Gemeinde schafft Märchen-Themenanlage mit App fürs Smartphone an Klettergerüst mit QR-Code

Kirchlengern (BZ). Die Gemeinde Kirchlengern geht bei der Bestückung ihrer Spielplätze ganz neue Wege. Für 18.000 Euro wird sie ein Klettergerüst mit QR-Code anschaffen.

Von Kathrin Brinkmann
Die Gemeinde Kirchlengern wird am Spielplatz am Espelweg dieses neue Spielgerät aufstellen. Es verfügt über einen integrierten QR-Code, so dass Kinder und Eltern Spiele zu den Christian-Andersen-Märchen herunterladen können.
Die Gemeinde Kirchlengern wird am Spielplatz am Espelweg dieses neue Spielgerät aufstellen. Es verfügt über einen integrierten QR-Code, so dass Kinder und Eltern Spiele zu den Christian-Andersen-Märchen herunterladen können. Foto: Firma Kompan

Per Smartphone können Kinder eine App herunterladen, die Spiele passend zum Gerüst anbietet.

Seit mehreren Monaten schon ist das Holzgerüst auf dem Spielplatz am Espelweg gesperrt. Immer wieder hatte es von Seiten der Eltern Anfragen bei der Gemeindeverwaltung gegeben, ob das Spielgerät nicht ersetzt wird.

Im Schulausschuss wurde nun das mögliche Ersatzgerät vorgestellt: eine Themananlage der Firma Kompan. Es handelt sich um eine Spielanlage mit Märchenbezug, die unter Verwendung von digitaler Technik Kinder, Lehrer und Eltern mit einbezieht.Grundlage für das Spielgerät sind die drei Märchen von Hans Christian Andersen, »Die kleine Meerjungfrau«, »Das hässliche Entlein« und »Das Feuerzeug«.

Das Gerät selbst enthält altersgerechte Bewegungsaufgaben für Kinder im Alter von einem bis acht Jahren. Sowohl eigenständiges als auch angeleitetes Spielen auch in Form von Rollenspielen sollen möglich sein.

Die Nutzung der App soll kostenfrei sein. Über das Smart Phone oder das Tablet können die drei Märchen in 16 verschiedenen Sprachen gelesen oder angehört werden. Zudem sind über die App viele digitale Spiele mit Bezug zu den Märchen abrufbar.

Auch ein Vokabeltrainer soll mit inbegriffen sein. Das Kunststoffklettergerüst selbst ist in zwei Bereiche aufgeteilt – es bietet Möglichkeiten zum Klettern und Turnen. Bewegliche Zahnräder sowie Geschicklichkeitsspiele sind integriert.

Horst Hartmann (CDU) hatte nach der Vorstellung des neuen Garätes ein »schlechtes Gefühl«. Das Smart Phone werde vor das eigentliche Spielerlebnis gestellt.

Ähnlich sah es zunächst auch Ute Mehrkühler von der SPD: »Erst fand ich das neue Spielgerät etwas befremdlich, weil direkt als erstes die Smart-Phone-App vorgestellt wurde. Ich habe mich gefragt, welches Kind denn mit Smart Phone auf dem Spielplatz herumläuft«, äußerte sie sich gegenüber dieser Zeitung. Andererseits hätten fast alle jungen Mütter ein Smartphone.

Die Spiele könnten dann zu Hause gespielt werden. Zudem sei das Gerät ja auch ohne App nutzbar. »Meine Kritik ist jedoch, dass die Verwaltung uns nur dieses eine Gerät vorgestellt hat. Es gab keine Alternative. Hätten wir gegen das Gerät gestimmt, hätte das zur Folge gehabt, dass erst mal gar kein Gerät aufgestellt wird«, sagte Mehrkühler. Bei 18.000 Euro Kosten für das Gerät plus Aufstellungskosten sei ein einziger Vorschlag nicht genug.

Die Idee der Verwaltung, dass in Kirchlengern eine Vielfalt an unterschiedlichen Spielgeräten bereitgestellt werden soll, habe sie aber letztlich überzeugt. »Holzgeräte haben wir schon viele. Die neue Spiellandschaft ist knallbunt. Das kommt bei Kindern bestimmt an.« Die Materialien aus Stahl und Hartkunststoff seien jedoch fast unempfindlich gegenüber Vandalismus und es gebe eine lebenslange Garantie auf das Spielgerät. Zudem sei das Gerät etwas ganz neues in der Spiellandschaft und locke so vielleicht auch Eltern von weiter her in die Gemeinde.

Der Ausschuss stimmte mehrheitlich für die Anschaffung des neuen Gerätes.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.