Joachim Schramm ist Versichertenberater in Hiddenhausen Seit 25 Jahren derMann für Rentenfragen

Hiddenhausen (WB). Wer mit der Beantwortung von Rentenfragen Geld verdient, heißt Rentenberater. Wer diese Tätigkeit ehrenamtlich ausübt, ist ein Versichertenberater. Von Letzteren gibt es etwa 2600 in Deutschland. Einer von ihnen ist der Hiddenhauser Joachim Schramm – und das seit 25 Jahren.

Von Karin Koteras-Pietsch
Ohne Gesetzbücher geht es manchmal doch nicht: Joachim Schramm berät Männer und Frauen in Rentenfragen. Weil der Bedarf so hoch ist und vieles nachgearbeitet werden muss, hat der 67-Jährige sich zuhause einen Arbeitsplatz eingerichtet.
Ohne Gesetzbücher geht es manchmal doch nicht: Joachim Schramm berät Männer und Frauen in Rentenfragen. Weil der Bedarf so hoch ist und vieles nachgearbeitet werden muss, hat der 67-Jährige sich zuhause einen Arbeitsplatz eingerichtet. Foto: Koteras-Pietsch

»Eine ganz schön lange Zeit«, schmunzelt der 67-Jährige, der gerade erst für weitere sechs Jahre von der Vertreterversammlung der Rentenversicherung wieder-gewählt wurde. Sein Jubiläum werde natürlich gewürdigt, sagt Schramm. »Die Einladung habe ich schon.« Im September geht es nach Berlin, dem Sitz der Deutschen Rentenversicherung. »Für drei Tage wurden wir eingeladen. Es gibt eine Feierstunde und ein tolles Programm«, freut Schramm, selbst seit drei Jahren Rentner, sich schon heute.

Mehr als eine Million ehrenamtliche Rentenberatungen werden jährlich in Deutschland durchgeführt. Etwa 600 davon macht Joachim Schramm. Und das ist nicht ganz einfach. »Mit Gesetzen sollte man sich schon auskennen«, sagt der Hiddenhauser, der beste Voraussetzungen für den Job mitbringt. Bis zu seiner Pensionierung war er Sozialversicherungsfachangestellter bei einer Krankenkasse.

Beraten wird jeder

Im Landkreis Herford ist Schramm einer von acht ehrenamtlichen Tätigen. »Beraten wird bei uns jeder, auch wenn er aus Bielefeld oder Bad Salzuflen kommt«, sagt der Fachmann. Und die Themen seien vielfältig. Es geht um Anträge zur Erwerbsminderungsrente, Fragen zum Rentenkonto, zum Beispiel um Fehlzeiten, die Berücksichtigung der Mütterrente, die Abschlagsrente oder die Berechnung der Rente.

In den ersten Jahren seiner ehrenamtlichen Tätigkeit mussten die Ratsuchenden zu ihm in die Geschäftsstelle der Krankenkasse nach Bielefeld kommen. Vor vier Jahren stellte ihm dann die Gemeinde Hiddenhausen einen Raum im Rathaus zur Verfügung. Seither bietet Schramm einmal im Monat die Beratung im Zimmer 104 an. »Natürlich gibt es ein Zeitfenster pro Klient«, sagt Schramm, doch das reiche meist nicht aus. So heißt es dann: zuhause nacharbeiten. In seinem Haus in Schweicheln bietet er in Notfällen noch zusätzliche Beratungen an. »Das Schöne ist, dass ich mir die Arbeit selbst einteilen kann«, sagt der Rentner, für den die Familie, an erster Stelle natürlich die Enkelkinder, im Vordergrund stehen.

Wenn es immer noch zu viele Anfragen gibt, dann findet auch schon mal ein zweiter Beratungstermin im Rathaus statt. Dass der Bedarf enorm ist, zeigt allein die Tatsache, dass bis April schon alle Termine vergeben sind. Diese können übrigens im Rathaus unter der Rufnummer 05221/964324 vereinbart werden.

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