Mehr als 300 Zuschauer verfolgen Auftakt der Straßentheaterreihe »Von Nord nach West« auf dem Findeisen-Platz Rosa-roter Tanz und schwarzer Humor

Löhne (WB). Der Start in die neue Straßentheatersaison ist geglückt: Mehr als 300 Zuschauer haben am Freitag auf dem Britta-und-Ulrich-Findeisen-Platz die jeweils etwa 30-minütigen Shows der Tanzbar aus Bremen und des Theaters Pikante aus Lollar verfolgt.

Von Malte Samtenschnieder
Mehr als 300 Besucher haben sich am Freitagabend zum Auftakt der Straßentheaterreihe »Von Nord nach West« auf dem Britta-und-Ulrich-Findeisen-Platz versammelt. Zu Beginn der zweiten Programmhälfte zogen die drei Geier des Theaters Pikante alle Blicke auf sich. Sie rollten mit einem fahrbaren Sarg auf die improvisierte Bühne.
Mehr als 300 Besucher haben sich am Freitagabend zum Auftakt der Straßentheaterreihe »Von Nord nach West« auf dem Britta-und-Ulrich-Findeisen-Platz versammelt. Zu Beginn der zweiten Programmhälfte zogen die drei Geier des Theaters Pikante alle Blicke auf sich. Sie rollten mit einem fahrbaren Sarg auf die improvisierte Bühne. Foto: Malte Samtenschnieder

»Mit dieser Resonanz können wir sehr zufrieden sein«, sagte Dirk Hinke am Rande der Veranstaltung. Bereits zum dritten Mal in Folge hat der Leiter des Kulturbüros Löhne dafür gesorgt, dass das Straßentheaterprojekt »Von Nord nach West« an vier Freitagen im Juli in Löhne Station macht.

Die Besonderheiten liegen für Dirk Hinke auf der Hand: »Die beteiligten Künstler sehen die Veranstaltungsreihe als eine Art Werkstattbühne an. Viele von ihnen probieren hier neue Programme erstmals vor größerem Publikum aus.« Nicht ohne Stolz wies der Leiter des Kulturbüros Löhne darauf hin, dass die Besucher das Straßentheater – wie in den Vorjahren – »umsonst und draußen« genießen können. Um so wichtiger sei deshalb die freiwillige Hutsammlung am Ende. Dirk Hinke: »Sie dient den beteiligten Künstlern praktisch als Gage.«

Bevor die Tanzbar und das Theater Pikante auf dem Platz vor der Löhner Musikschule auftreten konnten, kam es laut Dirk Hink zu einem kuriosen Zwischenfall. »Wirhaben beim Soundcheck festgestellt, dass wir unsere Drahtlos-Mikrofone nicht einsetzen können«,sagte der Organisator. Die genutzten Frequenzen würden inzwischen von Mobilfunkanbietern genutzt. »Grundsätzlich war uns das Problem zwar bekannt. Bei Veranstaltungen in der Werretalhalle hatten wir aber nie Probleme damit«, sagte der Organisator. Flugs wurde also auf Kabelmikrofone umgestellt.

In der ersten Hälfte des Abends zeigten die Tänzerinnen Neele Buchholz und Corinna Mindt das Duett »Rosa sieht rot«. Zwischen Liebe, Lust, Mut, Angst, Verwirrung und Kraft begaben sich die Frauen auf eine turbulente Reise. Nicht nur mit rosa-roten Accessoires wirbelten sie dabei durch die Luft. Es kam auch zu Handgreiflichkeiten untereinander. Dass Neele Buchholz mit Downsyndrom zur Welt gekommen ist, ließ die Frau im Dialog mit Tanzpartnerin Corinna Mindt schnell vergessen.

Mit morbidem Charme brachte das Theater Pikante den Zuschauern nach der Pause seine Produktion »Geier auf Höhenflug« näher. Bereits der Auftritt in einem fahrbaren Sarg kam einem Paukenschlag gleich. Von diesem skurrilen Standort aus trieben Andrea Neumann, Rike Radloff und Susanne Grampp mit den Zuschauern ihren Schabernack. Und nicht nur einzelne Besucher nahmen die komischen Vögel im Hinblick auf ihren Speiseplan ins Visier. Auch gegenseitig hatten sie sich zum Fressen gern. So wurden zwischenzeitlich die Messer gewetzt, um dem Nachbarn an die Kehle zu gehen. Bis zum Äußersten kam es aber natürlich nicht. Denn für Blutvergießen ist bei der familienfreundlichen Straßentheaterreihe kein Platz.

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