Gemeinde Kirchlengern will auf Dienste einer Servicefirma verzichten Hunde zählen lohnt nicht

Kirchlengern (WB). Hunde zählen zu den beliebtesten Haustieren der Deutschen. Doch nicht jeder Halter meldet seinen Vierbeiner an. Den Kommunen entgehen so Steuereinnahmen. Die Gemeinde Kirchlengern wollte deshalb ursprünglich eine Firma damit beauftragen, eine Hundezählung auf Erfolgsbasis durchzuführen. Jetzt will die Verwaltung auf solche Dienste aber gänzlich verzichten.

Von Hilko Raske
Die Gemeinde Kirchlengern will künftig auf die Dienste einer Firma, die von Haus zu Haus geht, um Hunde zu zählen, verzichten. Nach einem Aufruf der Verwaltung haben Bürger inzwischen nämlich in den vergangenen Monaten 120 Hunde neu angemeldet.
Die Gemeinde Kirchlengern will künftig auf die Dienste einer Firma, die von Haus zu Haus geht, um Hunde zu zählen, verzichten. Nach einem Aufruf der Verwaltung haben Bürger inzwischen nämlich in den vergangenen Monaten 120 Hunde neu angemeldet. Foto: dpa

Nachdem unter anderem in dieser Zeitung mehrfach über dieses Vorhaben berichtet wurde und die Verwaltung zudem sehr offensiv an die Steuerehrlichkeit der Hundehalter appellierte, sind seit Februar 2015 etwa 120 Hunde neu angemeldet worden. Dadurch sind insgesamt 4800 Euro in die Gemeindekasse und nicht etwa an die Firma geflossen, die die Hunde zählen sollte.

Das Unternehmen hat in der Zwischenzeit auch seine erste Aussage über einen möglichen Gesamtzuwachs von bis zu 300 Hunden korrigiert. Mit maximal 150 neu anzumeldenden Hunden sei zu rechnen, heißt es nun. Da aufgrund der Aufrufe der Gemeinde etwa 120 Hunde bereits neu angemeldet worden sind, sei also nur noch mit etwa 30 Hunden zu rechnen, die man ermitteln könne. Eine Hundezählung auf Erfolgsbasis bietet die Firma deshalb inzwischen nicht mehr an, sondern eine »Abrechnung nach Gesamthaushalten«. Dadurch würden der Gemeinde allerdings Kosten in Höhe von 7100 Euro ent­stehen.

Der Rat muss endgültig entscheiden.

Das ist bei der Gemeindeverwaltung nicht auf Begeisterung gestoßen. Sie hat sich deshalb zwei mögliche Alternativangebote eingeholt. So bietet ein anderes privates Unternehmen die Hundezählung auf teilweiser Erfolgsbasis an. Auf die Gemeinde Kirchlengern würden bei dieser Variante auf jeden Fall 3500 Euro Grundkosten zukommen. Zusätzlich würde im Erfassungsjahr jeder neu ermittelte Hund 12 Euro mehr kosten als die Jahressteuer einbringt.

Eine weitere Möglichkeit wäre es, dass die Verwaltung Postwurfsendungen an alle 7864 Haushalte in der Gemeinde verschickt und dabei um die Anmeldung der Hunde bittet, die noch nicht registriert wurden. Hier sei mit Kosten in Höhe von etwa 2600 Euro zu rechnen.

Beide Varianten stünden in keinem Verhältnis zu den voraussichtlichen Einnahmen, so die Einschätzung der Verwaltung. Denn bei 30 Hunden sei mit einer Steuereinnahme von 1440 Euro zu rechnen. Die Gemeinde schlägt deshalb vor, dass – wie bisher auch – ihre Außendienstmitarbeiter auf Hunde ohne Hundemarke achten und die Bürger auf nicht angemeldete Hunde ansprechen. Ob künftig auch so verfahren wird, dar­über entscheidet allerdings der Rat. In seiner nächsten Sitzung am Donnerstag, 14. April, steht dieses Thema auf der Tagesordnung.

Kommentare

und wenn

wenn der Rathlos entschieden hat, dann möchte ich gerne wissen, warum es eine Hundesteuer gibt. Und wenn man die Antwort bekommen sollte, was ja sowieso nicht passiert, möchte ich dann wissen, warum es keine Katzensteuer gibt. UAWG!!!

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