Politik streitet über die Zukunft des Freizeitbades Aqua Fun Schließen, sanieren oder neu bauen?

Kirchlengern (WB/hr). Das Freizeitbad Aqua Fun ist in die Jahre gekommen. Durch den  Starkregen im Sommer des vergangenen Jahres wurde die Technik der Einrichtung beschädigt. Bei einer genauen Inspektion der Anlage zeigte sich, dass vieles nicht mehr zeitgemäß ist, das Bad dringend umfassend saniert werden müsste. Je nachdem, welche Ausstattung es dann haben wird, ist mit Kosten zwischen 7 bis 11 Millionen Euro zu rechnen. 

Das Anschwimmen im Aqua Fun hat Tradition. Ob es aber künftig auch noch stattfinden wird, ist erst einmal ungewiss – das Bad ist marode.
Das Anschwimmen im Aqua Fun hat Tradition. Ob es aber künftig auch noch stattfinden wird, ist erst einmal ungewiss – das Bad ist marode. Foto: WB

Inzwischen hat sich das Freizeitbad zu einem Streitpunkt unter den Parteien in der Gemeinde Kirchlengern entwickelt. Gegen eine Schließung des Bades sprechen sich die Christdemokraten aus. Sie favorisieren einen Neubau, wobei genau überprüft werden sollte, welche Standards erforderlich seien. Diese Stellungnahme der CDU-Fraktion (siehe BZ vom 26. November) ist bei der SPD nicht gut angekommen. In der Sitzung des Hauptausschusses am Donnerstagabend bezeichnete SPD-Fraktionschef Stefan Tödtmann diese Vorgehensweise als Affront. »Seit langer Zeit beschäftigen sich alle Fraktionen mit dem Thema Aqua Fun und versuchen, eine gute Lösung zu finden. Und nun stellt sich die CDU allein dahin und erklärt, sie hätte die goldene Lösung gefunden, vergisst aber zu erwähnen, dass noch gar keine belastbaren Zahlen vorliegen und die Steuern dafür erhöht werden müssen. Haben sie das den Bürgern in ihren Gesprächen auch erläutert?«
Tödtmann verwies darauf, dass im Dezember 2014 ein Arbeitskreis Aqua Fun eingerichtet worden sei. Die Verwaltung habe dann aber erst im Juni 2015 zur ersten nichtöffentlichen Sitzung eingeladen. »In der Sommerpause hat sich die Verwaltung dann überlegt, dass man das Thema doch mit der Finanzsituation der Gemeinde in Einklang bringen muss. Also gab es im September zwei nichtöffentliche interfraktionelle Gespräche mit den Fraktionsvorsitzenden. Eine wirkliche Abstimmung haben Bürgermeister und Kämmerer aber auch dort nicht hinbekommen. Auch hier fehlten Zahlen zu möglichen oder gewünschten Varianten«, bemängelte er. Die SPD werde sich nicht mehr an nichtöffentlichen Arbeitskreissitzungen oder interfraktionellen Sitzung zu diesem Thema beteiligen.

»Entweder etwas Neues oder gar nix.«

Gegen den Vorwurf, die Gemeinde erhöhe die Steuern, um das Aqua Fun zu finanzieren, setzte sich CDU-Fraktionschef Detlef Kaase zur Wehr. Mit der Steuererhöhung verhindere man vielmehr, in die Haushaltssicherung zu geraten. Über das Aqua Fun sei lange intensiv diskutiert worden. Dabei hätten sich zwei Möglichkeiten herauskristallisiert: ein Schließung oder der Erhalt. Beim Erhalt habe man die Optionen Sanierung oder Neubau. »Eine Sanierung tragen wir nicht mit – wir leiden jetzt noch unter den Folgen der Sanierung der Anlage, die vor Jahren von einer SPD-Mehrheit beschlossen wurde.« Die Meinung in seiner Fraktion sei deutlich: »Entweder etwas Neues oder gar nix.«

Inzwischen hat die SPD zum Thema einen Antrag eingereicht. Danach solle die Gemeindeverwaltung die Investitions- und Folgekosten verschiedener Varianten zur Sanierung oder zum Neubau des Aqua Fun berechnen – unter anderem die Sanierung des Freibades und Bau eines neuen Kinderbeckens ohne Hallenbad (Variante 1) oder die Variante 1 und Neubau eines Hallenbades mit 25-Meter-Becken, Lehrschwimmbecken mit Hubboden und einem Kinderbecken nach dem Beispiel des Hallenbades in der Stadt Halle.

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