Katja Ruwwe möchte Selbstbewusstsein von Schülern stärken Angstfrei ins Abitur

Hiddenhausen (WB). Die Abitur-Klausuren stehen an, der Stoff sitzt. Und dennoch gibt es etwas, was die Schüler lähmt: die Prüfungsangst. Schweißnasse, zitternde Hände,Blackout, Leere im Kopf. »Das muss nicht sein«, meint Katja Ruwwe. Mit ihrem Mentoring- und Coaching-Programm »Masterclass« will sie helfen.

Von Karin Koteras-Pietsch
Master-Life-Coach Katja Ruwwe an ihrem Arbeitsplatz in der Bubenstraße in Eilshausen. Hier sammelt sie die Gedanken ihrer Kursteilnehmer, die dann in Einzelgesprächen oder in der Gruppe besprochen werden.
Master-Life-Coach Katja Ruwwe an ihrem Arbeitsplatz in der Bubenstraße in Eilshausen. Hier sammelt sie die Gedanken ihrer Kursteilnehmer, die dann in Einzelgesprächen oder in der Gruppe besprochen werden. Foto: Koteras-Pietsch

Die Hiddenhauserin kann sich noch sehr gut an ihr eigenes Abitur 1997 im spanischen Malaga erinnern. »Ich war gut vorbereitet. Und das Schreiben war eigentlich auch nicht das Problem«, erzählt die gelernte Bankbetriebswirtin und ausgebildete Master-Life-Coach. Aber die Zeit vorher. »Ich habe mich verrückt gemacht, hatte unzählige Worst-Case-Gedanken. Ich hatte keine Spaß mehr, war nur noch mit der Vorbereitung beschäftigt. Das hat mir selber Druck gemacht. Ich habe so viel Lebenszeit einfach vertan.«

Stärken und Schwächen herausfinden

Dass dies den jungen Menschen, die ihr Abitur vor sich haben, nicht genauso geht, dazu möchte sie mit ihrem Programm beitragen. Es gehe darum, so die 40-Jährige, dass die Jugendlichen selbstbewusst ins Abitur gehen. Dass könnten sie aber nur, wenn sie selbstbewusst sind. Ab 27. Januar soll sich eine kleine Gruppe regelmäßig bei Katja Ruwwe treffen. In Gesprächen sollen die Teilnehmer ihre Stärken und Schwächen herausfinden, sich vor allem ihrer Stärken bewusst werden und sich Strategien aneignen, mit denen sie gut durch die nächsten Wochen kommen. »In den Vorklausuren haben sie die Möglichkeit zu üben«, meint die Trainerin, die in dem Seminar ihre eigenen Erfahrungen weitergeben möchte.

Handeln oder anders denken

Es seien die vielen negativen Gedanken, die weg müssten: Was ist, wenn der Bus nicht kommt? Was passiert, wenn mir der Stoff nicht einfällt? Was passiert, wenn ich verschlafe? »In diesem Moment kann man handeln oder anders denken.« Mit handeln meint Ruwwe zum Beispiel, drei Wecker zu stellen oder Eltern zu bitten, einen zur Schule zu bringen. Mit anders Denken ist gemeint, sich seiner Stärken oder Schwächen bewusst zu sein. »Und wenn die Hände doch zittern, darf man sich nicht von anderen, die kurz vor der Prüfung noch einmal den Stoff durchgehen wollen, verrückt machen lassen. Dann heißt es SOS oder atmen. Die Schüler sollen tief durchatmen, an das denken, was sie können«, nennt Ruwwe nur ein Beispiel. Und vorher könne man viel dafür tun: unter anderem vermeiden, was belastet; sich nur mit Menschen umgeben, die einem gut tun, das essen oder unternehmen, was einem gut tut. »Die jungen Leute sollen zuversichtlicher und entsp annter sein. Und wenn sie das jetzt lernen, hilft das in vielen Situationen im Leben.«

Regelmäßige Gruppentreffen

Das Mentoring- und Coachingprogramm »Master-class« richtet sich an junge Menschen, die in diesem Frühjahr ihr Abitur machen. Beginn des Programms ist am kommenden Samstag, 27. Januar. Die Teilnehmerzahl ist auf zehn begrenzt. Sie treffen sich persönlich etwa alle drei bis vier Wochen. Darüber hinaus sind aber auch Kontakte per Skype möglich. »Ich lasse das auf mich zukommen«, sagt Katja Ruwwe.

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