Geplante Bahnunterführung führt zu veränderten Verkehrsströmen Anwohner fürchten mehr Lärm

Kirchlengern (WB). Die meisten Kirchlengeraner dürften sich auf die geplante Bahnunterführung im Ortskern freuen. Einige Anlieger befürchten jedoch eine zunehmende Lärmbelästigung bei gleichzeitiger Wertminderung ihres Eigentums. Damit beschäftigte sich am Donnerstag der Gemeinderat.

Von Hilko Raske
Ein vertrauter Anblick in Kirchlengern: die geschlossenen Bahnschranken. Eine Unterführung soll hier Abhilfe schaffen. Anwohner der Fiemerstraße fürchten nun, dass auf sie dadurch mehr Lärm und eine Wertminderung ihres Eigentums zukommt.
Ein vertrauter Anblick in Kirchlengern: die geschlossenen Bahnschranken. Eine Unterführung soll hier Abhilfe schaffen. Anwohner der Fiemerstraße fürchten nun, dass auf sie dadurch mehr Lärm und eine Wertminderung ihres Eigentums zukommt. Foto: Daniel Salmon

Konkret hatten sechs Anlieger ihre Bedenken geäußert und einen Bürgerantrag gestellt. Darin fordern sie die Offenlegung des Lärmschutzgutachtens, da die bauliche Veränderung der Fiemerstraße sich ihrer Ansicht nach negativ auswirkt. Allerdings: Die Gemeinde Kirchlengern ist in diesem Fall gar nicht zuständig. Darauf verwies Bürgermeister Rüdiger Meier während der Ratssitzung. Die Gemeindeverwaltung habe den Landesbetrieb aber vom Bürgerantrag in Kenntnis gesetzt und eine Antwort erhalten.

Danach wird bei der künftigen Entwurfsbearbeitung auch ein lärmtechnischer Entwurf erstellt. Hierbei werden die lärmtechnischen Auswirkungen durch die Bahnuntertunnelung gemäß der Regelwerke (Lärmschutzrichtlinien) untersucht und die sich möglicherweise daraus ergebenen Ansprüche festgestellt. »Eine Aussage zu den lärmtechnischen Auswirkungen kann daher zu diesem Zeitpunkt noch nicht erfolgen«, heißt es im Schreiben des Landesbetriebes.

Ravensberger Straße wird abgebunden

Durch die Untertunnelung im Bereich des Bahnübergangs muss die Ravensberger Straße – sie mündet östlich vom Bahnübergang in die Lübbecker Straße – abgebunden werden. Da die Ravensberger Straße, die parallel zur Bahnstraße verläuft, aber unter anderem Zubringer zu einem Gewerbegebiet ist, soll zwischen der Fiemerstraße und der Ravensberger Straße eine neue Verbindungsstrecke entstehen, wie Fred Olm, Projektleiter Planung beim zuständigen Landesbetrieb Straßen NRW, informiert. Diese westlich vom Verlauf des Utmühlenwegs.

Der Rat hat sich in seiner Sitzung am 14. Dezember für die Variante 3a ausgesprochen. Aus Gemeindesicht war es wichtig, dass keine Wünsche in die Planungen eingearbeitet werden müssen, die vom Regelwerk des Landesbetriebes abweichen. Dann müsste die Gemeinde nämlich die Kosten dafür tragen.

Weiter Weg bis zum Baubeginn

Nun ist der Landesbetrieb am Zug. Er muss einen Entwurf beauftragen, in dem die Variante ausgearbeitet wird. »Allein das dauert bis zu zwei Jahre«, so Olm. Danach folge die Genehmigung durch zuständige Behörden und das Planfeststellungsverfahren. Bis zum Baubeginn ist es also noch ein weiter Weg.

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