Trotz Gülleunfall: Experten weisen Spuren im Fluss Else nach Fischotter hat überlebt

Kirchlengern (WB). Trotz des massiven Eingriffs durch die Gülle-Katastrophe in Niedersachsen hat der Fischotter das Gewässersystem der Else nicht verlassen.

An mehreren Stellen im Gewässersystem der Else konnten Experten jetzt frische Spuren des seltenen Fischotters entdecken.
An mehreren Stellen im Gewässersystem der Else konnten Experten jetzt frische Spuren des seltenen Fischotters entdecken. Foto: dpa

Nachdem es der Biologischen Station Ravensberg mithilfe der Fischotter-Expertin Anja Roy gelungen war, im März 2015 an mehreren Stellen im Gewässersystem der Else frische Spuren des seltenen Fischotters zu finden, ereignete sich der Gülle-Unfall, der mehrere tausend Fische in der Else sterben ließ . Dies ließ Schlimmes vermuten für den gerade erst nach über 50 Jahren wiedergekehrten Fischfresser. Durch gnadenlose Verfolgung und Zerstörung seines Lebensraumes war der Otter in ganz NRW ausgestorben.

Nun steht fest: Der Fischotter lebt noch an der Else. An zwei schon bekannten Stellen an Zuläufen zur Else ließen sich wieder Spuren erkennen. Intensive weitere Suchen, auch gezielt mit Wildkameras, sollen jetzt noch mehr Gewissheit bringen. Dieses »Monitoring«, so der Fachausdruck der Biologen, wird die Biologische Station Ravensberg im Kreis Herford auch in Kooperation mit den Stationen aus dem Kreis Lippe und der Stadt Bielefeld durchführen, wo es in letzter Zeit ebenfalls Hinweise auf Fischotter gegeben hat.

Lange Zeit war es ihm trotz Schutz und vielen Verbesserungen an den Gewässern nicht möglich, altes Terrain wieder zu gewinnen. Erst vor fünf Jahren konnte im Münsterland die erste erfolgreiche Fortpflanzung für ganz Westfalen nachgewiesen werden. Im aktuellen Verbreitungsatlas der Säugetiere von NRW hat der Kreis Herford vier sehr erfreuliche Verbreitungspunkte (www.saeugeratlas-nrw.lwl.org) und kann damit für das ganze Gewässersystem an Else, Werre und Weser in OWL als ein wichtiger Ausgangspunkt der weiteren Ausbreitung der Art bezeichnet werden.

Um sicher zu gehen, ob die Anzeichen einer Wiederbesiedelung im Kreis Herford sich bestätigen lassen, hat die Kreisverwaltung die Expertin Anja Roy aus Niedersachsen erneut in den Kreis Herford eingeladen, um gezielt Nachsuche zu betreiben und ihre Erfahrungen für eine erfolgreiche Fischottersuche an die Mitarbeiter der Biologischen Station weiterzugeben.

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