Fünfter Stadtgottesdienst im Werretalstadion zieht zahlreiche Besucher an Gelebte Ökumene

Löhne (WB). Unter dem Motto »Alles hat keine Zeit« haben am Sonntag mehrere hundert Teilnehmer den fünften Stadtgottesdienst im Werretalstadion gefeiert. Die Evangelische und die Katholische Kirche sowie die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Löhne hatten zu der ökumenischen Veranstaltung eingeladen.

Von Malte Samtenschnieder
Mehr als 200 Mitwirkende haben am Sonntagmorgen zum Gelingen des fünften ökumenischen Stadtgottesdienstes im Werretalstadion beigetragen. Beteiligt waren die Evangelische und die Katholische Kirche sowie die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde.
Mehr als 200 Mitwirkende haben am Sonntagmorgen zum Gelingen des fünften ökumenischen Stadtgottesdienstes im Werretalstadion beigetragen. Beteiligt waren die Evangelische und die Katholische Kirche sowie die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde. Foto: Malte Samtenschnieder

Ob die mehr als 1000 erwarteten Besucher wirklich an dem Gottesdienst unter freiem Himmel teilgenommen hatten, konnten die Organisatoren am Ende nicht mit Gewissheit sagen. Fest steht jedenfalls, dass die Anzahl der Gäste die Anzahl der mehr als 200 Mitwirkenden um ein Vielfaches übertraf. Dafür war sicher auch das Wetter verantwortlich. Denn während der Veranstaltung hielten die grauen Wolken dicht, so dass das geplante Programm ungestört über die eigens zu diesem Zweck auf dem Stadion-Grün errichtete Bühne gehen konnte.

Einen gelungenen musikalischen Rahmen für den Open- Air-Gottesdienst schufen der Gospelchor »Joyful Voices« unter der Leitung von Janina Bohnhorst, der Posaunenchor Mennighüffen unter der Leitung von Fabian Scarabis und der Kinderchor Obernbeck unter der Leitung von Elvira Haake. Mit ihrem abwechslungsreichen Repertoire führten die drei Gruppen den Besuchern die vielfältigen Möglichkeiten der Gottesdienstgestaltung vor Augen. Ob beim schwungvollen »Come, let us sing« des Gospelchores oder dem anrührenden Lied »Von allen Seiten umgibst du mich« des Kinderchores – das Publikum spendete den Sängern viel Applaus. Auch die Mitglieder des Posaunenchores Mennighüffen erhielten reichlich Beifall. Sie waren unter anderem für die klangvolle Begleitung der Gemeindelieder zuständig.

Vor der Predigt griffen die Pfarrer Anke Starnitzke, Peter Außerwinkler, Manfred Pollmeier und Kai Sundermeier das Gottesdienstmotto im Anspiel »Keine Zeit für Freundlichkeiten« auf. Als vierköpfige Familie begaben sie sich auf eine turbulente Autofahrt durch Löhne. Fazit: Am Ende nützte der Familie alle Eile nichts. Denn wegen eines Unfalls erreichte sie niemals ihr Ziel.

»Früher hatte man noch Zeit. Heute hat alles keine Zeit.« Diese These stellte Pfarrer Harald Ludewig seiner Predigt voran. Er wies darauf hin, dass viele Menschen im Alltag glaubten, selbst die Herren ihrer Zeit zu sein, dass die Zeit aber letztlich Gott gehöre. In diesem Zusammenhang stellte Harald Ludewig kritisch fest: »Seine Zeit auszuschöpfen, bedeutet nicht, sie sinnlos einfach vollzustopfen.« Letztlich kam der Pfarrer zu dem Schluss, dass die Menschen heute in einer guten Zeit leben, in der es aber auch immer wieder gelte, sich neu auf Gott zu besinnen. »Der Ort für die Zeit mit Gott kann überall sein. In der Kirche, im Restaurant oder auch im Stau in Mennighüffen«, erklärte Harald Ludewig in Anknüpfung an das zuvor gezeigte Anspiel seiner vier Kollegen.

Für die jungen Gottesdienstbesucher hatten die Organisatoren ein Kinderprogramm organisiert, das ebenfalls sehr gut angenommen wurde. Hier lernten die Jungen und Mädchen nicht nur etwas über Gott, sondern hatten auch die Gelegenheit, sich viel zu bewegen. Die während des Stadtgottesdienstes eingesammelte Kollekte ist für verschiedene Projekte der Flüchtlingshilfe der Löhner Kirchengemeinden bestimmt.

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