UWG bringt Förderverein ins Gespräch – Betreiber übt Kritik an der Verwaltung Hoffnung für die Minigolfanlage?

Kirchlengern  (WB). Seit Juni 2017 ruht der Betrieb der Minigolfanlage am Aqua Fun. Betreiber Rüdiger Dröge hatte ihn aus finanziellen Gründen eingestellt. Seine Versuche, von Seiten der Gemeinde Kirchlengern oder durch Privatinvestoren Unterstützung zu bekommen, waren bislang vergeblich. Das könnte sich ändern.

Von Hilko Raske
Die Minigolfanlage am Aqua Fun ist seit Mitte 2017 geschlossen. Die UWG plädiert dafür, dass sie erhalten bleibt und unterstützt wird.
Die Minigolfanlage am Aqua Fun ist seit Mitte 2017 geschlossen. Die UWG plädiert dafür, dass sie erhalten bleibt und unterstützt wird. Foto: Peter Steffen/dpa

Denn jetzt spricht sich die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) für den Erhalt der Anlage aus. »Für uns ist ein derartiges Generationen übergreifendes Angebot in Kirchlengern sinnvoll, insbesondere, weil dieser Sport auch von Menschen mit Behinderungen ausgeübt werden kann«, sagt UWG-Fraktionschef Michael Schmale. Zudem sei die bestehende Anlage neben dem Mehrgenerationenpark »Espelpark« und dem künftigen Aqua Fun attraktiv in ein Gesamtkonzept eingebettet.

Förderverein als denkbare Option

»Die Gemeinde Kirchlengern gibt pro Jahr etwa eine Million Euro Zuschüsse für freiwillige Leistungen. Dazu zählen die Musikschule, die Bücherei, das Kommunale Kino und die Sportvereine, um einige zu nennen«, hält Schmale fest. Die UWG sei der Meinung, dass die Gemeinde die Fortführung dieser überaus hochwertigen Anlage in Betracht ziehen solle. »Vielleicht ist es möglich, dass ein Förderverein die Anlage übernimmt und mit einem Zuschuss den Erhalt des Betriebes der Minigolfanlage sichert. Die Zuordnung zu einer Sportabteilung eines bestehenden Vereins in Kirchlengern könnte ebenfalls geprüft werden«, schlägt der Kommunalpolitiker vor.

Indirekte Kritik an der Verwaltung

Dröge begrüßt den Vorstoß der UWG – und übt indirekt Kritik an der Verwaltung. »Bislang habe ich mich immer an den Bürgermeister und die Verwaltung gewandt. Immerhin habe ich ja den Pachtvertrag mit der Gemeinde abgeschlossen.« Die Verwaltung habe ihm mitgeteilt, dass man Rücksprache mit den Fraktionen gehalten habe und dort kein Interesse an einer Fortsetzung der Anlage oder an einer Finanzierung bestehe. »Da habe ich mir gesagt, ich höre mich selber mal in der politischen Landschaft um.«

»Habe privat 156.000 Euro investiert«

Entgegen seiner Annahme, dass alle Fraktionen umfassend informiert seien, habe er dann feststellen müssen, dass das weder bei der UWG noch bei der SPD zutreffe. »Ich stellte mir die Frage, ob ich anfangs die falschen Ansprechpartner gewählt habe.« Seiner Einschätzung nach seien Freizeiteinrichtung wie die Minigolfanlage wichtig für die Lebensqualität vor Ort. »Ein neu gebautes Aqua Fun und die Minigolfanlage würden gegenseitig ihre Attraktivität steigern und so mehr Zuspruch gewinnen.«

Dröge weist darauf hin, dass er in Sachen Minigolfanlage 156.000 Euro in die Hand genommen habe für die Öffentlichkeit. Damit habe er faktisch die Kommune entlastet. »Wenn 2020 der Pachtvertrag ausläuft und keine zufrieden stellende Regelung gefunden wurde, habe ich 156.000 Euro in den Sand gesetzt – das stimmt mich traurig.« Sollte die Gemeinde dann noch den Rückbau fordern, würden bis zu 30.000 Euro an weiteren Kosten anfallen. »Damit würde privates Engagement abgestraft. Wenn mir dann jemand erzählt, im Aqua Fun suche man private Investoren für Angebotsergänzungen, könnte ich davon nur abraten. Denn wenn das nicht gut läuft, steht der Betreffende im Regen, da anschließend kein Konsens mit der Gemeinde erzielt wird«, kritisiert Dröge.

Kommentar

Da will die Gemeinde für zehn Millionen Euro das Aqua Fun in Teilen neu bauen, diesen Bereich generell als Freizeitzentrum aufwerten, und scheint zu vergessen, dass die schon bestehende Minigolfanlage in direkter Nachbarschaft wesentlich zur Attraktivitätssteigerung eines solchen Freizeitkomplexes beiträgt. Anders ist es nicht zu erklären, dass Betreiber Rüdiger Dröge außer Sympathiebekundungen noch nichts zu hören bekommen hat. Wenn man sich dann vor Augen führt, welche Summen die Gemeinde jährlich in derartige freiwillige Leistungen steckt, muss man sich fragen, ob hier nicht mal eine Neugewichtung zugunsten der Minigolfanlage sinnvoll wäre.

Hilko Raske

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.