Doo-Jin Park erlernte Instrument erst in Deutschland Koreaner orgeltan St. Gangolf

Hiddenhausen (WB/rkl). Er kommt aus Busan, der zweitgrößten Stadt Südkoreas. Die Aussicht, die Kirchenmusik zum Beruf zu machen, führte ihn an die beschauliche Herforder Hochschule, wo er sich derzeit auf die B-Prüfung vorbereitet. Seit September ist Doo-Jin Park Organist an der Gangolf-Kirche.

Der 34-Jährige möchte im Anschluss an die Prüfung, die ihn berechtigt, hauptamtlich als Kirchenmusiker zu arbeiten, gerne noch in Herford seinen Master machen, so dass er der Stephanusgemeinde zweieinhalb Jahre erhalten bliebe. Dort gestaltet er immer sonntags mit seinem Spiel den Gottesdienst. Besonders gern interpretiert der Südkoreaner romantische Komponisten, aber auch die Pentatonik und der Jazz liegen ihm. »Barocke Musik ist mir erst in Deutschland näher gebracht worden«, erzählt er. Wenn er im April sein erstes Examen abgeschlossen hat, kann er sich vorstellen, zusätzlich einen Posaunenchor oder einen privaten Chor zu leiten.

Komposition studiert

Parks Werdegang ist eher ungewöhnlich. In seiner Heimat nahm er Klavierunterricht und begleitete seine evangelische Gemeinde beim Gesang. »Ein Viertel der Bevölkerung ist bei uns Christ«, erklärt er. Große Orgeln gebe es nur wenige. Die Kirchenmusiker spielten meist auf dem Klavier oder auf elektronischen Orgeln.

So lernte Park die Königin der Instrumente erst nach seinem Universitätsabschluss in Kirchenmusik (Hauptfach Komposition) näher kennen, als er 2012 zu weiterführenden Studien von Südkorea nach Deutschland kam. »Als ich dann aber erfuhr, dass man sich hier als hauptberuflicher Kirchenmusiker ausbilden lassen kann, wollte ich das unbedingt versuchen«, erinnert er sich. Er lernte fleißig Orgel und Deutsch und wurde schließlich in Herford angenommen. Das künstlerische Orgelspiel studiert er bei Münsterkantor Stefan Kagl.

Weitgereist

Nach dem Masterabschluss würde Park gerne in der Region bleiben. In seiner Heimat seien die Berufsaussichten von Kirchenmusikern sehr begrenzt. Außerdem habe er hier viele Freunde gefunden. »Nur das Meer vermisse ich«, gibt er zu. »Ab und zu muss ich wieder ans Wasser.« Und in den nächsten Semesterferien erkundet er weiter die Welt: »15 Länder habe ich schon bereist, da bleibt noch einiges zu entdecken.«

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