13 Einkaufswagen mit Bauschutt illegal entsorgt – Stadt sucht nach Verursacher Müllfrevel am Klärwerk

Löhne (WB). Wer macht denn so etwas: Unbekannte haben am Wochenende insgesamt 13 Einkaufswagen voll mit Bauschutt unweit des Löhner Klärwerks entsorgt. Klaus-Jürgen Budde von der Stadtverwaltung ist empört: »Das ist kein Kavaliersdelikt, sondern Umweltverschmutzung und zudem strafbar.«

Von Daniel Salmon
Klaus-Jürgen Budde von der Löhner Stadtverwaltung hat den Bauschuttfrevel am Klärwerk mit der Kamera festgehalten.
Klaus-Jürgen Budde von der Löhner Stadtverwaltung hat den Bauschuttfrevel am Klärwerk mit der Kamera festgehalten.

Dicht an dicht stehen die insgesamt 13 Einkaufswagen eines bekannten Discounters auf dem Gelände vor der Kläranlage – direkt auf städtischem Grund und Boden. Statt frischem Obst, Brot und Tiefkühlkost stapeln sich Geröll, Steine und Schutt in den Metallkörben. Einige sind sogar umgekippt.

»Entdeckt haben den Unrat am Montagmorgen Mitarbeiter unserer Wirtschaftsbetriebe«, sagt Budde. Er fährt fort: »In den Einkaufswagen befinden sich auch mehrere Deckenplatten. Da muss wohl jemand bei sich zu Hause renoviert haben und wollte sich vor den Kosten für eine Mulde drücken.« Der Rathausmitarbeiter vermutet, dass die unbekannten Täter die Einkaufswagen zunächst beladen und dann mit einem oder mehreren Fahrzeugen zum jetzigen Ablageort gebracht haben. »Und dabei haben sie sich schon Mühe gegeben. Denn die Wagen sind mit Plastiktüten ausgelegt. Wohl damit kleineres Material nicht einfach herausrieselt«, sagt Budde.

Er hofft, dass am Wochenende Spaziergänger möglicherweise in der Nähe des Klärwerks auffällige Beobachtungen gemacht haben und die Umweltsünder auf diesem Weg identifiziert werden können. Ansonsten bliebe die Stadt Löhne als Grundstückseigentümer auf den Kosten für die Entsorgung des Mülls hängen. Zeugen können sich direkt an Klaus-Jürgen Budde im Löhner Rathaus unter der Telefonnummer 05732/100349 wenden. »Vielleicht hat ja jemand etwas gesehen«, hofft der Mitarbeiter der Stadtverwaltung. Zunächst will er aber erst einmal selbst recherchieren und den Discounter kontaktieren, dessen Einkaufswagen für den Umweltfrevel benutzt worden sind: »Wenn immerhin 13 Wagen auf einmal fehlen, dürfte das ja schon irgendjemandem dort aufgefallen sein.«

Laut Budde seien in der letzten Zeit vermehrt herrenlose Einkaufswagen in der Nähe des Klärwerks aufgetaucht. »Viele waren leer aber in einigen befand sich Hausmüll. So einen krassen Fall hatten wir aber bis jetzt noch nicht.«

Das wird teuer

Sollte der Verursacher der Umweltverschmutzung ausfindig gemacht werden können, erwartet diesen eine saftige Strafe. »Wir leiten dann ein Ordnungswidrigkeitenverfahren ein. Die Höhe des Bußgelds hängt in der Regel von Art und Menge des illegal entsorgten Abfalls ab«, sagt Andreas Henke, Leiter der Abteilung Wasser- und Abfallwirtschaft des Kreises Herford.

Der Rahmen für ein solches Vergehen bewege sich zwischen 50 bis 5000 Euro. »Für die Tat in Löhne würden auf jeden Fall mehrere hundert Euro fällig. Die reguläre Entsorgung des Bauschutts wäre für den Eigentümer dann auf jeden Fall günstiger gewesen«, so Henke.

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