Edeka-Marktleiterin mit vorgehaltener Waffe zur Öffnung des Tresors gezwungen Bewaffnete Räuber kommen zum Geschäftsschluss

Löhne-Obernbeck (WB). Der Schock sitzt noch tief bei den Mitarbeitern von Edeka-Brinkmann an der Steinstraße in Obernbeck. Zwei Männer haben den Markt am späten Montagabend überfallen. Sie zwangen die Marktleiterin mit einer Schusswaffe, den Tresor zu öffnen,  und erbeuteten die Tageseinnahmen. Verletzt wurde bei dem Überfall  aber niemand. 

Von Sonja Gruhn
Diesen Neukauf-Markt der Unternehmerfamilie Brinkmann-Petzold an der Steinstraße in Obernbeck haben am Montagabend gegen 21 Uhr zwei Männer überfallen.
Diesen Neukauf-Markt der Unternehmerfamilie Brinkmann-Petzold an der Steinstraße in Obernbeck haben am Montagabend gegen 21 Uhr zwei Männer überfallen. Foto: Frank Dominik Lemke

»Auch ich war geschockt«, sagt Axel Brinkmann (53), der gemeinsam mit seiner Schwester Sigrid Petzold und deren Sohn Christian Geschäftsführer von drei Märkten in Löhne sowie einem in Bünde ist. »Zum Glück ist keiner verletzt worden. Die Mitarbeiter haben alles richtig gemacht und getan, was die Täter verlangten«, betont er. Der Überfall ereignete sich zum Geschäftsschluss gegen 21 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt waren noch sechs Angestellte, vier Frauen – darunter die 51-jährige Marktleiterin – und zwei Männer, im Markt tätig. Eine der Mitarbeiterinnen hatte gerade ein Werbeplakat vom Hof geholt und wollte die Türen abschließen, berichtet Brinkmann. Diesen Moment hatten die zwei mit schwarzen Sturmhauben maskierten Räuber offenbar abgepasst. Sie bedrohten die 41-Jährige aus Löhne mit einer Schusswaffe und drängten diese in den Markt, wo sie die Löhnerin und vier weitere Mitarbeiter schließlich nötigten, in ein Büro zu gehen.

Räuber entkommen mit den Tageseinnahmen

Die akzentfrei deutsch sprechenden Täter zwangen dann nach Angaben der Polizei die 51-jährige Marktleiterin aus Herford, den Tresor zu öffnen. Daraus entnahmen die Räuber die Tageseinnahmen. Mit dem Geld flüchteten sie anschließend in unbekannte Richtung. »Das ging alles ganz schnell«, sagt Brinkmann. Einer der männlichen Angestellten habe sich zum Zeitpunkt des Überfalls weiter hinten im Markt aufgehalten und von dem wenige Minuten dauernden Geschehen nichts mitbekommen. Nachdem die Marktleiterin die Polizei alarmiert hatte, informierte sie auch Axel Brinkmann. »Das war gegen 21.15 Uhr.«

Der bewaffnete der zwei Täter soll etwa 1,75 Meter groß sein und neben der schwarzen Sturmhaube noch eine schwarze Jacke, schwarze Turnschuhe und eine blaue Jeans getragen haben. Der zweite Täter soll etwas größer und auffallend dünn sein. Zudem soll er eine auffällig große und gebogene Nase haben. Neben einer dunklen Jacke soll auch er eine blaue Jeans und schwarze Turnschuhe getragen haben. Mit mehr als einem halben Dutzend Funkstreifenwagen fahndete die Polizei nach den Räubern. Die Suche verlief jedoch erfolglos. Die Polizei Herford bittet deshalb um Hinweise auf verdächtige Personen und Fahrzeuge unter Telefon 05221/8880.

»Wir arbeiten hart, und die klauen unser Geld. Das macht einen schon wütend.«

Die betroffenen Mitarbeiter seien mit Ausnahme der Marktleiterin gestern Zuhause geblieben, berichtet Brinkmann. »Die Marktleiterin hat gesagt, ›Wer vom Pferd fällt, steigt wieder auf­‹. Sie hat als Leiterin ein besonderes Verantwortungsgefühl. Dass die anderen Angestellten Zuhause geblieben sind, ist aber völlig in Ordnung.« Die Marktleitung werde mehrfach auf Fälle dieser Art vorbereitet. Zudem weise ein Aushang am Tresor darauf hin, wie sich die Mitarbeiter in und nach einer solchen Situation verhalten sollten. Um die Betroffenen werde sich die Berufsgenossenschaft kümmern, um dafür Sorge zu tragen, dass sie das Erlebte gut verarbeiten.

Auch, wenn die Tageseinnahmen, zu deren Höhe sich Brinkmann nicht äußern wollte, versichert sind: »Es ist für uns alle auch ein Angriff auf uns persönlich gewesen. Wir arbeiten hart, und die klauen unser Geld. Das macht einen schon wütend.«

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