Zentrallager an der Siemensstraße – 60 Prozent Verkauf übers Internet Möbel Akut in altesTeutonia-Gebäude eingezogen

Hiddenhausen (WB). »Wir sind froh, dass es gelungen ist, den Leerstand an der Siemensstraße zügig zu beheben«, sagt Andreas Homburg, Wirtschaftsförderer der Gemeinde Hiddenhausen. Das Gebäude, in dem bis 2016 Teutonia seine Kinderwagen produzierte, ist heute das Zentrallager der Bielefelder Firma Möbel Akut.

Von Ruth Matthes
Machten sich an der Siemensstraße im Gewerbegebiet Bustedt ein Bild von dem neuen Zentrallager der Firma Möbel Akut im ehemaligen Teutonia-Gebäude: (von links) Industriemakler Eckhard Hauptmeier, Michael Kappel, Gründer von Möbel Akut, Bürgermeister Ulrich Rolfsmeyer, Kämmerer Andreas Frenzel und Wirtschaftsförderer Andreas Homburg.
Machten sich an der Siemensstraße im Gewerbegebiet Bustedt ein Bild von dem neuen Zentrallager der Firma Möbel Akut im ehemaligen Teutonia-Gebäude: (von links) Industriemakler Eckhard Hauptmeier, Michael Kappel, Gründer von Möbel Akut, Bürgermeister Ulrich Rolfsmeyer, Kämmerer Andreas Frenzel und Wirtschaftsförderer Andreas Homburg. Foto: Karin Koteras-Pietsch

Wie der geschäftsführende Gesellschafter, Michael Kappel, erklärt, lagern am Hiddenhauser Standort 2500 Kubikmeter Ware, die von hier aus an durchschnittlich 1000 Kunden pro Woche geliefert werden. »Wir haben mit 60 Prozent des Umsatzes einen hohen Anteil an Möbeln, die über das Internet bei uns bestellt werden«, sagt Kappel. Der Rest wird im Möbelhaus an der Eckerndorfer Straße in Bielefeld verkauft. Insgesamt betrage der Umsatz der GmbH 17 Millionen Euro.

15 Mitarbeiter in Bustedt

»Nachdem Teutonia, das bereits seit mehreren Jahren ein Tochterunternehmen des US-Unternehmens Newell Rubbermaid war, seine Produktion wegen Betriebsverlagerung in osteuropäische EU-Länder hier einstellte, konnte ich das 16.000 Quadratmeter große Grundstück mit 9000 Quadratmetern Nutzfläche im Auftrag der CBRE Chicago Anfang 2017 an Möbel Akut verkaufen«, blickt Industriemakler Eckhard Hauptmeier zurück. »Es hat ein langwieriges behördliches Genehmigungsverfahren gegeben, um die Nutzungsänderung für diesen Standort genehmigt zu bekommen, doch nun sind wir seit etwa einem halben Jahr in Hiddenhausen«, ergänzt Kappel.

Ursprünglich hatte der Unternehmer, der noch kleinere Lager in Bielefeld und an der Herforder Oststraße vorhält, ein neues Lager in Bielefeld am Hellfeld bauen wollen. »Wir sind jedoch daran gescheitert, dass wir an dem Standort nicht genügend neue Arbeitsplätze bieten konnten«, erklärt der Geschäftsführer. In Hiddenhausen arbeiten 15 der insgesamt 70 Angestellten, davon waren neun zuvor in Herford, wo jetzt nur noch vorübergehend Saisonware wie Gartenmöbel gelagert wird. Hiddenhausen habe die Vorteile einer guten Verkehrsanbindung und der Nähe zum Kooperationspartner Hermes in Löhne.

E-Commerce

Zu den Räumlichkeiten an der Siemensstraße gehört auch ein Großraumbüro, das derzeit noch leer steht. »Ich könnte mir vorstellen, dass wir unser Knowhow und unsere in elf Jahren gewachsenen Strukturen im Bereich des E-Commerce auch für andere Firmen anbieten, die den Internet-Handel selbst nicht leisten können oder wollen« so Kappel. Die Mitarbeiter dieses ins Haus integrierten E-Commerce-Dienstleisters könnten dann den riesigen Raum nutzen, in dem derzeit noch großformatige Fotos der Teutonia-Kinderwagen an den Vorbesitzer erinnern.

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