Rechtsextreme sorgen im Amtsgericht für tumultartige Szenen Polizeieinsatz bei Zwangsversteigerung

Löhne/Bad Oeynhausen (WB). Zu tumultartigen Szenen inklusive Polizeieinsatz ist es Mittwochmorgen im Amtsgericht Bad Oeynhausen gekommen. Etwa 30 Anhänger der rechtsextremen so genannten Justizopferhilfe (JOH) wollten der Zwangsversteigerung jenes Gebäudes an der Lübbecker Straße in Löhne beiwohnen, in dem ihre »Botschaft Germanitien« untergebracht ist.

Die Polizei musste die tumultartigen Szenen im Amtsgericht unter Kontrolle bringen.
Die Polizei musste die tumultartigen Szenen im Amtsgericht unter Kontrolle bringen.

Doch nur wenige durften bis zum Ende des Termins bleiben. Die anderen wurden in Polizeigewahrsam genommen. Am Ende wurde der insgesamt 1841 Quadratmeter große Wohn- und Geschäftskomplex für 161.000 Euro von einer türkischen Bietergemeinschaft ersteigert.

Die Anhänger der JOH müssen das Gebäude in naher Zukunft räumen, da sämtliche Wohn- und Nießbrauchsrechte aus dem Grundbuch gelöscht werden, wie die zuständige Rechtspflegerin mitteilte.

Altarraum für die »Weltanschauungsgemeinschaft Aktive Christen«

Seit drei Jahren befindet sich die »Botschaft Germanitien« in dem Gebäude an der Lübbecker Straße, direkt in der Löhner Innenstadt. Neben dem Büro, von dem aus die Mitglieder rechtsextremes Gedankengut im Internet verbreiten, hatte die Vereinigung von sogenannten Reichsbürgerideologen noch zwei Wohnungen angemietet sowie eine Art Altarraum für die »Weltanschauungsgemeinschaft Aktive Christen in Deutschland« eingerichtet.

Der Löhner Geschäftsmann Temel Bulut, der das Gebäude als Bevollmächtigter der Bietergemeinschaft ersteigerte, betonte, dass für die JOH künftig kein Platz mehr in Löhne sei. Zu weiteren Nutzungsplänen wollte sich Bulut nicht weiter äußern.

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