Carport-Brand: Nachbar hört Knall und weckt Bewohner – Feuerwehr rettet Wohnhaus »Wir wären vielleicht nicht mehr am Leben«

Löhne (WB/sg/rto). Ein Carport hat in Löhne-Ort an der Straße Am Osterbusch am frühen Montagmorgen in Flammen gestanden. Beherzte Nachbarn versuchten noch vor Eintreffen der Feuerwehr, den Brand zu löschen.

Die Feuerwehr hat das Wohnhaus der Siekmeiers vor den Flammen retten können, die sich vom Carport auszubreiten drohten. Dies gelang auch dank des Einsatzes beherzter Nachbarn.
Die Feuerwehr hat das Wohnhaus der Siekmeiers vor den Flammen retten können, die sich vom Carport auszubreiten drohten. Dies gelang auch dank des Einsatzes beherzter Nachbarn. Foto: Reiner Toppmöller

Durch einen lauten Knall war ein Anwohner mitten in der Nacht geweckt worden und sah, dass der Carport des Nachbarn in Flammen stand. »Ich bin dann auch irgendwie wach geworden, vermutlich, weil unser Nachbar gegen die Türen und Fenster geschlagen hat«, sagt Haus- und Carportbesitzer Marc Siekmeier (37). Er und seine Frau Nadine (32) hatten geschlafen, als das Feuer ausbrach. Der Sohn der beiden war nicht im Haus. Er hatte beim Großvater übernachtet.

»Mein Nachbar versuchte bereits, die Flammen mit Hilfe eines Gartenschlauchs zu löschen. Nachdem ich den Notruf abgesetzt hatte, half ich ihm. Und es kam ein weiterer Nachbar mit Wassereimern dazu«, sagt Siekmeier. Gemeinsam versuchten sie, die Flammen vom Giebel fernzuhalten.

Auch Nebengebäude in Gefahr

Gegen 2.45 Uhr war der Alarm bei der Feuerwache in Löhne eingegangen. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte der Hauptamtlichen Wache an der Straße Am Osterbusch fanden diese den Carport vor, der voll in Flammen stand. Gartenschlauch und Wassereimer konnten nichts mehr ausrichten. Besonders groß war die Gefahr, dass das Feuer auf das Einfamilienhaus der Siekmeiers übergreift, da der Carport direkt an das Gebäude anschloss. »Der Carport unseres Nachbarn schließt wiederum direkt an unseren an, deshalb war auch die Gefahr groß, dass das Feuer das Nachbarhaus erreicht«, sagt Marc Siekmeier.

Nach Auskunft des Einsatzleiters und stellvertretenden Wehrführers Christian Ehlert, wurde aufgrund der drohende Gefahr die Löschgruppe Löhne-Bahnhof nachalarmiert. Die Feuerwehr setzte vor Ort zwei Gruppen unter Atemschutz ein. Dank der beherzten Selbsthilfe der Nachbarn und ihres frühen Eingreifens konnten die Wehrleute schließlich das Übergreifen der Flammen auf das Wohnhaus und den anderen Carport verhindern.

Marc Siekmeier zog sich bei den Löschversuchen eine leichte Rauchgasvergiftung zu und musste 24 Stunden lang zur Beobachtung im Bünder Krankenhaus bleiben. Zudem stürzte während des Einsatzes eine Nachbarin und verletzte sich dabei leicht. Sie wurde noch vor Ort von anwesenden Rettungshelfern behandelt und konnte in ihr Haus zurückkehren, sagte Christian Ehlert.

8000 Euro Schaden

Insgesamt war die Löhner Feuerwehr mit 45 Einsatzkräften am Brandort. Gegen 5 Uhr war der Einsatz beendet. Über die Brandursache und die Höhe des Schadens konnte der Einsatzleiter zu dem Zeitpunkt noch keine Auskunft geben.  Marc Siekmeier selbst schätzt diesen auf mindestens 8000 Euro. »Unsere Fahrräder standen dort, ebenso Kindersitze, Autoreifen und hochwertiges Gartenwerkzeug sowie Partybänke. Der Carport wurde mehr als Hobbywerkstatt genutzt.« Die Brandursache ist auch ihm ein Rätsel. »Die Kriminalpolizei war da und hat gesagt, dass es auf keinen Fall Fahrlässigkeit gewesen sei.« Eventuell könne es sich um einen Kabelbrand handeln.

Dankbar sind Marc Siekmeier und seine Frau Nadine besonders auch für die Hilfe der Nachbarn. »Während des Einsatzes sind immer mehr dazu gekommen, haben uns Jacken und warme Getränke gebracht. Und ohne den Nachbarn, der als erster das Feuer bemerkt hat, wären wir vielleicht nicht mehr am Leben.«

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