19-Jähriger aus Löhne sitzt in Untersuchungshaft – 15 Taten eingeräumt – Komplize (23) ermittelt Polizei fasst Serieneinbrecher

Löhne (WB). Fahndungserfolg für die Polizei: Wie erst jetzt bekannt wurde, haben die Beamten bereits am Gründonnerstag einen 19-Jährigen festnehmen können, der für eine Vielzahl von Einbrüchen in öffentliche Einrichtungen in Löhne (Kreis Herford) verantwortlich sein soll. Derzeit sitzt er in Untersuchungshaft.

Von Daniel Salmon
In das Gohfelder AWO-Familienzentrum an der Goethestraße war der Verdächtige am vorletzten Märzwochenende eingestiegen. Der 19-Jährige hatte eine Glastür eingeschlagen, war in das Gebäude eingedrungen und hatte ein Chaos angerichtet. Einrichtungsleiterin Brigitte Budde ist nun erleichtert, dass der Täter gefasst ist. »Ich hoffe er muss nun mit Konsequenzen rechnen«, sagt sie.
In das Gohfelder AWO-Familienzentrum an der Goethestraße war der Verdächtige am vorletzten Märzwochenende eingestiegen. Der 19-Jährige hatte eine Glastür eingeschlagen, war in das Gebäude eingedrungen und hatte ein Chaos angerichtet. Einrichtungsleiterin Brigitte Budde ist nun erleichtert, dass der Täter gefasst ist. »Ich hoffe er muss nun mit Konsequenzen rechnen«, sagt sie. Foto: Daniel Salmon

Insgesamt 15 Taten hat der Drogenkonsument aus Löhne nach Angaben der Kreispolizeibehörde bereits eingeräumt – unter anderem die Einbrüche in das AWO-Familienzentrum an der Goethestraße, weitere Kindertagesstätten, Gemeindehäuser und die Feuerwehrgerätehäuser im Stadtgebiet (diese Zeitung berichtete). Wegen noch laufender Ermittlungen hatte die Polizei die Festnahme znächst nicht öffentlich bekannt gegeben.

19-Jähriger ist bereits polizeibekannt

»Der Mann ist bereits wegen anderer Eigentumsdelikte in Erscheinung getreten«, so Kreispolizeisprecher Michael Albrecht auf Anfrage des WESTFALEN-BLATTES. Dabei habe es sich zumeist um Fahrzeugaufbrüche gehandelt. Eben eine solche Tat hat nun auch zur Ergreifung des mutmaßlichen Serieneinbrechers geführt. Demnach hatte der 19-Jährige am 2. April gegen 13.25 Uhr eine Handtasche aus dem Auto einer 32-Jährigen in der Straße Poppensiek gestohlen. Danach flüchtete der Täter. Derweil hatte eine Zeugin die Autobesitzerin informiert, die zu Fuß die Verfolgung des Täters aufnahm. Als sie den Mann eingeholt und am Arm erfasst hatte, zog dieser ein Klappmesser hervor und bedrohte die Frau. Diese rief daraufhin laut um Hilfe. Die Schreie hörten zwei Löhner Jugendliche im Alter von 16 und 17 Jahren, die den abermals flüchtenden Kriminellen verfolgten. Am Bahnhofseingang konnten die beiden Löhner den Täter stellen. Als er auch diesen Zeugen mit seiner Waffe drohte, ließen sie ihn wieder los und alarmierten die Polizei.

»Erste Fahndungsmaßnahmen mit mehreren Einsatzfahrzeugen aus Löhne und Herford verliefen zunächst erfolglos«, sagt Polizeisprecher Albrecht. Beamte der Polizei Herford verblieben aber in Zivilfahrzeugen zunächst im Löhner Stadtgebiet. Aufgrund der sehr guten Täterbeschreibung der Autobesitzerin und der Zeugen konnte ein Diensthundeführer den polizeibekannten Intensivtäter etwa zwei Stunden nach der Tat in der Straße Alter Postweg aufspüren. »Auf den 19-Jährigen passte die Personenbeschreibung genau. Er führte das Tatmesser sogar noch bei sich«, erklärt Michael Albrecht.

Diebesgut in Zimmer gefunden

Bei der Durchsuchung des Zimmers des jungen Mannes, der in einer städtischen Unterkunft untergebracht ist, stießen die Beamten auf umfangreiches Diebesgut. Die sichergestellten Gegenstände dürften aus mehreren Wohnungs-, Büro- und Geschäftseinbrüchen stammen. Bei seiner Vernehmung gestand der Beschuldigte, mehrere Einbrüche in der Zeit vom 11. Februar bis zu 23. März begangen zu haben. Bereits am Karfreitag wurde der Löhner dann auf Antrag der Staatsanwaltschaft Bielefeld dem zuständigen Haftrichter vorgeführt. Dieser ordnete die Untersuchungshaft für den Verdächtigen an.

Weitere Ermittlungen der Kriminalpolizei führten schließlich zu einem 23-jährigen Mittäter, der ebenfalls in Löhne wohnt. Dieser gestand, an einem Großteil der Einbrüche ebenfalls beteiligt gewesen zu sein. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung wurden verbotene Gegenstände nach dem Waffengesetz aufgefunden und beschlagnahmt. Nach seiner Vernehmung wurde der 23-Jährige wieder auf freien Fuß gesetzt.

Bei Verurteilung droht empfindliche Strafe

Nach Auskunft von Kreispolizeisprecher Michael Albrecht droht dem 19-Jährigen bei einer Verurteilung eine empfindliche Haftstrafe. »Zum einen aufgrund der begangenen schweren Diebstähle und natürlich auch wegen des Delikts, dass zu seiner Festnahme geführt hat«, sagt der Beamte. Denn bei der jüngsten Tat Anfang April handele es sich um einen so genannten räuberischen Diebstahl. Albrecht: »Und das ist ein Verbrechenstatbestand. Dieser wird mit mindestens einem Jahr Freiheitsstrafe geahndet.«

Ausdrücklich bedankt sich der Beamte bei der 32-jährigen Autobesitzerin und den beiden Zeugen, die ihr am vergangenen Gründonnerstag zu Hilfe geeilt waren: »Nicht zuletzt das Einschreiten der Frau und der zwei Jugendlichen haben gemeinsam mit der guten Täterbeschreibung den Erfolg der Fahndung nach dem Täter maßgeblich begünstigt.«

Derzeit prüfen die Herforder Ermittler, ob das Einbrecherduo auch noch für weitere Delikte im Löhner Stadtgebiet verantwortlich sein könnte. Nach dem jüngsten Fahndungserfolg hofft Polizeisprecher Albrecht, dass die Einbruchszahlen in der Werrestadt in nächster Zeit »deutlich zurückgehen«.

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