Kommt Hundezählung nun doch? Ratsbeschluss nicht durchführbar

Kirchlengern (WB). Hundezählung ja oder nein? Die Kirchlengeraner Lokalpolitiker scheinen sich in dieser Sache nicht einig zu sein. Nach der jüngsten Sitzungs des Gemeinderates muss sich die Verwaltung nun mit einem Beschluss auseinandersetzten, der laut Beigeordnetem Stefan Junkermann »in dieser Form nicht durchführbar ist«.

Von Daniel Salmon
Eigentlich wollte die Verwaltung auf eine Hundezählung verzichten. Eine Ratsmehrheit hält solch ein Maßnahme jedoch für nötig.
Eigentlich wollte die Verwaltung auf eine Hundezählung verzichten. Eine Ratsmehrheit hält solch ein Maßnahme jedoch für nötig. Foto: Daniel Salmon

In der Sitzung sprachen sich die Mitglieder von SPD und Grünen sowie Teile der UWG gegen einen Beschlussvorschlag der Gemeindeverwaltung in dieser Sache aus. Kurios: Da sich an der ersten Abstimmung zu dem Tagesordnungspunkt einer der Politiker nicht beteiligt hatte, musste das Votum wiederholt werden. An dem Ergebnis änderte sich allerdings nichts.

In ihrer Beschlussvorlage hatte die Gemeindeverwaltung angeregt, komplett auf die Dienste einer externen Firma, die die Hunde zählen soll, zu verzichten – aus Gründen der Unwirtschaftlichkeit (diese Zeitung berichtete). Stattdessen sollten Außendienstmitarbeiter der Gemeinde – wie bisher auch schon – auf Hunde ohne Hundemarke achten und die Bürger gezielt auf nicht angemeldete Tiere ansprechen.

Tierbeiner freiwillig angemeldet

Eine in diesem Februar vom Rat beschlossene Variante, bei der das Unternehmen die Hunde auf Erfolgsbasis zählen wollte und die damals zusammen mit einer Erhöhung der Hundesteuer, die seit Anfang April greift, beschlossen wurde, werde mittlerweile nicht mehr angeboten.

Nachdem in den vergangenen Monaten mehr als 120 Halter – auch aufgrund von Presseberichten dieser Zeitung – ihre Vierbeiner freiwillig angemeldet hatten, habe das Unternehmen aufgrund einer »hinfälligen Kalkulationsgrundlage« sein Angebot nun revidiert und zudem seine ursprüngliche Aussage zurückgenommen, dass bis zu 300 Tiere in Kirchlengern nicht angemeldet sein könnten.

Da diese Zahl stattdessen auf 150 Tiere heruntergestuft wurde und aufgrund der 120 bereits getätigten Neuanmeldungen geht die Verwaltung davon aus, dass »aktuell lediglich 30 nicht angemeldete Hunde ermittelt werden könnten«.

Aktuell 1331 Tiere registriert

Zwar hat die Verwaltung bereits zwei Alternativangebote anderer Firmen in Sachen Hundezählung eingeholt. »Aber die halten wir nicht für wirtschaftlich. Es ist derzeit offen, wie wir mit dem nun gefassten Beschluss umgehen«, sagte Beigeordneter Junkermann auf Anfrage. Denn beide Varianten würden einen erheblichen finanziellen Mehraufwand für die Kommune bedeuten, der in keiner Relation zu dem zu erwartenden Ergebnis stehe. Aktuell seien in der Gemeinde 1331 Tiere registriert.

SPD-Fraktionssprecher Stefan Tödtmann erklärte das Votum seiner Partei gegen den Beschlussvorschlag der Verwaltung mit einer »unklaren Datenlage« und nahm zudem Bezug auf die nun geltende Hundesteuererhöhung.

»Ich glaube nicht, dass es tatsächlich nur 30 Hunde in Kirchlengern gibt, die nicht angemeldet sind. Vor einem Jahr wurde ja noch von 300 Tieren ausgegangen. Wir sollten daher auf jeden Fall eine Zählung durchführen, schon aus Gründen der Steuergerechtigkeit«, sagte der Sozialdemokrat dieser Zeitung.

CDU-Sprecher Detlef Kaase hat hingegen eine andere Meinung zu dem Sachverhalt: »Wir haben in Kirchlengern momentan wichtigere Sachen, wie etwa Straßensanierungsmaßnahmen. Damit sollten wir uns beschäftigen. Wir als CDU setzen in dieser Sache eher auf den mündigen Bürger, der seinen Hunde freiwillig anmeldet.«

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