Frau flieht mit vier Kindern aus Rebellenhochburg Idlib – Vater in Hiddenhausen Familie nach zwei Jahren wieder vereint

Hiddenhausen (WB). Familienvater Bilal Abdan ist überglücklich. Nach zwei Jahren der Trennung hat er seine Familie endlich wieder bei sich. Allerdings zunächst nur auf Besuch. Doch Ordnungsamtsleiter Jörg Luttmann ist zuversichtlich, dass es bald für immer ist.

Von Ruth Matthes
Wieder vereint: Mutter Noura Jadoo (29) und Vater Bilal Abdan mit ihren Kindern (von links) Mohamed (6), Rayan (9), Seed (3) und Ahed (8).
Wieder vereint: Mutter Noura Jadoo (29) und Vater Bilal Abdan mit ihren Kindern (von links) Mohamed (6), Rayan (9), Seed (3) und Ahed (8). Foto: Ruth Matthes

Der 33-jährige Syrer ist sehr dankbar, dass die Verwaltung ihn bei seinem Antrag beim Bundesamt für Migration (BAMF) unterstützt hat, damit seine Frau und seine vier Kinder ihr Asylverfahren in Deutschland fortsetzen können. Da die Papiere für seinen jüngsten Sohn fehlen und die Familie zuvor lange Zeit in Griechenland im Lager war, musste er den Weg eines Übernahmeersuchens gehen.

Im Lager in Griechenland

Bilal Abdan ist aus der Rebellenhochburg Idlib geflohen und im Herbst 2015 nach Hiddenhausen gekommen. Obwohl seine Familie noch in der Zentralen Unterbringungseinrichtung am Möhnesee lebt, hat sie die Erlaubnis erhalten einen Monat beim Vater zu leben.

Noura Jadoo brach mit ihren vier kleinen Kindern im Sommer 2016 nach Deutschland auf. Doch als sie von Griechenland über Mazedonien weiterreisen wollte, war die Grenze dicht. »Bis sie endlich ausreisen durften, war es eine harte Zeit für alle, vor allem als das kleinste Kind ernsthaft krank war«, erzählt Flüchtlingsberater Sephtim Kaludra. »Es ist für die Männer eine große Belastung, nicht zu wissen, wann sie ihre Lieben wiedersehen oder auch zu wissen, dass es ihren Familien schlecht geht, ohne dass sie helfen können«, weiß er aus Gesprächen.

30 Angehörige aufgenommen

Bilal Abdan hat bei aller Sorge nicht das Ziel aus den Augen verloren, dass er seine Familie ernähren können muss, wenn sie eine Perspektive in Deutschland haben soll. Der frühere Elektriker hat einen Fulltime-Job bei der Abfallentsorgung Berg. »Von meinen Nachbarn aus der Danziger Straße habe ich viel Hilfe bekommen, sowohl bei Behördengängen als auch bei der Renovierung der Wohnung«, bedankt sich Abdan.

Der 33-Jährige hat die Flüchtlingseigenschaft, was bedeutet, dass er zunächst drei Jahre in Deutschland bleiben kann. Bei Flüchtlingen mit subsidiärem Schutz ist es nur ein Jahr. Sie dürfen im Gegensatz zu denen mit Flüchtlingsstatus nur in Härtefällen ihre Familien nachholen. Nach welchen Kriterien die 1000 Personen monatlich ausgewählt werden, die künftig trotz subsidiären Schutzes ihre Familie nachholen können sollen, weiß Luttmann noch nicht. Hiddenhausen habe bereits 30 Familienangehörige aufgenommen. »Wir rechnen noch mit weiteren 20 bis 25 Personen«, sagt er. »Die können wir auch unterbringen.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.