Warsteiner-Gruppe sucht Kooperationspartner, spricht aber auch von Verkauf Bangen bei der Herforder Brauerei

Hiddenhausen (WB). Am 1. April wird die Herforder Brauerei 140 Jahre alt. Wie die Zukunft der Traditionsmarke aussieht, ist seit gestern mehr als ungewiss. Die Warsteiner Gruppe, zu der Herforder seit 2007 gehört, sucht einen Kooperationspartner für die Brauerei – spricht aber auch von Verkauf .

Von Ralf Meistes
Noch etwa 100 Männer und Frauen sind bei der Herforder Brauerei beschäftigt. Seit 2007 gehören die Bierbrauer aus Sundern zur Warsteiner Gruppe. Diese hat am Donnerstag bekannt gegeben, dass sie für die Herforder Brauerei einen Kooperationspartner sucht.
Noch etwa 100 Männer und Frauen sind bei der Herforder Brauerei beschäftigt. Seit 2007 gehören die Bierbrauer aus Sundern zur Warsteiner Gruppe. Diese hat am Donnerstag bekannt gegeben, dass sie für die Herforder Brauerei einen Kooperationspartner sucht. Foto: Moritz Winde

Insgesamt will die Warsteiner Gruppe bis zu 240 Stellen abbauen. Der Produktionsstandort in Sundern soll davon nicht betroffen sein. Dort sind etwa 100 Menschen beschäftigt.

2013 investiert das Unternehmen in eine Flaschenfüllanlage

In den vergangenen Jahren war es still geworden um die Bierbrauer aus Hiddenhausen. Zwar war das Unternehmen weiterhin auf den Festen im Kreis Herford vertreten, unter anderem auf dem Hoekerfest, von größeren Investitionen am Standort in Sundern hörte man indes nichts. Zuletzt lud die Brauerei 2013 ein, um eine neue Flaschenfüllanlage zu präsentieren, die für 2,2 Millionen Euro angeschafft worden war.

Damals wurden noch stündlich 80 000 Liter Pils und andere Biersorten abgefüllt. Den Löwenanteil mit 90 Prozent nimmt »Herforder Pils« ein. Weitere Sorten sind Herforder Alkoholfrei, Herforder Landbier, Herforder Alster, Herforder Maibock und Herforder Weihnacht. Ab 2012 wurde auch das Herforder Weizen eingeführt.

Historie reicht bis ins Jahr 1878 zurück

Gegründet wurde das Unternehmen am 1. April 1878 von den Brüdern Gustav und Georg Uekermann unter dem Namen »Gebrüder Ueckermann, Brauerei zum Felsenkeller«. In den Anfangsjahren sorgten Brauereipferde für den Biertransport. 1895 erhielten die Bierbrauer einen Gleisanschluss zum Herforder Bahnhof, 1911 wurde erstmals das Bier per Lkw transportiert.

Seit 1878 wird in Hiddenhausen Bier gebraut. In der Anfangszeit sorgten bis zu 60 Brauereipferde für den Transport.

1956 war für das Unternehmen ein besonderes Jahr, weil damals die 0,33-Liter-Steinie-Flasche mit Kronkorkenverschluss eingeführt wurde, die bis heute das Hauptgebinde der Brauerei ist. Bis 1966 wurde sie in Holzkästen verpackt, später dann in Kunststoffkästen.

2003 wurde auf dem Gelände das 125-jährige Bestehen des Unternehmens gefeiert. Zum 1. Juli 2007 wurde die Herforder Brauerei dann in die Warsteiner Gruppe integriert.

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