Ulenburg-Verkauf: Vertragspartner wollen sich den Fragen der Fraktionen stellen Sachliche Diskussion angestrebt

Löhne (WB). Eine interfraktionelle Sitzung zum Thema »Verkauf der Ulenburg« soll zeitnah anberaumt werden. Das hat Bürgermeister Heinz-Dieter Held dem WESTFALEN-BLATT gestern auf Anfrage mitgeteilt.

Von Daniel Salmon
Eine Öffnung des Parks der Ulenburg für die Bevölkerung könnten sich die neuen Eigentümer durchaus vorstellen.
Eine Öffnung des Parks der Ulenburg für die Bevölkerung könnten sich die neuen Eigentümer durchaus vorstellen. Foto: Sonja Töbing

Laut Held soll somit die Beschlussfassung des Rates in der Sitzung vom Mittwochabend »schnellstmöglich« umgesetzt werden. Wie berichtet, hatte der Tagesordnungspunkt zu einer teils sehr emotional geführten Debatte unter den Ratsmitgliedern der einzelnen Fraktionen geführt.

»Ich werde jetzt den Wittekindshof und die Vertreter der jesidischen Ulenburg-Stiftung ansprechen und bitten, zu der Sitzung zu kommen«, sagte das Stadtoberhaupt. Generell sei Held wichtig, dass Emotionen in der aktuellen Diskussion um den Ulenburg-Verkauf nicht zu sehr nach vorne getragen werden. »Stattdessen sollte man im Gespräch mit den jetzigen und früheren Eigentümern sachlich miteinander umgehen. Daraufhin kann entschieden werden, wie eine weitere gemeinsame Zusammenarbeit aussehen kann«, erklärte der Chef von Rat und Verwaltung.

Beim Wittekindshof stehe man der Teilnahme an einem interfraktionellen Plenum aufgeschlossen gegenüber. »Wir warten jetzt erst einmal auf die Einladung des Bürgermeisters zu dem Gespräch mit den Fraktionen. Wir verweigern uns nicht grundsätzlich einer Einladung zum Gespräch«, sagte Pressesprecherin Anke Marholdt dieser Zeitung.

Neue Eigentümer wollen Fragen beantworten

Auch die neuen Eigentümer der historischen Löhner Immobilie seien am Dialog mit den hiesigen Ratsvertretern interessiert. »Wir stehen nach wie vor dazu, dass wir an einer solchen Veranstaltung teilnehmen würden«, sagte Ibrahim Kus, Sprecher der noch in Gründung befindlichen Ulenburg-Stiftung. Er ergänzte: »Da, wo Fragen auftauchen, bin ich gerne bereit, diese auf konstruktiver Ebene zu beantworten.«

Kus erklärte weiter, dass bereits ein von den neuen Ulenburg-Eignern beauftragtes Architekturbüro den Kontakt zur Stadtverwaltung aufgenommen habe. Derzeit werde daran gearbeitet, ein Konzept und eine Nutzungsänderung für das Löhner Wasserschloss zu erstellen und dann schriftlich bei den Behörden einzureichen.

Zur ebenfalls in der Ratssitzung kontrovers diskutierten Öffnung des Schlossparks für die Bevölkerung merkte Ibrahim Kus an: »Die Bürger sind im Park natürlich herzlich willkommen.« Gleichzeitig wolle die jesidische Stiftung der Stadt aber antragen, sich auch an der Pflege der Außenanlagen zu beteiligen. »Und vielleicht müsste man auch mal über die Grundsteuer sprechen. Wenn wir den Park für die Öffentlichkeit freigeben, wäre es ja nicht sinnvoll, dass die Stadt Gebühren dafür erhebt. Das sollte ein Geben und Nehmen sein an dieser Stelle«, sagte der 41-Jährige.

Auch zum potenziellen weiteren Mitbieter um den Erwerb der Ulenburg – den Unternehmer Axel Oberschelp – bezog Ibrahim Kus im Gespräch mit der LÖHNER ZEITUNG Stellung. »Wenn ich doch so ein tolles Konzept habe und weiß, dass die Ulenburg schon länger zum Verkauf steht, warum wende ich mich dann denn nicht schon früher an den Wittekindshof und bekunde Interesse?«, meinte der Sprecher der Ulenburg-Stiftung.

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