Schülergenossenschaft McSnack erhält Bundespreis Verbraucherschutz in Berlin »Nicht meckern – machen«

Löhne/Berlin (WB). Einfach ausgezeichnet: Der Bundespreis Verbraucherschutz in der Kategorie Projekt geht an die Schülergenossenschaft McSnack der Bertolt-Brecht-Gesamtschule. Die Auszeichnung wurde am Montagabend vor etwa 500 Gästen am Rande des Deutschen Verbrauchertages in Berlin überreicht.

Von Malte Samtenschnieder
Seit 2012 gibt es an der Bertolt-Brecht-Gesamtschule die Schülergenossenschaft McSnack. Diese ist am Montag in Berlin mit dem Bundespreis Verbraucherschutz der Deutschen Stiftung Verbraucherschutz ausgezeichnet worden. Darauf sind außer den beteiligten Schülern aus mehreren Jahrgängen auch alle weiteren Unterstützer stolz.
Seit 2012 gibt es an der Bertolt-Brecht-Gesamtschule die Schülergenossenschaft McSnack. Diese ist am Montag in Berlin mit dem Bundespreis Verbraucherschutz der Deutschen Stiftung Verbraucherschutz ausgezeichnet worden. Darauf sind außer den beteiligten Schülern aus mehreren Jahrgängen auch alle weiteren Unterstützer stolz. Foto: Malte Samtenschnieder

»Mit dem Preis ehren wir herausragendes Engagement von Vorreitern und besonders erfolgreiche Projekte für die Stärkung von Verbraucherinteressen«, sagt Melanie Weber-Moritz, Geschäftsführerin der Deutschen Stiftung Verbraucherschutz. Dass die Schülergenossenschaft McSnack in den Blickpunkt gerückt ist, verdanken die Beteiligten dem heimischen Bundestagsabgeordneten Tim Ostermann (CDU). Er hatte das Projekt für den Bundespreis Verbraucherschutz vorgeschlagen  und ließ es sich auch nicht nehmen, am Festakt zur Verleihung teilzunehmen. Anders als Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesverbraucherschutzminister Heiko Maas. Beide waren kurzfristig verhindert und mussten sich vertreten lassen.

»Die Veranstaltung war trotzdem sehr beeindruckend«, sagte Jan-Luca Kreke aus der McSnack-Gründergeneration am Montagabend dieser Zeitung. Gemeinsam mit den Schülern Kai Harland und Caroline Lorenz, Betreuungslehrerin Marita Gesenhoff sowie Schulleiterin Daniela Gehring hatte er den Festakt im Museum für Kommunikation besucht. Bevor die Delegation aus Löhne die Trophäe – wesentlicher Bestandteil sei ein rotes Männchen – entgegengenommen habe, seien alle sehr nervös gewesen, sagte Jan-Luca Kreke. »Hinterher haben wir uns gefreut, weil alle soviel Nettes gesagt haben.«

Für die offizielle Delegation und fünf weitere McSnack-Unterstützer, die nicht beim Festakt dabei sein konnten, geht es erst am Dienstag nach Hause. Nach einem Theaterbesuch beim Berliner Ensemble am Montagabend steht am Dienstag Sightseeing in der Hauptstadt auf dem Programm. Erste Pläne, was sie nach ihrer Rückkehr mit der Siegestrophäe machen werden, haben die Schüler bereits. »Sie bekommt einen Ehrenplatz im Bistro«, sagte Jan-Luca Kreke.

Nach der Nominierung durch Tim Ostermann hatten sich die McSnack-Beteiligten für ihre Bewerbung ordentlich ins Zeug gelegt: »Das Projekt soll ausgezeichnet werden, weil wir nicht meckern, sondern machen; weil wir eine gut organisierte und kreative Schülergenossenschaft sind; weil wir für einen gesunden Pausensnack an unserer Schule sorgen; weil wir uns zutrauen, das Essverhalten unserer Mitschüler zu verändern; weil McSnack uns auf unser späteres Arbeitsleben vorbereitet.« Eine Argumentation, der die Fachjury schließlich folgte.

Stolz auf den Erfolg sind nicht nur die bisherigen Betreuungslehrer Marita Gesenhoff und Rainer Siekmann, die die Sorge für McSnack nach den Ferien an ihre Kollegen Tanja Zimmermann und Lukas Bott übergeben. Auch Schulleiterin Daniela Gehring ist zufrieden. Sie hat bereits genaue Vorstellungen, was mit einem Teil des Preisgeldes – immerhin 5000 Euro – passieren soll: »Wir werden es als Startkapital für die Genossenschaft nutzen, die künftig die Schulmensa betreiben soll.«

Ein Teil des Geldes bleibe aber natürlich auch bei McSnack. »Wir brauchen dringend eine Gefriertruhe«, sagte Lehrerin Marita Gesenhoff. Außerdem hätten sich die Schüler vorgenommen, das Angebot des Schülerbistros im nächsten Schuljahr um Smoothies zu erweitern.

Ein Glückwunsch zum Erfolg kommt auch von Andreas Kelch, Marketingleiter der Volksbank Bad Oeynhausen-Herford. Er hat die Schülergenossenschaft McSnack seit der Gründung begleitet. »Es ist toll, was die Schüler geleistet haben.« Er hoffe, dass die Erfolgsgeschichte noch lange weiter gehe.

Auch die Auszeichnung in der Kategorie Persönlichkeit ging nach Ostwestfalen: Rena Tangens Mitbegründerin des Vereins Digitalcourage wurde für ihr Engagement für die digitale Privatsphäre ausgezeichnet.

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der Löhner Dienstagsausgabe des WESTFALEN-BLATTS.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.