Ansgar Brinkmann und Autor Peter Schultz plaudern in Kirchlengern über neues Buch »Weißer Brasilianer« im Forum

Kirchlengern (WB). Zum Auftakt der 12. Spielzeit von »Kultur im Forum« war eine Lesung mit Ansgar Brinkmann und Peter Schultz geplant. Der Fußballer und der Radio-Redakteur machten aber mit Verstärkung durch Fußball-Kollegen Dirk Van der Veen eine lustige Talkrunde daraus.

Von Thomas Klüter
Verstärkung: Für noch mehr Spaß und echte Geschichten brachten Autor Peter Schultz (links) und Fußballer Ansgar Brinkmann den ehemaligen Vereinskollegen Dirk Van der Veen mit ins Forum nach Kirchlengern.
Verstärkung: Für noch mehr Spaß und echte Geschichten brachten Autor Peter Schultz (links) und Fußballer Ansgar Brinkmann den ehemaligen Vereinskollegen Dirk Van der Veen mit ins Forum nach Kirchlengern. Foto: Thomas Klüter

»Die Lesungen im Forum locken sonst weniger Zuhörer«, sagte Bürgermeister Rüdiger Meier bei der Begrüßung im Forum der Gesamtschule. Dass der Saal diesmal voll besetzt war lag wohl vor allem an Ansgar Brinkmann. Der »weiße Brasilianer«, wie er bis heute genannt wird, gilt als der letzte echte Straßenfußballer, der die Bundesliga geprägt hat. Er ist ein Mann aus dem Volk, teils umstritten, mit klaren, manchmal flapsigen Aussagen und er ist beliebt, egal für welchen Verein das Herz der Fans schlägt.

Fußballer nimmt sich selbst auf die Schippe

»Als ich den Schulgong eben gehört habe, hatte ich sofort ein schlechtes Gewissen, weil ich keine Hausaufgaben gemacht habe«, so Brinkmann noch vor seinem Auftritt und machte damit deutlich, dass er ein ganz normaler Kerl ist. Dann auf der Bühne erzählte er genau so spontan und offen weiter.

Von einem Abend mit viel Alkohol erzählte er, bei dem er »80 Meter Straße in Schutt und Asche gelegt« habe. Er sei so übermütig gewesen, dass er mit Anlauf durch das Schaufenster eines Möbelhausen springen wollte, um die Sofas auszuprobieren. Die Scheibe sei aber zu dick gewesen und er auf dem Asphalt davor gelandet. »Meine Kumpel haben gelacht und meinten, das war wohl nix«, erinnerte sich Brinkmann. »Ich hab gedacht, da war wohl der Anlauf zu kurz.«

Mit solchen Geschichten, die immer auch von Missgeschicken handeln, nahm der Fußballer sich selbst auf die Schippe und brachte sein Publikum zum Lachen. Seit mehr als fünf Jahren kommentiert er regelmäßig aktuelle Ereignisse und Anekdoten aus dem Profifußball in Eineinhalb-Minuten-Sequenzen auf dem Radiosender 1Live. Der Redakteur Peter Schultz hat ein Buch mit 192 Seiten aus den Highlights gemacht, das im April erschienen ist.

Dirk Van der Veen als Verstärkung

»Als damals die Idee zu der Kolumne aufkam, wollten meine Chefs einen Weltmeister, Champions-League-Gewinner mit 100 Länderspielen und Ferrari vor der Tür«, erzählte Schultz. »Ich hab dann einfach Ansgar angerufen und mittlerweile ist die Kolumne die Sendung, die am längsten überhaupt bei uns läuft.«

Hin und wieder an dem Abend kam der Redakteur tatsächlich dazu, Abschnitte aus dem Buch vorzulesen, dann erzählte Brinkmann die kleinen Details dazu, die nicht den Weg auf die Seiten gefunden hatten. Zur Verstärkung und für eine weitere lustige Sicht der Ereignisse hatten die beiden den früheren Profifußballer und Vereinskollegen Dirk Van der Veen mitgebracht. Zu dritt schossen sie sich »die Bälle zu« und begeisterten die Besucher.

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