FDP-Landtagsabgeordneter Stephen Paul besucht Gut Hiddenhausen Café feiert Fünfjähriges

Hiddenhausen (WB). »So ziemlich jede Deele, jeder Balken war morsch.« Anna von Consbruch erinnert sich noch gut daran, wie sie 1990 gemeinsam mit ihrem Mann das Gut Hiddenhausen übernommen hat. Beim Besuch des FDP-Landtagsabgeordneten Stephen Paul wirft sie einen Blick zurück auf bewegte Zeiten.

Von Daniela Dembert
Sozialpfarrer Holger Kasfeld, Anna von Consbruch, Günter Meyer Zur Heide (Holzhandwerksmuseum, sitzend links), FDP-Landtagsabgeordneten Stephen Paul und Axel Grothe, Leiter des Johannes-Falk-Hauses, besichtigen das Gut Hiddenhausen.
Sozialpfarrer Holger Kasfeld, Anna von Consbruch, Günter Meyer Zur Heide (Holzhandwerksmuseum, sitzend links), FDP-Landtagsabgeordneten Stephen Paul und Axel Grothe, Leiter des Johannes-Falk-Hauses, besichtigen das Gut Hiddenhausen. Foto: Daniela Dembert

Gemeinsam mit Günter Meyer Zur Heide vom Holzhandwerksmuseum und dem Sozialpfarrer und Mitbegründer des Vereins zum Erhalt des Parks und Denkmalsensembles, Holger Kasfeld, schlendern Consbruch und Paul über das Anwesen.

Hintergrund für den Besuch Pauls war das fünfjährige Bestehen, das das Café Alte Werkstatt im April feiert. Anna von Consbruch hatte zu diesem Anlass bei Stephen Paul nach einem Grußwort von einem FDP-Minister geführten Ministerium nachgefragt. So wollte sich Stephen Paul auf dem Gut einmal einen Überblick verschaffen.

Ehrenamtlicher Einsatz

Die drei einst baufälligen Scheunen sind heute Stätten von Kultur und Geschichte. »›Anfassen und Mitmachen‹ lautet die Devise unseres Holzhandwerksmuseums« , erzählt Meyer zur Heide dem interessierten Politiker. Finanzielle Unterstützung habe es zur Sanierung des Gebäudes gegeben, »man darf aber auch den ehrenamtlichen Einsatz des Vereins nicht vergessen«, mahnt Meyer zur Heide. »Gerade in Zeiten von Digitalisierung und Virtualität sind haptische Erfahrungen und Erlebnisse für die Jugend wichtig«, findet Stephen Paul und ergänzt: »Demnächst wird es eine Förderung für identitätsstiftende Orte von der Landesregierung geben. Ich möchte mich als Sprecher für Heimat im Landtag dafür einsetzen, dass auch dieser Ort berücksichtigt wird.«

Nebenan öffnet Kirsten Brauns die Tür zur Kultur-Werkstatt. »Hier werden in Kursen und Treffs handwerkliche Traditionen wie Spinnen oder Töpfern vermittelt«, erklärt sie. Eine Kooperation besteht mit der Grundschule der Großgemeinde.

Gefeiert wird im Sommer

Zu guter Letzt führt der Rundgang ins »Café Alte Werkstatt«. »Das Jubiläum ist im April, gefeiert wird dann im Sommer«, verrät die Gutsherrin und schenkt Tee ein, beim Gebäck ist Selbstbedienung angesagt. Das ist nicht immer so: Mittwochs bedienen hier Schüler der Hauswirtschaftsklasse des Johannes-Falk-Hauses. »Das ist richtiger Unterricht in einer Realsituation, anders als in der Schule. Hier müssen die Schüler Leistung bringen und ihre Kompetenzen abrufen«, weiß Förderschul-Leiter Axel Grothe. Für ihn ist die Kooperation mit dem Café gelebte Integration. Planung, Einkauf, Backen und Servieren – die 15- bis 18-Jährigen lernen in der Praxis jeden einzelnen Arbeitsschritt. Für das Café gab es 2015 einen Integrationsförderpreis.

Kooperation mit Johannes Falk-Haus

Die integrative Idee liegt aber weiter zurück: 2011 haben die Sanierungsarbeiten des kleinen Hauses begonnen, an denen fünf langzeitarbeitslose Jugendliche beteiligt waren. »Alle haben später eine richtige Beschäftigung gefunden«, erzählt Holger Kasfeld, der die Jugendlichen bei dieser Maßnahme begleitet hat.

Der Landtagsabgeordnete zeigte sich begeistert von der ehrenamtlichen und sozialen Arbeit, die im Hiddenhauser Gutsensemble geleistet wird und versicherte, das Café gern an einem Mittwoch gemeinsam mit politischen Weggefährten besuchen zu wollen.

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