Renate Gewers zeigt im Café Alte Werkstatt eine besondere Handarbeit Die Kunst des Perlen-Strickens

Hiddenhausen (WB). Ein gutes Auge und viel Geduld sind für die Kunst des Perlenstrickens nötig, denn hier entstehen filigrane Muster in stundenlanger Feinarbeit. Im Café Alte Werkstatt hat Renate Gewers am Sonntag gezeigt, wie es geht.

Von Sophie Hoffmeier
Regine Rolfsmeier (Mitte) und Irene Niehaus schauen Renate Gewers (links) beim Perlen-Stricken über die Schulter.
Regine Rolfsmeier (Mitte) und Irene Niehaus schauen Renate Gewers (links) beim Perlen-Stricken über die Schulter.

Die 65-Jährige ist in eine Bückeburger Festtagstracht gekleidet, die ganz besonders durch ihre große Flügelhaube auffällt. Auf dieser Kopfbedeckung und auf dem Schlips glänzen unverkennbar die kleinen, schimmernden Perlen, um die sich der Kreative Nachmittag im Café Alte Werkstatt an diesem Nachmittag  dreht.

Handarbeiten mit Leidenschaft

Seit 25 Jahren geht Renate Gewers diesem doch eher seltenen Handwerk nach. Über ihr Interesse für Trachten kam sie zu dem außergewöhnlichen Hobby. »Die Handschuhe meiner Großmutter haben nicht mehr gepasst, da habe ich es mit dem Perlenstricken mal probiert«, erinnert sie sich zurück. Grewers ist Gründerin der Trachtengruppe Meinsen-Warber. Seit 1972 engagiert sie sich dort mit Herzblut und ist erste Vorsitzende. Fester Bestandteil dieser Leidenschaft ist mittlerweile das Perlenstricken. »Zu den auffälligen Trachten gehören diese Verziehrungen einfach dazu«, erklärt sie.

Beim aufwendigen Stricken lässt Renate Gewers filigrane Muster entstehen. Foto: Sophie Hoffmeier

Noch heute hat Renate Gewers den Handschuh, der beim ersten Strickversuch entstand, immer dabei und zeigt ihn stolz in die Runde. Mitgebracht hat sie zur Anschauung außerdem Teelichtverziehrungen, Stulpen, Geldkatzen und mehrere Bücher, aus denen sie die Muster für die Perlenstrickereien entnimmt.

Allein 50 Stunden dauere es, einen Handschuh zu stricken, berichtet Renate Gewers: »Es muss ›verschränkt‹ gestrickt werden, damit die Perlen nicht nach hinten fallen und das Muster erkennbar ist.« Für das Stricken verwendet sie lange, dünne Perlennadeln, die schnell brechen können. Zuerst muss das gewünschte Muster aufgemalt werden. Dann werden die Perlen Reihe für Reihe auf das Garn aufgezogen. Aus den winzigen Perlen werden beim Stricken filigrane Muster.

Neues aus alten Bettlaken

»Da hat man ja Angst, dass etwas kaputt geht«, stellt Regine Rolfsmeier beim Zuschauen fest. Sie möchte die alte Handwerkskunst selbst ausprobieren und erhofft sich dafür wertvolle Tipps von der Expertin. »Es ist doch wirklich schade, dass viele solcher Techniken heute nicht mehr an die Kinder weitergegeben werden.«

Am kommenden Sonntag, 18. Februar, geht es weiter mit den Kreativen Nachmittagen. Dann ist Martina Schäffer zu Gast. Sie zeigt beim »Recycling-Häkeln« wie aus alten Bettlaken und Kopfkissenbezügen Neues entsteht.

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