singen. Sieben Stunden dauern die ersten Proben, und innerhalb kurzer Zeit klingt es, als hätten die Chöre schon immer zusammengesungen.

Dramatik und Emotionen begeistern die Chöre

»Ich habe das Paulus-Oratorium vor 20 Jahren einmal gesungen, das meiste beherrsche ich sogar noch«, sagte Monique Horstkotte, die Alt singt. »Da das Oratorium eine große Geschichte erzählt, können wir auch kein Stück weglassen. Ich liebe die große Dramatik und die vielen Emotionen, in einem großen Chor klingt das einfach toll.«

Das zweiteilige Oratorium behandelt den Werdegang vom Saulus zum Paulus. Im ersten Teil geht es um die Verfolgung der Christen, im zweiten Teil steht Paulus’ Arbeit als Missionar im Mittelpunkt. Das Stück hat viel Text und keine Solisten.

»Stattdessen singen mal nur die Frauen, mal nur eine Stimmlage, und dann kommt alles wieder zusammen«, sagte Viacheslav Zaharov. »Die Frauen klingen himmlisch, die Männer heldenhaft, es gibt meines Erachtens keine langweiligen Stellen.«

Eine Wiederholung ist schon jetzt erwünscht

Tenor Andreas Röder ist ebenfalls dieser Meinung, er singt das Oratorium zum ersten Mal. »Ich bin überwältigt von der Länge, aber nach nur einem Lied wusste ich, dass die Aufführung wunderbar wird«, sagte er. »Hoffentlich gibt es nach diesem Projekt noch einmal die Gelegenheit, bei etwas derart Großem mitzusingen.«

Neben den Chormitgliedern sind durch Aufrufe in der Presse zehn Projektsänger hinzugekommen, die nur für dieses Oratorium mitsingen. Der Auftritt wird am 10. September in der größten Kirche Löhnes veranstaltet, der Christuskirche in Obernbeck.

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