Entwicklung bei der Abfallentsorgung Thema im Erzählcafé »Früher gab es weniger Müll«

Hiddenhausen (WB). Einige Neuerungen bei der Abfallentsorgung haben die Großgemeinde in den letzten Wochen beschäftigt. Entsprechend groß war das Interesse für die Gesprächsrunde im Erzählcafé in der Kirche Sundern.

Von Sophie Hoffmeier
Welcher Müll gehört in welche Tonne. Welcher Tonne hat welche Farbe? Das Thema Abfall und Mülltonnen hat in der Gemeinde Hiddenhausen durch den Deckeltausch für viel Gesprächsstoff gesorgt. Inzwischen sind alle Deckel getauscht.
Welcher Müll gehört in welche Tonne. Welcher Tonne hat welche Farbe? Das Thema Abfall und Mülltonnen hat in der Gemeinde Hiddenhausen durch den Deckeltausch für viel Gesprächsstoff gesorgt. Inzwischen sind alle Deckel getauscht. Foto: Jan Gruhn

60 Besucher haben sich informiert und zum Thema Abfall einen Blick in die Vergangenheit geworfen. Zu Gast waren Jürgen und Daniel Berg vom Unternehmen Berg-Abfallentsorgung, sowie Volker Braun, Leiter des Amtes für Umwelt. Pastor Kai-Uwe Spanhofer führte durch die Diskussion.

Zum Einstieg war die Abfallentsorgung im Wandel der Zeit Thema. Jürgen Berg zitierte aus der Satzung der Gemeindeverwaltung Eilshausen von 1960. Darin heißt es, dass die Müllgefäße so geschaffen sein müssen, dass sie »von einem Mann ohne Schwierigkeiten in das Müllauto geleert werden können«. Damals musste sich jeder seine Mülltone noch selbst besorgen. Erst in den 80er Jahren führte die Berufsgenossenschaft einheitliche Tonnen ein.

Mit Papier wurde Feuer gemacht

Die Anwesenden waren sich einig, dass früher weniger Müll produziert wurde. »Die Tüten wurden wieder zusammengefaltet und kamen in den Schrank«, berichtete Marita Schäffer. Günther Knigge erinnerte sich daran, dass Papier genutzt wurde, um auf dem Herd Feuer zu machen. Außerdem wurde viel kompostiert. Während es in der Vergangenheit noch wilde Deponien gab, ist die Abfallentsorgung heute genau geregelt und dokumentiert.

2017 hat jeder Hiddenhauser im Schnitt 227 Kilo Müll produziert. Laut Volker Braun liege die Gemeinde damit im unteren Drittel. »Ich denke, das hängt damit zusammen, dass bei uns der Müll gewogen wird und wir die Recyclingbörse in der Nähe haben.« Trotzdem sei die Tendenz eher steigend.

Deckeltausch europaweit ausgeschrieben

Blau, Gelb, Braun und Schwarz sind sie – die neuen Mülltonnen-Deckel. Braun berichtete, dass ihn und sein Team die Neuerungen viele graue Haare gekostet habe. »Wir mussten europaweit ausschreiben, haben aber gehofft, dass die Wahl auf ein Unternehmen in der Umgebung fällt«, sagte er. »So sind die Wege kürzer und kaputte Mülldeckel können ohne lange Vertriebswege schnell ausgetauscht werden.«

Als die Firma Berg den Zuschlag bekam, sei die Erleichterung dementsprechend groß gewesen. Die neue Farbengebung wurde festgelegt, um allen Bewerbern die gleichen Chancen einzuräumen. Die Restmülltonnen erhalten einen neuen grauen Deckel, der sich in seiner Form von den anderen unterscheidet. »Hier kann ein roter Klipp angebracht werden, wenn sich ein Haushalt für die 14-tägige Abfuhr entscheidet«, berichtete Braun. Dies könne durch das neue System ohne großen Aufwand auch für einen kurzen Zeitraum erfolgen. Weitere Infos gibt es im Internet unter

www2.hiddenhausen.de/Abfall2018

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