Biologische Station Ravensberg zieht Bilanz für 2017 Kein gutes Jahr für Kiebitze

Kirchlengern (WB/hr). Ein Jahr mit viel Engagement für Tiere und Pflanzen im Kreis Herford – diese Bilanz zieht Klaus Nottmeyer, Leiter der Biostation in Stift Quernheim, für die zurückliegenden zwölf Monate.

Die Zahl der Kiebitz-Brutpaare ist 2017 zurückgegangen. Die Biostation – sie ist zuständig für den Kreis Herford – konnte nur noch 38 brütende Paare zählen. Im Vorjahr waren es noch 46. Ein Grund dafür war das kühle Frühjahr.
Die Zahl der Kiebitz-Brutpaare ist 2017 zurückgegangen. Die Biostation – sie ist zuständig für den Kreis Herford – konnte nur noch 38 brütende Paare zählen. Im Vorjahr waren es noch 46. Ein Grund dafür war das kühle Frühjahr. Foto: dpa

So habe man sich über viele neue Spuren des Bibers gefreut, der sich trotz offensichtlichem »Single-Dasein« im Naturschutzgebiet Elseaue sehr wohlfühle. Auch auf den Wild-Kameras der Biostation sei er hin und wieder zu bewundern gewesen. »Weniger Glück hatten wir zunächst mit dem Monitoring für den Fischotter. Zunächst wurde uns eine prominent angebrachte, in einem Kasten verschlossene Kamera gestohlen. Dann wurde direkt vor unseren Toren, in Melle-Dielingdorf, am 30. Juli ein kräftiges Otter-Männchen überfahren.« Inzwischen habe die Biostation aus der Else an der Landesgrenze, aber auch mitten aus dem Kreis Herford erfolgreich Otterspuren gesammelt und genetisch analysieren lassen. »Mit ein paar weiteren Proben untermauert, werden wir Anfang des neuen Jahres mehr wissen über die Zusammensetzung und die Verwandtschaftsverhältnisse der Otter bei uns. Diese Information ist eine wesentliche Grundlage für den Schutz dieser nach wie vor sehr seltenen und sensiblen Tierart.«

Vier Storchpaare im Kreis Herford

2017 sei allerdings ein weniger gutes Jahr für den Kiebitz gewesen, um dessen Bruten die Biostation sich seit einigen Jahren kreisweit intensiv kümmern. »Trotz vieler Kontrollen, Absprachen und Verträgen mit Landwirten und der Markierung der Nester verdarb das kühle Frühjahr Bruten und Bruterfolg. Nur noch 38 brütende Paare konnten wir feststellen – 2016 waren es noch 46 gewesen.« Gute Nachrichten hingegen gebe es vom Weißstorch. »Vier Paare waren es in diesem Jahr, doppelt so viele wie 2016«, zeigt sich Nottmeyer erfreut.

Am 11. Juli habe man gemeinsam mit dem Bürgermeister von Vlotho den vierten »Spürnasenpfad« für Kinder eröffnet. »Insgesamt haben wir mit unserem wichtigen Umweltbildungsprojekt seit zehn Jahren bei mehr als 800 geführten Gruppen schon fast 17.000 Kinder an die Natur im Wald herangeführt«, informiert der Leiter der Biostation.

Mehr schon unter Dauerregen habe man dann ab Ende des Sommers und im Herbst Obstwiesen gepflanzt, im Doberg frei geschnitten, gemäht, gesägt, Gehölze gepflegt oder zurückgedrängt, Herkulesstaude oder Jakobskreuzkraut bekämpft. »Auch bei strömenden Regen feierten wir im Enger Bruch am 20. November eine NRW-Premiere: der erste QR-Code mit Vogeldaten aus der Website ›ornitho.de‹ in ganz NRW wurde durch die Biostation mithilfe des BUND am Aussichtsturm im Bruch angebracht. »Wir hoffen nun auf viele Nachahmer«, sagt Nottmeyer.

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