»Stefan Reusch rettet 2017« in der Erich-Kästner-Gesamtschule Ein Kabarettist,der polarisieren will

Kirchlengern (WB). Der Mann mit dem roten »R« auf der Brust: Stefan Reusch ist im Rahmen der Veranstaltungsreihe »Kultur im Forum« am Samstagabend in der Erich-Kästner-Gesamtschule in Kirchlengern aufgetreten.

Von Lucas Dutton
Er ist ein politischer Kabarettist, der bewusst bisweilen auch pathetisch ist und mit seinem Programm zum Nachdenken anregen möchte: Stefan Reusch präsentierte in der Erich-Kästner-Gesamtschule seinen ganz persönlichen Jahresrückblick.
Er ist ein politischer Kabarettist, der bewusst bisweilen auch pathetisch ist und mit seinem Programm zum Nachdenken anregen möchte: Stefan Reusch präsentierte in der Erich-Kästner-Gesamtschule seinen ganz persönlichen Jahresrückblick. Foto: Lucas Dutton

Mit seinem Programm »Reusch rettet 2017« wagte der Kabarettist trotz Trump und Terror einen letzten Blick auf das vergangene Jahr. Sein Fazit: Alles wird genauso schlecht in Erinnerung bleiben, wie es wirklich war.

Die drei großen T

Reusch identifizierte die Hauptprobleme als die drei großen T: Trump, Terror und »trohende« Rechtschreibschwäche. »Mittlerweile gibt es keinen großen Unterschied mehr zwischen dem Präsidenten der Vereinigten Staaten und dem Diktator von Nord-Korea. Es sind beides Deppen«, so der Kabarettist. Ein Unterschied sei jedoch, dass die Koreaner ihren Deppen nicht wählen durften und deshalb nicht so schuldig seien wie viele der Amerikaner.

Mit Blick auf die Bundestagswahl im vergangenen September attestierte der Kölner den Deutschen einen ähnlichen Mangel an Vernunft. »Jeder achte von uns hat die AfD gewählt. Menschen wie Alexander Gauland, die andere jagen und entsorgen wollen, sitzen im Bundestag«, stellte Reusch Kopf schüttend fest. Aussagen wie »Die AfD ist trotz ihrer Inhalte und nur als Protestpartei gewählt worden«, möchte er nicht hinnehmen. »Nein, diese Partei ist gerade wegen ihrer Inhalte gewählt worden. Das Problem ist auch gar nicht die AfD, sondern das Gedankengut jedes achten Wählers«, skandierte der Kabarettist.

Bericht vom Oval Office

Zu Reuschs Show gehörten auch kleine Sketche, in denen er als verhasster Journalist vor dem Oval Office über Trumps angekündigten Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen berichtete oder als Soldat der Bundeswehr über die Fehlschläge der Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen spottete.

Nach seinem Auftritt verriet der Kölner, wie sein Comedyprogramm entstanden ist: »Ich mache für den SWR 3 einen wöchentlichen Rückblick über die politischen Geschehnisse. Das ist der Grundstock für meine Show. Dazu kommen dann noch andere Witze oder Geschichten, um etwas Abwechslung zu schaffen.« Einige Zuschauer würden ihm vorwerfen, dass er zu pathetisch sei, aber gerade das wolle er vermitteln. »Ich bin mit Leidenschaft bei der Sache und möchte ganz klar polarisieren. Meine Show ist nicht dazu da, sich berieseln zu lassen, sondern soll zum aktiven Nachdenken anregen.«

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